Cocktails

Veröffentlicht am 25. September 2015 | fdctsevilla/flickr; Harry Johnson

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Klassiker mit Pferdeschwanz: Horse’s Neck Cocktail mixen

Brandy oder Bourbon, Ginger Ale, zwei oder drei Spritzer Bitters  und ein schmaler Streifen Zitronenschale, der keck über dem Glasrand hängt. Kaum ein Drink kommt so entspannt und easy daher wie der Horse’s Neck. Doch woher und von wann stammt dieser klassische Cocktail?

Im Internet wird immer wieder auf „Harry Johnson’s Bartenders‘ Manual“ von 1888 verwiesen. Der New Yorker Barkeeper Harry Johnson sammelte in seinem Handbuch nicht nur akribisch alle möglichen Cocktails, sondern gab auch Tipps zum Umgang mit Getränken und zu den „Ersten Pflichten des Bartenders nach Eröffnung des Locales am Morgen“. Doch die Sache mit dem Horses Neck Cocktail hat einen Haken: In der 1888er Ausgabe findet sich der Drink nicht. Ebenso wenig in der Vorgängeredition von 1882.

Der Horse’s Neck: Ein klassischer Cocktail der 1890er Jahre

Da es doch eher unwahrscheinlich ist, dass Harry Johnson einen so beliebten Klassiker übersehen hat, ist zu vermuten, dass der Horse’s Neck doch erst in den 1890er Jahren in Mode kam. Und tatsächlich findet sich der Drink in der Auflage von 1900 direkt zwischen Saratoga Cooler und Eye Opener:

horseneck-cocktail

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die relativ laxe Beschreibung des Rezeptes: So kann Whiskey, Rye, Scotch oder irischer Whiskey verwendet werden. Das macht je nach gewählter Marke einen ziemlich großen Unterschied.

Auch die Messweise der Spirituose in Weingläsern erscheint für uns heute irritierend. Allerdings weist Harry Johnson in einem einleitenden Kapitel des Buches darauf hin, dass es sich hier nur um das Misch- bzw. Serviergefäß handelt und zum Abmessen sehr wohl ein „Jigger“ genanntes Cocktailmaß verwendet werden soll. Das Auffüllen mit Sprudelwasser oder Ginger Ale scheint eher optional gewesen zu sein – man trank seine Drinks zu dieser Zeit noch eher hart und mit starkem Fokus auf den Spirituosen.

Bleibt nur noch zu klären, warum der Cocktail Horse’s Neck, also Pferdehals, heißt: Vermutlich spielt hier die hohe Glasform eine Rolle. Schaut man sich den Drink von der Seite an, kann die über den Glasrand hängende Zitronenschale tatsächlich den Eindruck eines Pferdekopfes vermitteln – je nach Trunkenheit des Betrachters natürlich…

Horse’s Neck Rezept zum selber mixen

Das brauchst du: makers-mark-horse-neck

– 4 cl Bourbon Whiskey (z.B. Maker‘s Mark)
– ca. 150 ml Ginger Ale
– 1-2 Dashes Bitters (z.B. Ferdinand’s)
– 1 Zitronen- oder Orangenschale

So geht’s:

Eis und Bourbon in das Longdrinkglas geben, mit Ginger Ale aufgießen und die Spritzer Bitters dazu. Die Schale mit einem Zestenschäler oder ganz einfach einem Obstmesser dünn abziehen und über den Glasrand garnieren. Fertig!

Kurioser Fakt zum Schluss: Das Grab des legendären Bartenders Harry Johnson soll sich dem Drinkmix-Blog zufolge auf einem Friedhof in Berlin-Mariendorf befinden. Hier mehr dazu.


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Über den Autor

Lukas

ist immer auf der Suche nach neuen Geschmackserlebnissen. Der Gründer des Alkoblogs liebt intensiven und abwechslungsreichen Whisky und Bourbon. Im Test stellt er aber auch andere Spirituosen wie Rum oder Gin auf die Probe. Und in der Bar darf es auch mal ein klassischer Cocktail sein.


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