16. April 2013 — Whisky
„Ein Kapitän und sein Maat haben seit längerem Streit miteinander. Der Maat trinkt gerne mal einen über den Durst und der Kapitän will das nicht länger dulden. Als der Maat wieder mal betrunken ist, trägt der Kapitän ins Logbuch ein: Heute, 10. April - der Maat ist betrunken. Als der Maat während der nächsten Woche diesen Eintrag liest, wird er erst wütend, dann überlegt er kurz. Schließlich trägt er ins Logbuch ein: Heute, 13. April - der Kapitän ist nicht betrunken.“

Es war schon ein kräftiger Seemann, den das Internet zu uns gespült hat: Die Rede ist vom Talisker Storm, den wir jüngst verkosten durften. Schon das Äußere von Karton und Flasche kündigt mit dunklen Wolken das Heranziehen eines Unwetters an. Wild und ungestüm bricht sich auf dem Foto die Brandung am Felsen. Im Vergleich zum Talisker 10 Jahre ist die Gestaltung des Etiketts weniger klassisch, aber auch etwas schlicht geraten. Das helle Etikett wirkt in unseren Augen etwas hochwertiger. Doch die aufgefrischte Gestaltung könnte auch einen Grund haben: Vermutlich versucht die Marketingabteilung von Talisker mit dem Storm eher den Nachwuchs-Whiskytrinker anzusprechen.
Ein Nachwuchs-Whisky?
Der Talisker Storm ist aber nicht nur von der Gestaltung jünger als sein zehnjähriges Pendant, sondern auch vom Inhalt: Es ist ein Single Malt-Whisky ohne Altersangabe. Mindestens drei Jahre muss ein solcher Scotch nach den offiziellen Vorgaben sein. Doch da Alter nicht gleich Qualität ist und es auch viele gute junge Whiskys gibt, sollte man sich davon nicht abschrecken lassen.

Rauch in der Nase
Beim Geruch zeigt sich schnell, mit welchen Wassern der Talisker Storm gewaschen ist: Rauch, Torf, trockenes Holz, aber auch Salz sind zu erschnuppern. Verbrannte Noten mischen sich hinzu, die Assoziation von trockenem Treibholz schwebt im Raum. Es ist der unverkennbare Geruch eines Insel-Whiskys.
Die Talisker-Destillerie ist die einzige Brennerei auf der Isle of Skye, einer kleinen Insel vor der Küste Schottlands. Sie wurde 1831 von den Brüdern Hugh und Kenneth MacAskill in Carbost am Ufer des Loch Harport gegründet. Das Anwesen Talisker House, wenige Kilometer westlich in den Bergen, war namensgebend für die Destillerie. Nach einer wechselvollen Geschichte mit vielen Besitzerwechseln (die sich unter anderem hier nachlesen lässt) gehört Talisker heute zum Spirituosenhersteller Diageo.

Trocken im Geschmack
Beim Geschmackstest fällt gleich die große Trockenheit auf. Der Talisker Storm ist rauchig, torfig, mit leicht zitronigem Kitzeln in der Nase und Anklängen an Kiefernharz. Salzige Noten gesellen sich dazu, die ins Scharfe übergehen. Es folgt ein feuriger, leicht metallischer Nachgeschmack. Schon beim zweiten Schluck wird unser Mundraum trocken, ein Schluck Wasser muss her.
Im Vergleich zum Talisker 10 y.o. präsentiert sich der Storm insgesamt rauchiger und etwas dynamischer. Der Geschmack breitet sich schnell im Mund aus, verhallt aber auch schneller. Wo beim 10-jährigen Talisker leichte Wacholdernoten mitschwingen, die sich mit dezenterem Rauch und Salz zu einem komplexen Geschmacksbild mischen, kommt der Storm schneller auf den Punkt. Die Unterschiede im Geschmack lassen sich vielleicht am besten mit dem Gegensatz “rasant” vs. “elegant” beschreiben. Der Storm als Jungspund nimmt schnell Fahrt auf, hat aber weniger Tiefe. Der “erfahrene” 10-jährige lässt sich mehr Zeit und kann dadurch komplexere Aromen entfalten.
Vertauschte Gläser
Und dann passiert uns im Tasting ein vielleicht folgenschwerer Faux-pas: Wir vertauschen die nicht beschrifteten Probegläser der beiden Whiskys! Ab diesem Moment zeigt sich, dass die beiden hochprozentigen Brüder doch große Ähnlichkeiten aufweisen. Anhand des breiteren Geruches gelingt es uns zwar schnell, den Storm wieder zu identifizieren, vom Geschmack her sind sie sich aber doch recht ähnlich.
Empfehlung
Bleibt die Frage zu welcher Flasche man greifen sollte: Preislich liegen die beiden Talisker etwa gleich auf. Der Storm ist für rund 36 Euro zu haben, den 10-jährigen Talisker gibt es für etwas über 30 Euro plus Versand. Gerade wegen des geringen Preisunterschieds werden wohl viele doch zum klassischen Talisker greifen. Er bietet eine größere Reife und Komplexität. Der Talisker Storm müsste an der Kasse durch einen niedrigeren Preis auftrumpfen, um ernsthaft Boden gut zu machen. Mit beiden Whiskys macht man aber geschmacklich nichts verkehrt - es ist wie immer eine Frage der persönlichen Vorlieben, welche Flasche einem mehr zusagt.
Wir danken dem Weisshaus Shop für die Zusendung einer Probeflasche Talisker Storm. In dem gut sortierten Onlineshop finden sich nicht nur zahlreiche Whisky aus Schottland und aller Welt, sondern auch weitere hochwertige Spirituosen. Der Händler mit Sitz in Österreich und Deutschland hat sich zudem auf regionale Liköre und Edelbrände spezialisiert und ist seit mehr als 30 Jahren auf dem Markt. Die Lieferung innerhalb Deutschlands erfolgt schnell und unkompliziert mit DHL.
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3. März 2013 — Whisky

