Individuelles ID-Beer im Test

Individuelles Bier im TestMacht sich auch in freier Wildbahn gut: Unser individuelles Alkoblog-Bier.

Individuelles Müsli, individuelle Schokolade, individuelles Parfüm - und jetzt auch noch „individuelles” Bier? Genau das verspricht ein neues Start-Up-Unternehmen namens IDBeer. Wer jedoch vermutet, dass er auch auf den Geschmack des Bieres Einfluss nehmen kann, der irrt. Unter www.idbeer.de kann man sich aber mit einem handlichen Editor stylische Flaschenetiketten selbst gestalten und sich das so designte Bier unkompliziert nach Hause bestellen.

Der Etiketten-Konfigurator bietet hierfür zwei Modi: Man kann aus bereits gestalteten Vorlagen eine auswählen und selbst anpassen (also beispielsweise den Namen eines Freundes auf das Etikett setzen). Oder man gestaltet seine Etiketten komplett selbst. Dann stehen einem eine ganze Reihe Hintergrundbilder und Elemente (wie ovale Formen, Wappen, Schriften etc.) zur Verfügung. Diese kann man im Gestaltungsfenster zur gewünschten Collage zusammenschieben. Das Ganze basiert auf Flash und geht relativ flüssig. Nur beim Ändern von bereits erstellten Textfeldern taten wir uns schwer, auch das Skalieren von Grafiken kann etwas fummelig werden. Dafür können im Editor auch eigene Grafiken mit bis zu 2 MB hochgeladen werden, etwa ein persönliches Logo oder ein Foto. Ob mit Vorlage oder selbst designt - schnell kommt man zu überaus sehenswerten Ergebnissen.

Die IDBeer-Webseite unter idbeer.de
Die Webseite unter idbeer.de ist übersichtlich und gut zu bedienen.

Nicht so gut hat uns die Deklarierung im Onlineshop gefallen: Weder im Editor noch im Warenkorb wird auf die Füllmenge der Flaschen hingewiesen. Wer den kleinen Hinweis auf der Startseite nicht gelesen hat, der weiß so womöglich nicht, dass er nur 6×0,33 Liter statt 6×0,5 Liter Bier erhält. Auch wird der Literpreis des Gebräus nicht angegeben. Hier sollte ID-Beer dringend nachrüsten!

Für unseren Test haben wir den Jungs von ID-Beer die Gestaltung des Etiketts überlassen und uns überraschen lassen. Kurze Zeit später brachte uns der DHL-Bote ein kompaktes Paket mit sechs Flaschen von unserem „Alkoblog.de Feierabendbier”. Optisch macht das Bier einiges her: Die Sorte Export schwappt gelblich-glitzernd in der transparenten 0,33-Liter-Glasflasche und auch die Druckqualität der Etiketten weiß zu überzeugen. Mit einem Tintenstrahldrucker und Blanko-Etiketten kriegt man das vermutlich nicht so gut hin. Zudem müsste man dann erst mal Etiketten von vorhandenen Bierflaschen ablösen - eine lästige Arbeit.

Wir geben es zu: Noch nie ist uns das Warten auf einen Feierabend so lange vorgekommen, wie an diesem Tag. Doch dann war es endlich so weit, wir konnten unser - inzwischen auf Trinktemperatur heruntergekühltes - Feierabendbier der Sorte Export genießen.

Individuelles ID-Bier im Test
Ein Bier nicht nur für Couch-Potatoes: Frisches ID-Beer unter freiem Himmel.

Das Export wird ebenso wie das Pils in der Schlossbrauerei Au im bayrischen Hallertau gebraut. Exporttypisch ist es etwas kräftiger im Geschmack mit leichter Hopfennote. Das Bier hat einen angenehmen, weichen Nachgeschmack. Es ist definitiv ein eher leichtes Bier und daher vermutlich ideal für laue Sommerabende. Ein „Biererlebnis der besonderen Art” wie die Webseite es vollmundig verspricht, ist das Export aber nicht unbedingt: Andere Biere im mittleren Preissegment haben einen ganz ähnlichen Geschmack.

Prost: Das Bier ist lecker
Kritischer Blick: Kann das “individuelle” Bier unter den Augen der Tester bestehen?

