Selber brauen ohne Eimer: Braufässchen im Test

Braufässchen im Test

Ich kann mich noch gut an den erschreckten Ausruf „Was ist das denn?” meiner Mutter erinnern, als ich mein erstes Selbstbrau-Set geliefert bekam. Es bestand aus einem riesigen weißen Kunststoffeimer, welcher in der Ecke meines Zimmers gärend vor sich hin blubberte. Zum Einsatz kam dort das so genannte Extrakt-Brauverfahren. Man nimmt ein Malzextrakt, welches in Sirup-Form geliefert wird und rührt dieses mit viel Wasser und Flüssighefe an. Den genauen Prozess könnt ihr hier noch einmal nachlesen.

Die Nachteile des Verfahrens: Die Variationsmöglichkeiten sind begrenzt (wobei es schon sehr viele verschiedene Bierextrakte im Netz zu kaufen gibt), bis zum fertigen Bier braucht man rund zwei Wochen und das Reinigen des Braueimers ist recht aufwendig. Und nicht zuletzt ist der Braueimer mit seinen gut 30 Litern einfach sehr groß und sperrig.

In diese Lücke will braufaesschen.com springen und bietet eine neue Variante des Extraktbrau-Verfahrens an, welches noch einfacher und schneller als bisher funktionieren soll. Auf ihrer Webseite setzt die Firma mit Sitz in einem Vorort von München ganz auf Individualität. „Make your beer” lautet der Slogan und wer ein Bier bestellen möchte, wird zunächst durch einen Konfigurator geführt.

Braufässchen Testbericht

Dort kann man die Biersorte (Weißbier, Dunkles und Pils), sowie die Stärke des Hopfens (mild, normal, herb) wählen und das Bier zusätzlich mit verschiedenen Aromen versehen (z.B. Zitrone, Grapefruit, Anis, Amerikanisches Eichenholz, Maulbeerbaum). Letzteres geht natürlich zu Lasten des Reinheitsgebotes. Doch machen wir uns nichts vor: Wer mit einem fertigen Extrakt braut, der hat dieses für Hobbybrauer freiwillige Gebot ohnehin schon hinter sich gelassen.

Wir entscheiden uns für ein Weissbier mit herbem Hopfen und Zitrone, Grapefruit und amerikanischem Eichenholz und sind gespannt, ob diese Kombination wohl später munden wird. Ein paar Tage später bekommen wir ein überraschend kleines Paket.

Geliefert werden die Zutaten zusammen mit einem Fünf-Liter-Fass: Kein sperriger Braueimer, keine Aufregung bei Muttern.

Die Anleitung beschreibt den Brauprozess Schritt für Schritt und führt auch Laien sicher zum Ziel. Nicht mal einen Messbecher braucht man, da die Flasche des Malzextraktes nach dem Leeren ins Fass einfach umfunktioniert wird. Praktisch! Nur warmes Wasser aus der Leitung wird noch benötigt.

Braufässchen verspricht, dass das Bier nach dem Ansetzen nur 5 Tage bei Raumtemperatur gären und dann noch einmal 2 Tage im Kühlschrank reifen muss. „Nach insgesamt einer Woche ist das persönliche Bier somit trinkfertig und kann direkt frisch aus dem Fass gezapft werden.”, heißt es im Pressetext.

Braufässchen: Mit Hefe zum Ziel

In rund 15 Minuten haben wir die Zutaten im Fass und den Brauprozess mit der mitgelieferten Hefe in Gang gesetzt. Jetzt heißt es abwarten - und ein fertiges Bier aus dem Kühlschrank trinken.

Eine Woche später heißt es: „O’zapft is!” Aus dem Hahn am Fass zapfen wir unser selbst Gebrautes ins Glas. Wie bei Fässchen üblich, kommt zuerst vor allem Schaum heraus. Da hilft auch das fachmännische Neigen des Glases wenig. Doch schon kurze Zeit später haben wir alle drei einen Humpen gefüllt und stoßen an.