Es passierte mir erst letztens in einer Bar mitten in Berlin. Ich hatte einen 12-jährigen schottischen Single Malt Whisky bestellt. Nichts besonderes, aber doch einen Tropfen, den man eher verkosten als schnell wegtrinken würde. Ihr könnt euch die Überraschung vorstellen, als ein paar Minuten später mein Drink kam: Ein breites Tumbler-Glas bis zum Rand gefüllt mit Eis und am Boden als Pfütze der kostbare Whisky. Es hätte bloß noch die Frage gefehlt, ob ich gerne noch eine Cola dazu hätte, um das Trauerspiel perfekt zu machen…

Whiskyglas.org hilft bei der Auswahl
Wie dieses Erlebnis zeigt, wird Whisky immer noch häufig falsch serviert und getrunken. Eine neue Webseite soll jetzt dabei helfen, das richtige Whiskyglas zu finden: Unter whiskyglas.org finden Interessierte eine Übersicht über die gängigen Varianten. Vom traditionellen schottischen Quaich über den Whisky-Tumbler bis hin zum ausgefeilten Nosing-Glas reicht das Ensemble. Die verschiedenen Whiskygläser werden mit ihren Vorteilen und Schwachpunkten vorgestellt und bewertet. Dabei geht es nicht nur um Form und Funktion, sondern auch um die Handhabung und das passende Design. Für passionierte Whiskytrinker gibt es mittlerweile eine Vielzahl an guten Gläsern für den Hausgebrauch. Hier soll die Seite eine Art Kaufberatung rund um das Whiskyglas bieten.

Von Tumblern und Nosing-Gläsern
Es gibt durchaus Argumente für verschiedene Glas-Arten: So ist etwa der Whisky-Tumbler mit seinem dicken Glasboden durchaus gut zum Trinken von Blended Malts (also verschnittenen Whiskys) geeignet. Auch amerikanische Whiskeys (Bourbon) werden gerne im Tumbler-Glas serviert. Hier schadet es auch nicht, wenn etwas Eis im Glas ist. Es geht um das Trinken der Spirituose und nicht um das feine Verkosten. Wer hingegen Single Malts bevorzugt, der wird über kurz oder lang nicht um ein Nosing-Glas herumkommen. Mit seiner bauchigen Form ist es perfekt geeignet, um das Aroma möglichst lange zu behalten. Nur wenig Sauerstoff kommt an den Whisky. Hält man seine Nase an das Whiskyglas fällt es leichter, die tiefen Aromen zu erschnuppern und zu genießen. Über den breiten Glasrand verteilt sich das Destillat breit im Mund - ein komplexes Erlebnis der Aromen ist möglich.
Gute Qualität zum guten Preis
Doch nicht nur bei der Form, sondern auch bei der Qualität von Whiskygläsern gibt es Unterschiede: So sollte das Glas möglichst ungefärbt sein, um die Farbe der Spirituose einordnen zu können. Dünnes Kristallglas reflektiert einen geringeren Lichtanteil, der Whisky hat eine kräftig schimmernde Farbe. Günstige Whiskygläser sind meistens nicht mundgeblasen, sondern werden in einer Form gepresst. Was ästhetisch nicht ganz so ausgefeilt wirkt, hat auf den Geschmack aber meist keinen Einfluss.