Negativ fallen die sehr hohen Preise von idbeer.de auf: Sechs kleine 0,33-Liter-Flaschen mit individuell gestalteten Etiketten kosten inklusive Versand stolze 19,37 Euro. Das sind 3,23 Euro pro Flasche oder unglaubliche 9,69 Euro pro Liter (!). Für das gleiche Geld bekommt man im Getränkemarkt um die Ecke auch schon fast einen ganzen Kasten - und nicht in der schlechtesten Qualität. Und auch ein Biergarten-Besuch kommt bei gleicher Trinkmenge vermutlich billiger als das „individuelle” Bier.

Das Start-Up zielt aber vermutlich weniger auf Kastenkäufer und Biergartengänger, als auf Leute, die ein originelles und zugleich individuelles Geschenk suchen. Dafür sind die schicken Flaschen wirklich gut geeignet. Auch als Mitbringsel auf einer Party sorgt das ID-Bier sicher für Freude unter den Gästen. Am Geschmack gibt es nichts zu meckern: Das getestete Export-Bier war lecker, wenn auch nicht ganz so einzigartig wie die Webseite glauben machen will.

Fazit: Als trendiges Geschenk oder Mitbringsel ist das ID-Beer gut geeignet, aber auch sehr teuer. Daher ist die Motivation sich mehrmals „individuelles” Bier zu bestellen eher gering. Vor allem wenn - wie im Moment - nur Pils und Exportbier zur Wahl stehen. Etwas ausgefallener dürfte es für den Bier-Gourmet dann schon sein. Geschmacklich kann das getestete Export-Bier überzeugen, ohne jedoch neue Maßstäbe zu setzen.


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Trinkspiele: Bierathlon

Bierathlon Trinkspiele Blog
Streng bewacht, um Mogeleien zu verhindern:Die Biervorräte für einen Kastenlauf (Foto: evertdoome/sxc.hu)

Der wohl bekannteste Bierathlon bzw. Kastenlauf findet jedes Jahr in der Nähe von Basel in der Schweiz statt. Zwischen 2000 und 3000 Teilnehmer laufen mit einem Kasten Bier um die Wette. Logisch, dass ein großer Teil des Gebräus dabei schon auf dem Weg konsumiert wird. Der Kasten wird leichter, die Läufer immer voller… Hier sind die Regeln für euren eigenen Harassenlauf (schweizerisch für Bierkastenlauf).

Das braucht ihr: Einen Kasten Bier pro Team (am besten eignen sich 10er oder 11er Kästen, da man mit ihnen noch gut rennen kann), eine gute Strecke zum Laufen

So viele spielen: Mindestens zwei Teams á zwei Läufer, nach oben hin praktisch unbegrenzt.

So wird’s gespielt: Vorab legt ihr eine Laufstrecke fest, am besten so fünf bis acht Kilometer. Gut natürlich, wenn diese frei von Hindernissen (Ampeln, Straßen, Polizeiwache) ist. Ziel ist es nun, als Team von zwei Läufern möglichst schnell ins Ziel zu gelangen. Die Schwierigkeit: Jedes Team hat einen Kasten Bier mit dabei. Dieser muss unterwegs getrunken werden. Wer das Ziel zuerst erreicht und noch Flaschen im Kasten hat, muss diese unverzüglich austrinken! Unterwegs dürfen natürlich Pausen gemacht werden, es darf auch gegessen oder getrunken werden. Aber nicht vergessen, dabei die anderen Teams im Auge zu behalten, die ebenfalls ihr bestes geben.

Spielende: Wer als Erstes mit leerem Kasten und den gesammelten Kronkorken (Umweltschutz!) das Ziel erreicht ist der Sieger. Hat ein Team noch volle Flaschen muss es diese sofort austrinken, erst dann kann der Zieleinlauf gewertet werden.

Taktiken: Erfahrene Bierkisten-Athleten berichten von drei etablierten Taktiken. Erstens: möglichst schnell die Kiste zu trinken und dann mit dem leichten, leeren Kasten schnell ins Ziel zu laufen. Nachteil: Man ist schon ziemlich betrunken, wer weiß ob das mit dem schnell Laufen dann noch so gut geht…! Zweitens: Den Kasten möglichst schnell ins Ziel zu befördern und dann dort alles auszutrinken, bevor das nächste Team einläuft. Nachteil: Der Spaßfaktor leidet etwas, sitzend sein Bier trinken ist doch nur halb so lustig wie beim Laufen. Drittens: Ein ausgeglichenes Verhältnis aus Saufen und Laufen zu pflegen, was vermutlich auch den größten Spaß bringt!