Braufässchen: Das Ergebnis

Geschmacklich überrascht das Bier: Es schmeckt in jedem Fall sehr jung, ist recht süß (vielleicht liegt das auch an den Aromen Zitrone, Grapefruit) und hat einen leichten Barrique-Geschmack im Abgang (die Stückchen aus amerikanischer Eiche!). Es ist allerdings auch nicht besonders spritzig und hat kaum Kohlensäure. Alles in allem also ein eher untypisches Bier. Schwer zu schätzen ist der Alkoholgehalt. Während unser Hobbybraumeister in der Runde auf rund 4 Prozent tippte, fand ich, dass unser Bier Marke Eigenbrau schon ganz schön schnell zu Kopf stieg. Das Braufässchen war in jedem Mittelpunkt der Party, wozu sicher auch der auffällige Aufdruck auf dem 5-Liter-Fass seinen Teil beitrug.

Ein Fünf-Liter-Braufässchen kostet 29 Euro. Für die verschiedenen Aromen kommen je noch zwischen 2 Euro und 4,50 Euro dazu. Der Versand wird mit 3,90 Euro berechnet, was recht fair ist, aber erst im letzten Bestellschritt mitgeteilt wird.

Im günstigsten Fall zahlt man also 32,90 Euro für 5 Liter selbstgebrautes Bier (ein Wiederverwenden des Braufässchens ist nicht vorgesehen). Das entspricht einem Literpreis von 6,58 Euro - kein günstiger Spaß also. Doch es geht beim Braufässchen natürlich um die Idee und die ist recht gelungen. Auch die Ausführung kann überzeugen und so eignet sich dieses Bier-Brauset als Mitbringsel auf eine Party ebenso wie als Geschenk für Bier-Fans.

Aber auch alle, die schon immer mal selbst brauen wollten und den Aufwand bisher scheuten, sollten sich das Braufässchen einmal näher anschauen. Nicht zuletzt, weil nach dem (vielleicht einmaligen) Brauen kein häßlicher weißer Plastikeimer zurückbleibt.


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Welches ist dein Lieblingsbier?

Welches ist sein Lieblingsbier?
Was er wohl am liebsten trinkt? (Foto: ginafish / sxc.hu)

Welches ist das beliebteste Bier in Deutschland? Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Zunächst einmal muss man festlegen, wie man die Beliebtheit messen möchte. Geht man nach Verkäufen, dann misst man üblicherweise die Zahl der Hektoliter pro Jahr. Das Branchenmagazin „Inside” veröffentlicht jährlich ein solches Ranking. Recht überraschend an der Spitze steht Oettinger, es folgen Krombacher, Bitburger, Beck’s, Warsteiner, Hasseröder, Veltins und mit etwas Abstand Paulaner. Es sind also viele Biere dabei, für die auch sehr viel Werbung gemacht wird und die einem breiten Massengeschmack folgen.

Eine etwas andere Herangehensweise hat das Frage-Antwort-Portal GuteFrage.net bei seiner aktuellen Aktion: Die Besucher der Seite stimmen per Kommentar einfach selbst darüber ab, welches ihr Lieblingsbier ist. Das führt dazu, dass neben den üblichen Verdächtigen in der Bier-Rangliste im Moment auch Außenseiter wie „Desperados” oder „Augustiner” hoch im Kurs stehen. Dafür fehlen internationale Größen wie Budweiser oder Pilsner Urquell derzeit völlig in den oberen Rängen (und das obwohl beides sehr gute und empfehlenswerte Biere sind).

Wer seinen Kommentar auf der Seite abgibt, nimmt automatisch an einer Verlosung teil und kann einen von zwei Mini-Kühlschränken gewinnen. Die Aktion läuft noch bis zum 26. Juni 2012.

Hier gehts zur Abstimmung.


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Bier brauen: Richtig abgefüllt

Bierflaschen (leer)

Wie wir euch in diesem Artikel schon gezeigt haben, lässt sich Bier in rauen Mengen im heimischen Wohnzimmer auch einfach selbst brauen. Ein Braueimer und ein Bier-Brau-Kit machen es möglich. 20 bis 30 Liter des leckeren Gerstensaftes blubbern schon nach wenigen Tagen fröhlich vor sich hin und warten nur darauf, endlich abgefüllt zu werden.