Individuelles Geschenk: Whiskyglas mit Gravur
Eine persönliche Note haben Whiskygläser mit Namen. Diese gibt es in verschiedenen Formen und Qualitäten. Vorab legt man einen kurzen Text fest - häufig wird der Name des Beschenkten und sein Geburtsjahr verwendet. Dieser wird dann mit einem Laser in das Glas eingraviert. Die personalisierten Whiskygläser mit Gravur werden häufig in Sets aus zwei, vier oder sechs Stück angeboten. Auch als Mitbringsel zu einer Party erfreuen sie sich mittlerweile wachsender Beliebtheit.
Fazit: Wer ein schönes Whiskyglas sucht, der wird auf Whiskyglas.org fündig. Eine wachsende Zahl an Gläsern wird mit Fotos vorgestellt und bewertet. Neben der Kaufberatung rund um Tumbler und Nosing-Gläser bietet die Seite auch viele Infos und Tipps rund um einen gelungenen Abend mit hochwertigen Whiskys. Damit am Ende nicht ein Tumbler mit Eis und kostbarem Single Malt auf dem Tisch steht…
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28. Juli 2012 — Alkoblog testet
Wer in diesen Tagen noch einen Absinth-Versand im Internet eröffnet, muss starke Nerven haben oder eine ziemlich originelle Idee vorweisen können. Immerhin steht man in Konkurrenz zu gefühlten hundert anderen Online-Shops mit der gleichen Geschäftsidee. Längst ist Absinth keine Rarität mehr. Es gibt ihn in speziellen Läden (z.B. Absinth Depot Berlin), in größeren Supermärkten und auch viele Schnapshändler haben die grüne Spirituose mittlerweile im Angebot.
Und auch vor dem Regal haben Absinth-Interessenten haben die Qual der Wahl: Mehrere hundert verschiedene Sorten warten auf passionierte Trinker. Ein Etikett wirkt attraktiver als das andere, die Beschreibungen überschlagen sich in ihrer Blumigkeit, grünlich schimmert der Inhalt vieler Flaschen im Licht.

Mit Absinthexplore bringt der Händler Absinthes.com jetzt ein Probierset für Absinth auf den Markt, welches es ermöglicht vor dem Kauf einer großen (und 30 bis 50 Euro teuren) Flasche, verschiedene Sorten zu testen.
Im Onlineshop gibt es zum einen vorgefertigte Kombinationen, die „Entdecker”, „Set Schweiz” oder schlicht „Les Vertes” heißen, zum anderen kann man sich aus 26 Absinth-Sorten auch seine ganz eigene Box mit drei oder fünf Proben zusammenstellen. Der Absinth ist dabei in kleinen Röhrchen abgefüllt, welche Reagenzgläsern aus dem Chemieunterricht ähneln.
Ein Röhrchen kostet zwischen 6,50 und 7 Euro für 50 ml Destillat - keine günstige Angelegenheit also. Um es noch deutlicher zu machen: Der Literpreis liegt zwischen 130 und 140 Euro! Aber ok, es ist ja auch ein Probierset und man trinkt nicht alle Tage Absinth.

Bestellung mit Hindernissen
Bei der Bestellung des Probiersets im Shop kommen neben den Kosten für die Proberöhrchen noch weitere Posten hinzu: So kann man im vorletzten Bestellschritt optional noch Absinth-Löffel dazulegen (ab 4 Euro). Für die Verpackung werden 2 Euro aufgeschlagen. Der Versand der kleinen Kiste kostet auch nochmal 6,50 Euro. Mindestens 28 Euro kostet ein auf diese Weise selbst zusammengestelltes Set mit drei Absinthproben am Ende. Etwas störend wirkt dabei, dass die verschiedenen Einzelkosten erst im letzten Schritt angezeigt werden. Auch hätte man erwarten können, dass die Pappschachtel im Preis des Probiersets schon enthalten ist - immerhin sind die Röhrchen auch schon nicht ganz billig.
Auch die Darstellung der Versandkosten wirkt nicht besonders transparent: Sie werden auf den Artikelseiten von absinthes.com nicht klar benannt oder verlinkt. Auch sonst sind sie schwer zu finden. Klickt man auf den Button „Reduzierte Versandkosten” auf der Absinthexplore-Übersichtsseite, werden plötzlich Dollar-Preise für den Versand in die USA angezeigt. Wir wollten doch aber wissen, wie viel der Versand innerhalb Deutschlands kostet. Und es geht merkwürdig weiter: In den FAQ stehen schließlich die gesuchten Versandkosten für Deutschland mit einem Hinweis auf die kostenfreie Lieferung ab 150 Euro. Nur: Im Kopfteil jeder Seite wird uns eine Gratis-Lieferung schon ab 80 Euro Bestellwert versprochen. Alles in allem ein ziemliches Kuddelmuddel, das nicht so recht zu „Europas Nr. 1 für Absinthes”, wie sich der Shop selbst etwas hochtrabend nennt, passen will.