Achtung: Das Spiel ist nicht ganz ungefährlich, hütet euch also vor Stürzen! Sollte es euch schlecht gehen, brecht den Lauf lieber ab - der Bierathlon soll schließlich Spaß machen und nicht eure Gesundheit gefährden.


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Die besten Biere Litauens (1)

Die besten Biere Litauens

Unser Auslandskorrespondent Sammy erforscht für uns die Welt der Biere. Diesmal war er für alkoblog.de in Litauen unterwegs und hat die dortigen Gebräue genauer unter die Lupe genommen - aber lest selbst seinen Bericht:

An diesem Wochenende kam ich nicht darum herum einfach mal das Litauische Bier auf den Pruefstand zu stellen. Ich entschied mich frei nach dem Motto: Drei Bier sind eine Mahlzeit, ich kauf immer vier ich will ja auch noch was trinken für vier Biere folgender Marken:

Nummer 1: Švyturio “Ekstra” schlägt mit fluffigen 5,2 Alkoholprozent und 2,38 Lita (0,69 Euro) zu Buche und ist somit das teuerste Bier im Test. Beim Öffnen strömte mir gleich ein herber Hopfengeruch in die Nase und auch der erste Geschmackstest bestätigte dies. Die ersten Schlucke wurden mit Genuss genommen, doch im Endergebnis muss gesagt werden, dass diese Bier nur wenig unterschiedliche Geschmacksnuancen aufweist und nach ungefaehr 2/3 der Flasche der Geschmack nicht mehr unbedingt zu gefallen weiß.

Nummer 2: “Fortas Draught” ebenfalls 5,2 Umdrehungen aber mit 1,69 Lita (0,49 Euro) das billigste Bier im Wettbewerb. Das Bier wurde als “erfrischend” empfunden, der weizenähnliche Geschmack (könnte Mais zum Einsatz gekommen sein) ist ungewöhnlich aber durchaus schmackhaft. Der Tester liess sich spontan zu der Aussage hinreissen: “Könnte man den ganzen Abend trinken.”

Nummer 3: Salyklinis “Horn Premium” immer noch 5,2 Prozent aber mit 1,99 Lita (0,58 Euro) ein bisschen teurer als sein Vorgänger. Zuerst muss erwähnt werden, dass die Aussprache der Biernamen mit zunehmendem Pegel immer schwieriger wurde. Dieses Bier wartete mit keinem besonderen Geschmackserlebnis auf, der Geschmack wurde mit “langweilig” angegeben. Der Tester meinte leicht berauscht: “Nisch gut!” trank aber dennoch aus.

Nummer 4: Lituviškas “Tauras” mit schlaffen 5,0 Prozent das schwächste Bier und mit 1,79 Lita (0,52 Euro) im Mittelfeld angesiedelt, wurde vom Geruch her als angenehm empfunden. Der Geschmack ist angenehm würzig und lecker. Der Tester würde dieses Bier durchaus noch einmal trinken. Vielleicht beim nächsten Biertest?

Es ergibt sich aus dem Test diese Rangfolge:
1. Šviesusis “Fortas Draught
2. Lituviškas “Tauras”
3. Švyturio “Ekstra”
4. Salzklinis “Horn Premium”

Wie geht es das nächste Mal weiter? Biertester und Auslandskorrespondent Sammy probiert mit Rinkuškių und Tauras Stipusis zwei weitere echte Spitzenbiere, die unsere litauischen Biercharts noch mal ordentlich durcheinanderwirbeln. Die besten Biere Litauens - Teil 2 gibt’s demnächst hier im Alkoblog. Prost!


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Der große Biertest Berlin

Die Flaschen liegen gleichmäßig gekühlt auf sechs Grad im Eisschrank, die Testpersonen (ein Politikstudent, eine angehende Zahnarzthelferin, ein Fremdsprachensekretär und eine passionierte Köchin) haben sich eingefunden, die Gläser stehen bereit, die Spannung steigt: An diesem Abend soll das beste Berliner Bier gekürt werden!