Was jetzt kommt, ist der wohl heikelste Teil des Bier-selber-Brauens: Das Abfüllen. Durch die im Bier enthaltenen Hefekulturen ist es wichtig, hierbei sehr sauber zu arbeiten. Häufig greift man aus Gründen der Einfachheit auf zuvor selbst leer getrunkene Flaschen mit Bügelverschluss zurück (z.B. Flensburger, Mönchshof). Daran ist im Prinzip auch ja auch nichts auszusetzen - wenn man die Flaschen zuvor mit kochendem Wasser ausgewaschen und auf diese Weise desinfiziert hat.

Einem guten Freund von mir, der sich mit Fug und Recht passionierter Heimbierbrauer nennen darf, ist indes folgendes passiert: Trotz Auswaschen der Flaschen bildete sich nach wenigen Tagen ein Schimmelpilz auf der Schaumkrone des selbst gebrauten Bieres. Ganz schön eklig und die Arbeit von mehreren Tagen Bierbrauens war natürlich dahin…ob es letztendlich an den Flaschen lag oder sich der Pilz bereits im Braueimer entwickelt hat, ließ sich zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht mehr feststellen.

Um derartigen Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen, empfiehlt sich der Kauf von fabrikneuen Bierflaschen zum Selbstverkorken. Es gibt sie in verschiedenen Formen und Größen, die günstigsten kosten nur wenige Cents. Mit dem praktischen Handverkorkgerät und einer Tüte Kronkorken kann es losgehen: Flaschen in Position bringen, Kronkorken einlegen und mit einem Zug am Hebel fest und keimsicher verschließen.

Auch als Geschenk für Bierliebhaber eignen sich so abgefüllte und professionell verschlossene Flaschen natürlich besser als benutzte Flaschen. Für den persönlichen Touch des Geschenks kann man mit dem Drucker einfach selbst ansprechende Etiketten herstellen und diese mit Klebstoff/Klebestift befestigen. Voilà, guten Durst!


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Individuelles ID-Beer im Test

Individuelles Bier im TestMacht sich auch in freier Wildbahn gut: Unser individuelles Alkoblog-Bier.

Individuelles Müsli, individuelle Schokolade, individuelles Parfüm - und jetzt auch noch „individuelles” Bier? Genau das verspricht ein neues Start-Up-Unternehmen namens IDBeer. Wer jedoch vermutet, dass er auch auf den Geschmack des Bieres Einfluss nehmen kann, der irrt. Unter www.idbeer.de kann man sich aber mit einem handlichen Editor stylische Flaschenetiketten selbst gestalten und sich das so designte Bier unkompliziert nach Hause bestellen.

Der Etiketten-Konfigurator bietet hierfür zwei Modi: Man kann aus bereits gestalteten Vorlagen eine auswählen und selbst anpassen (also beispielsweise den Namen eines Freundes auf das Etikett setzen). Oder man gestaltet seine Etiketten komplett selbst. Dann stehen einem eine ganze Reihe Hintergrundbilder und Elemente (wie ovale Formen, Wappen, Schriften etc.) zur Verfügung. Diese kann man im Gestaltungsfenster zur gewünschten Collage zusammenschieben. Das Ganze basiert auf Flash und geht relativ flüssig. Nur beim Ändern von bereits erstellten Textfeldern taten wir uns schwer, auch das Skalieren von Grafiken kann etwas fummelig werden. Dafür können im Editor auch eigene Grafiken mit bis zu 2 MB hochgeladen werden, etwa ein persönliches Logo oder ein Foto. Ob mit Vorlage oder selbst designt - schnell kommt man zu überaus sehenswerten Ergebnissen.

Die IDBeer-Webseite unter idbeer.de
Die Webseite unter idbeer.de ist übersichtlich und gut zu bedienen.