Wer bestellt hat, kann sich auf die Lieferung freuen. Die Absinthexplore-Box wirkt wirklich sehr edel. Die drei Teströhren sind in einem schönen Karton aus feiner Wellpappe verpackt, der Absinth-Löffel ist im Kopfteil der Box verstaut. Als Geschenk für Absinth-Genießer macht das Set optisch in jedem Fall viel her.
Unser Testpaket enthielt die Sorten „Absinthe Maitresse Rouge” aus Frankreich, „Absinthe Francois Guy” aus der Schweiz und einen „Absinth Eichelberger - 80 Brut” aus Bayern.
Während wir die Gläser für unseren ersten Absinth-Test vorbereiten, vielleicht noch ein paar Sätze zur Spirituose an sich: Absinth wird aus Wermut, Anis, Fenchel hergestellt und kann je nach Rezept noch verschiedene andere Kräuter enthalten. Aufgrund seiner häufig grünlichen Farbe und der berauschenden Wirkung wird Absinth teilweise auch „die grüne Fee” genannt. Die Spirituose ist dabei überaus hochprozentig: Der Alkoholgehalt liegt zwischen 45 und 85 Prozent. Einen sehr ausführlichen Artikel zum Thema gibt es auch in der Alkohol-Enzyklopädie Wikipedia.
Wie trinkt man Absinth eigentlich?
Es gibt verschiedene Trinkrituale, von denen das „französische” wohl am geläufigsten ist. Hierbei wird zunächst etwas Absinth in ein Glas gefüllt. Anschließend platziert man ein bis zwei Stück Würfelzucker auf dem Absinth-Löffel und legt ihn darüber. Tröpfchenweise gießt man etwas heißes Wasser darüber. Dieses läuft über den Zucker, der sich löst und dann in den Absinth tropft.
Es kann losgehen: Nacheinander verkosten wir die drei Absinth-Sorten aus der Schweiz, Frankreich und Bayern. Das Ergebnis ist zunächst überraschend unspektakulär. Absinth schmeckt im Wesentlichen wie ein sehr starker Ouzo oder Raki. Der deutsche Absinth schmeckt etwas mehr nach Anis, beim grünlichen aus der Schweiz kommen die Kräuter-Aromen stärker zum Tragen. Allen Sorten ist gemein, dass sie durch ihren hohen Alkoholgehalt stark nachbrennen und schnell zu Kopf gehen. Vielleicht verkennen wir „die grüne Fee” an dieser Stelle, aber so ganz wollte sich uns die Faszination hinter dem Absinth nicht erschließen.
Alkoblog.de Fazit:
Alles in allem bietet das Absinthexplore-Set eine gute Möglichkeit verschiedene Absinth-Sorten im Vergleich zu probieren. Neulinge können herausfinden, ob und wenn ja welcher Absinth am besten zu ihnen passt. Wer vor allem den Anis-Geschmack der Spirituose mag, ist mit einer guten Flasche Ouzo (unser Tipp: Ouzo Plomari) oder Raki in unseren Augen aber besser bedient. Gemessen am Inhalt ist das Probierset doch recht teuer und wohl vor allem als ausgesuchtes Geschenk interessant.
Wir danken dem Shop für die kostenfreie Bereitstellung des Testpaketes.
Nachtrag 04.08.: Absinthes.com hat nach unserem Artikel den Hinweis auf die Versandkostenfreigrenze einheitlich auf 80 Euro geändert. Am jeweiligen Produkt wird leider weiterhin nicht auf die anfallenden Versandkosten hingewiesen. Diese erfährt man nur beim Blick in die FAQ oder im letzten Bestellschritt.
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