Doch schauen wir kurz zurück auf die Mittagszeit dieses denkwürdigen Tages, wo die Vorbereitungen für den Alkoblog-Biertest mit einem Einkauf bei Rewe und Reichelt begannen: Die Auswahl an Berliner Bieren ist hier überraschend groß, die ersten Vorentscheidungen fallen schon jetzt: Berliner Kindl Bockbier und Bürgerbrau Bernauer Schwarzbier schaffen es nicht in den Re-Call. Mit dabei sind hingegen folgende acht Flaschen (von links nach rechts):

Biertest Berlin Gruppenbild

1. Berliner Pilsner Bärenpils (Kindl Brauerei, Berlin) in 0,33l Flasche
2. Berliner Kindl Weisse in 0,33l Flasche (außer Konkurrenz)
3. Berliner Kindl Pils in 0,5l Flasche
4. Berliner Bürgerbräu Pils in 0,5l Flasche
5. Berliner Bürgerbräu Rotkehlchen in 0,5l Flasche
6. Berliner Pilsner (Berliner Pilsner Brauerei) in 0,5l Flasche
7. Potsdamer Rex Pils (Kindl Brauerei, Berlin) in 0,5l Flasche
8. Schultheiss Pilsener in 0,33l Flasche

Bewertungskriterien: Bewertet werden neben Geschmack auch Schaum, die Farbe des Gebräus und die Aufmachung der Flasche. Denn nur ein Bier welches mit ansprechendem Äußeren glänzen kann, wird überhaupt gekauft. Die Biere werden verdeckt ausgeschenkt, nur so lässt sich verhindern, dass die Tester vom Image des Bieres bei der Geschmackswertung beeinflusst wird.

Berliner Kindl1. Berliner Kindl Pils

Farbe: Die Gruppe einigt sich auf goldig-klar, der Politikstudent stellt fest: „Es handelt sich um ein helles Bier, aber je nachdem was noch kommt, muss man das differenziert betrachten”

Schaum: Ist gut, hält aber nicht allzu lange

Geschmack: Wird von den Testern einhellig gelobt. Tester S: „Ein süffiges Bier, das knapp am wässrigen vorbeischrammt”, Testerin J. findet hingegen gut, dass das Berliner Kindl Pils „nicht so bitter sei”. Auch bei C. kann das helle Bier punkten, sie lobt den würzigen Nachgeschmack: „Sehr angenehm und lecker!”

Flaschendesign: Die klaren Linie der Flasche wirken traditionell, einige vermuten es handle sich dabei um eine einfache „Arbeiterflasche”. Tester S. findet hingegen den Jungen der aus dem Bierglas guckt auf Anhieb sympathisch: „Mit dem wurde ich als kleines Kind immer verglichen!”

 

 

Bürgerbräu Rotkehlchen2. Berliner Bürgerbräu Rotkehlchen

Farbe: Ist einen Ton dunkler als das vorher getestete Kindl Pils, einige würden so weit gehen es „bernsteinfarben” zu nennen.

Schaum: „Definitiv eine Klasse besser”, sagt C. und beendet die Diskussion um unverzüglich zum Geschmackstest überzugehen.

Geschmack: Testerin C. trinkt einen großen Schluck und setzt dann ab: „Schmeckt süßlich-bitter, wenig differenzierter Geschmack”. Testerin J. findet den Nachgeschmack hingegen „einfach stumpf-bitter”. Bei den Mädels kann dieses Bier offensichtlich nicht punkten. Doch wie sieht es bei den Herren der Runde aus? Tester S. diagnostiziert: Es handelt sich um ein Herrenbier! Dem pflichtet sein Testkollege bei und fragt nach: „Wann gibt’s das nächste?”

Flaschendesign: Doch erst will das Design der kunstvoll rot ummantelten Bierflasche bewertet werden. Testerin J. findet die Farben schön: „Die rote Folie wirkt edel”. C. signalisiert ihre Ablehnung. Sie findet das Etikett zu altmodisch.

 

Schultheiss Pilsener3. Schultheiss Pilsener

Farbe: Testerin C. nennt sie „strohgelb”, Tester S. bezeichnet die Farbe kühn als „blond”

Schaum: Steht gut und ist ansonsten unspektakulär. Die Gruppe will lieber schnell den Geschmack bewerten (”sonst verdunstet uns das noch”)

Geschmack: Die Begeisterung über dieses Bier ist ausgesprochen groß und führt zu spontanen Lobbekundungen. „Frisch und belebend”, sagt J., Testerin C. würde es in jedem Fall „regelmäßig” trinken. Die Herren der Runde loben die Spritzigkeit und betonen fachkundig, es handle sich hier um ein leckeres Sommerbier.