Nicht so gut hat uns die Deklarierung im Onlineshop gefallen: Weder im Editor noch im Warenkorb wird auf die Füllmenge der Flaschen hingewiesen. Wer den kleinen Hinweis auf der Startseite nicht gelesen hat, der weiß so womöglich nicht, dass er nur 6×0,33 Liter statt 6×0,5 Liter Bier erhält. Auch wird der Literpreis des Gebräus nicht angegeben. Hier sollte ID-Beer dringend nachrüsten!

Für unseren Test haben wir den Jungs von ID-Beer die Gestaltung des Etiketts überlassen und uns überraschen lassen. Kurze Zeit später brachte uns der DHL-Bote ein kompaktes Paket mit sechs Flaschen von unserem „Alkoblog.de Feierabendbier”. Optisch macht das Bier einiges her: Die Sorte Export schwappt gelblich-glitzernd in der transparenten 0,33-Liter-Glasflasche und auch die Druckqualität der Etiketten weiß zu überzeugen. Mit einem Tintenstrahldrucker und Blanko-Etiketten kriegt man das vermutlich nicht so gut hin. Zudem müsste man dann erst mal Etiketten von vorhandenen Bierflaschen ablösen - eine lästige Arbeit.

Wir geben es zu: Noch nie ist uns das Warten auf einen Feierabend so lange vorgekommen, wie an diesem Tag. Doch dann war es endlich so weit, wir konnten unser - inzwischen auf Trinktemperatur heruntergekühltes - Feierabendbier der Sorte Export genießen.

Individuelles ID-Bier im Test
Ein Bier nicht nur für Couch-Potatoes: Frisches ID-Beer unter freiem Himmel.

Das Export wird ebenso wie das Pils in der Schlossbrauerei Au im bayrischen Hallertau gebraut. Exporttypisch ist es etwas kräftiger im Geschmack mit leichter Hopfennote. Das Bier hat einen angenehmen, weichen Nachgeschmack. Es ist definitiv ein eher leichtes Bier und daher vermutlich ideal für laue Sommerabende. Ein „Biererlebnis der besonderen Art” wie die Webseite es vollmundig verspricht, ist das Export aber nicht unbedingt: Andere Biere im mittleren Preissegment haben einen ganz ähnlichen Geschmack.

Prost: Das Bier ist lecker
Kritischer Blick: Kann das “individuelle” Bier unter den Augen der Tester bestehen?

Negativ fallen die sehr hohen Preise von idbeer.de auf: Sechs kleine 0,33-Liter-Flaschen mit individuell gestalteten Etiketten kosten inklusive Versand stolze 19,37 Euro. Das sind 3,23 Euro pro Flasche oder unglaubliche 9,69 Euro pro Liter (!). Für das gleiche Geld bekommt man im Getränkemarkt um die Ecke auch schon fast einen ganzen Kasten - und nicht in der schlechtesten Qualität. Und auch ein Biergarten-Besuch kommt bei gleicher Trinkmenge vermutlich billiger als das „individuelle” Bier.

Das Start-Up zielt aber vermutlich weniger auf Kastenkäufer und Biergartengänger, als auf Leute, die ein originelles und zugleich individuelles Geschenk suchen. Dafür sind die schicken Flaschen wirklich gut geeignet. Auch als Mitbringsel auf einer Party sorgt das ID-Bier sicher für Freude unter den Gästen. Am Geschmack gibt es nichts zu meckern: Das getestete Export-Bier war lecker, wenn auch nicht ganz so einzigartig wie die Webseite glauben machen will.

Fazit: Als trendiges Geschenk oder Mitbringsel ist das ID-Beer gut geeignet, aber auch sehr teuer. Daher ist die Motivation sich mehrmals „individuelles” Bier zu bestellen eher gering. Vor allem wenn - wie im Moment - nur Pils und Exportbier zur Wahl stehen. Etwas ausgefallener dürfte es für den Bier-Gourmet dann schon sein. Geschmacklich kann das getestete Export-Bier überzeugen, ohne jedoch neue Maßstäbe zu setzen.


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