Flaschendesign: Umso erstaunter sind alle, als das dröge Flaschendesign präsentiert wird. Tester S. hätte zuvor noch Stein und Bein geschworen dass es sich bei dem „kühlen Blonden” auf keinen Fall um ein Schultheiss handeln würde. Tester L. sieht an der Flaschenform und dem simplen Etikett dass es sich um ein „Bauarbeiter-Bier” handle. C. stimmt zu: „Sieht richtig billig aus”. Alle sind sich einig, dass sie so ein Bier niemals im Laden kaufen würden.

 

Potsdamer Rex Pils4. Potsdamer Rex Pils

Farbe: Wird als „Königlich-golden” bezeichnet

Schaum: Ganz ok, hält auch eine ganze Weile

Geschmack: Ist hingegen wenig königlich. Die Äußerungen der Tester reichen von „undefinierbar” bis hin zu „rostig” und „abgestanden”. Testerin J. rümpft die Nase: „Das hat kaum Kohlensäure, schmeckt irgendwie abgestanden”. So richtig austrinken mag dieses Bier keiner in der Gruppe.

Flaschendesign: Die Kindl-Brauerei die auch das Potsdamer Rex Pils produziert, setzt auf eine ungewöhnliche Farbgebung in blau. Das stößt auf geteilte Meinung: S. findet das Design „billig”, lobt aber den kurfürstlichen Kopf im Logo. Auch J. kann der Flasche nicht viel abgewinnen: „Da gibt es schönere”.

 

 

 

Berliner Bürgerbräu Pils5. Berliner Bürgerbräu Pils

Farbe: hell-goldig

Schaum: Zerfällt sehr schnell, sieht nicht besonders gut aus

Geschmack: Auch dieses Bier findet kaum Freunde unter unseren Testern. Vor allem C. sieht sich von der goldigen Farbe getäuscht: „Das ist total flau, prickelt kein bisschen”. Und auch S. und J. sind sich einig: „Selten so ein lasches Bier getrunken”. L. will hingegen einen hopfigen Nachgeschmack entdeckt haben. Beim nachprobieren korrigiert er jedoch seine Meinung: „Ne, ne da ist nichts!”

Flaschendesign: Das Etikett und die goldene Ummantelung des Bieres überzeugen hingegen. Die Banderole wird übereinstimmend als „edel” bezeichnet. Das Etikett mit der altdeutschen Schrift und der Abbildung eines alten Ratsherren vermittele Tradition und führt zu dem Eindruck, es handle sich hier um ein Bier für Männer.

 

 

Berliner Pilsner6. Berliner Pilsner

Farbe: Es ist ein eher helles Bier, die Tester einigen sich auf „strohgelb”

Schaum: Solide Leistung, nicht mehr und nicht weniger

Geschmack: Das wohl derzeit in Berlin am stärksten beworbene Bier fällt beim Geschmackstest glatt durch. „Bitter” ist wohl noch die freundlichste Äußerung in der Gruppe. S. sieht sogar „magenangreifende” Tendenzen und würde das Bier nur trinken, wenn am Ende eines langen, langen Abends absolut nichts anderes mehr da ist. L. wird hingegen lyrisch: „Der bittere Geschmack dieses Pilses gibt sich mit dem bitteren Nachgeschmack die Klinke in die Hand”, lallt er. Auch die Damen der Runde können sich für das bittere Bier nicht erwärmen.

Flaschendesign: Umso erstaunlicher, wie sich dieses Bild wandelt, als wir zur Bewertung des Äußeren kommen. Die weiblichen Tester finden die glatten Linien „elegant” und das Etikett “einfach schön designt”. Tester S. lehnt das Äußere als „zu luschig” ab und steigert diese Abwertung noch: Berliner Pilsner sei ohnehin „ein Tussenbier, was nur Mädchen trinken”.

 

 

Bärenpils7. Berliner Pilsner Bärenpils (von Berliner Kindl Brauerei)

Farbe: hell-gelb

Schaum: S. meint „fluffig” und unterstreicht diese Aussage mit einem Fingertest.

Geschmack: Weiß nicht zu überzeugen. S. findet es „wässrig und lau”, J. schmeckt zwar „eine Süße am Anfang” will es aber nicht austrinken. Auch Tester L. ist nicht überzeugt: „Im Nachgeschmack ist es irgendwie abgestanden und billig, kein Bier was man gerne trinkt”

Flaschendesign: Hier gehen die Bewertungen auseinander. Tester S. mag den Bären auf der Flasche („das hat richtig Stil”), Tester L. lehnt hingegen das Design als Ganzes ab: „Sieht billig aus und wenig innovativ. Würde ich mir im Laden nie kaufen.”

 

Der Alkoblog Biertest Berlin hat einen Überraschungssieger:

Das Schultheiss Pilsener aus der kleinen 0,33 Liter Flasche wusste die Tester mit seinem leichten, sommerlichen Geschmack vollends zu überzeugen. Und das obwohl das Image des Bieres eher schlecht ist (Tester L: “Bauarbeiterbier”), was sicher auch am eher unattraktiven Etikett liegt.

Aber auch die zweiten und dritten Plätze sind überaus trinkenswert. Berliner Kindl Pils und Berliner Bürgerbräu Rotkehlchen stehen hier fast auf gleicher Höhe. Das Mittelfeld bestreiten Rex Pils und Bürgerbräu Pils gemeinsam. Enttäuschend hingegen Berliner Pilsner und Bärenpils, die geschmacklich weit abgeschlagen hinter den anderen liegen.

Welches Fazit lässt sich aus dem ersten Alkoblog-Biertest ziehen:

1. Berlin hat einige echt leckere Biere

2. man sollte sie unbedingt alle selbst trinken, um seinen persönlichen Liebling herauszufinden

3. Berliner Weisse schmeckt wirklich nur mit Sirup gemischt, wird deshalb von uns außer Konkurrenz bewertet.

Und was sagen unsere tapferen Tester zum Schluß?
„War ein schöner Abend! Und nächstes Mal trinken wir uns durch ganz Europa! Haha!”

In diesem Sinne: Prost!


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In zehn Schritten zum eigenen Bier

Bier brauen

Bier ist unbestritten das beliebteste Getränk: Der durchschnittliche Deutsche konsumiert jedes Jahr über 115 Liter des köstlichen Gerstensaftes. Und doch wissen nur die wenigsten dass man mit relativ geringem Aufwand sein eigenes Bier selbst zuhause brauen kann. Ganz legal dürfen bis zu 200 Liter pro Jahr selbst hergestellt werden, ohne dass hierfü zusätzliche Steuern anfallen. Auch aufwendiges Malz abkochen ist fürs Erste nicht nötig: Fertige Extrakte helfen den Hobbybrauern bei ihrer Arbeit - mit ihnen gelingen Pils, Lager und Co. im Handumdrehen. Alkoblog zeigt jetzt die zehn Schritte zum eigenen Bier. Auf geht’s!

Benötigtes Zubehör:
Großen Gäreimer mit Deckel (20 bis 30 Liter) und Gummistopfen
Gärröhrchen und Ablaufhahn
Langen Löffel (hilft beim Umrühren)
Trichter (für das spätere Zugeben von Zucker in die Flaschen)
Wiederverschließbare Bügelflaschen (z.B. Flensburger oder Kulmbacher)
Desinfektionsmittel auf Sauerstoffbasis (z.B. Chemipro Oxi)

Benötigte Zutaten:
Flüssiges Malzextrakt
Haushaltszucker
Leitungswasser

Das meiste Zubehör bekommt man in verschiedenen Hobbybrauer-Onlineshops, die sich leicht über Google finden lassen. Dort stehen auch zahlreiche vorgefertigte Brauextrakte zur Auswahl. Ein Preisvergleich lohnt sich, mit Startersets kann man zudem häufig Geld sparen. Für Anfänger ist zum Beispiel dieses Brauset von Hopfen-und-mehr.de für um die 30 Euro (zuzüglich Versand) zu empfehlen.

Als Arbeitsort kann die Küche herhalten - Hauptsache der Raum hat Zimmertemperatur und ist sauber!

1. Auswahl: Welches Bier möchte ich brauen? Bei diesem ersten Schritt gibt es zunächst zwei Alternativen: Gewisse Anbieter verkaufen im Internet getrocknetes und gehopftes Malzextrakt, welches in Pulverform daherkommt. Meine Ergebnisse mit dieser Zutat waren eher mittelmäßig, das Bier hat ziemlich lasch geschmeckt.

Die weit verbreiteten flüssigen Malzextrakte in Dosenform sind hingegen zu empfehlen. Die Ergebnisse hiermit sind sehr gut, das Bier wird kräftig im Geschmack und in der Farbe. Insbesondere die Produkte von Muntons und Brewferm haben eine hohe Qualität, es stehen unzählige verschiedene Sorten (Pils, Weizenbier, Mönchsbier, Lager etc.) zur Auswahl.

2. Die Brauutensilien werden sorgsam mit dem Desinfektionsmittel (Anleitung beachten) desinfiziert.

3. Die Dose mit dem Konzentrat wird in warmem Wasser fünf Minuten stehen gelassen, damit ihr Inhalt etwas flüssiger wird. Wenn man das Erwärmen einmal vergisst, macht das aber nichts: Um die Malzreste aus der Dose zu bekommen, kann man sie auch einfach mit heißem Wasser halb füllen und dann in den Braueimer umfüllen.

4. Die meisten Rezepte sehen vor, dass bereits jetzt etwa ein bis drei Liter warmes oder kochendes Wasser zugegeben wird. Im Grunde genommen ist es egal, ob das Wasser kocht oder nur dampft, gekochtes Wasser ist jedoch hygienischer, kalkärmer (besserer Geschmack des Bieres) und keimfrei. Einige Rezepte empfehlen grundsätzlich mit abgekochtem Wasser zu brauen, was allerdings ziemlich energieaufwändig ist und Zeit frisst, da das Wasser auch wieder abkühlen muss, bevor die Hefe zugegeben werden kann.

5. Nun wird der Zucker, falls laut Rezept erforderlich, zugegeben und untergerührt. Dann wird mit kaltem Wasser aufgefüllt, bis die eigentliche Braumenge erreicht ist. Weniger Wasser bedeutet ein stärkeres, gehaltvolleres Bier, mehr Wasser ein dünneres Bier. Eine Dose Malzextrakt (1,5 Kg) reicht üblicherweise für 12-15 Liter Bier, es ist davon abzuraten das Extrakt mit Wasser und Zucker zu strecken.

6. Die beiliegende Trockenhefe (7g reichen für maximal 23 Liter Sud) wird aktiviert. Dazu gibt man sie zunächst in ein Glas mit lauwarmem Wasser, rührt um und wartet etwa 15 Minuten, bevor man sie in den großen Braueimer gibt. Der dort vorhandene Sud sollte nun zwischen 20 und 24 Grad warm sein, auf keinen Fall jedoch heißer, da sonst die Hefe stirbt. Die Hefe sorgfältig einrühren!

7. Der Eimer wird an einen Ort mit Zimmertemperatur gestellt, der Deckel mit Gärröhrchen fest aufgesetzt und dort vier bis sieben Tage lang stehen gelassen. Schon am ersten Tag sollte die Gärung beginnen und sich durch ein leicht hörbares Blubbern im Eimer bzw. durch das Aufsteigen von Bläschen mit Gärrohr ankündigen.

8. Die Flaschen werden mit heißem Wasser und dem Desinfektionsmittel (Chemipro Oxi) ausgespült und so für die Abfüllung vorbereitet. Laut Rezept kann man sie auch im 110 Grad warmen Backofen desinfizieren, was bei mir jedoch zum einzigen bisher verdorbenen Bier führte - es hatten bei dieser Methode scheinbar Keime überlebt.

9. Die Flaschen müssen abgekühlt sein, bevor nun mit dem Trichter in jede Flasche (0,5 Liter) ein halber Teelöffel Zucker gegeben wird. Dann wird das Bier aus dem Eimer mit Hilfe des Ablaufhahns in die Flaschen gefüllt, wobei nach oben hin noch etwa drei Zentimeter Luft in den Flaschen sein sollte, damit bei der nun folgenden zweiten Gärung ausreichend Platz für das sich ausdehnende Gebräu ist.

10. Nach etwa vier bis fünf Tagen werden die Flaschen in den Kühlschrank gestellt. Das Bier ist nach frühestens zwei Wochen trinkbar, eine längere Lagerung verbessert den Geschmack jedoch. Dunkle Biere benötigen zudem eine deutlich längere Reifezeit als helle Biere. Das Bier kann etwa ein halbes Jahr im Kühlschrank aufbewahrt werden. Filmempfehlung zum Trinkgenuss: „Werner - Gekotzt Wird Später”

Unser Alkoblog-Gastautor: Konstantin P., Student und Hobbybrauer mit einschlägiger Erfahrung bei der Bierherstellung und Abfüllung.


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