Veröffentlicht am 2. Juni 2017 | von Samuel

Erde, Wind & Feuer: Highland Park Fire Edition 15 Jahre im Test

Diese Kostüme: Gold funkelnde Westen auf schweißglänzender Brust, Tücher in Regenbogen-Optik, dazu knallrote Leggins. Dieser Sound: Ein stampfender Disco-Beat, kreischende Stimmen, der Refrain eingängig. „Boogie Wonderland“ war 1979 ein riesiger Hit für die Gruppe Earth, Wind & Fire. Der Song gilt heute als ikonisch für die Disco-Ära der 1970er Jahre und wird immer wieder gecovert.

„Ich bin so heiß wie ein Vulkan“, scheint diese Flasche zu sagen

Ikonisch ist das Stichwort, denn auch der neue Highland Park Fire macht optisch viel her: Eine knallrote Flasche umschlossen von einem schwarzen Gestell, dass an einen Ascheberg erinnert. Zweifellos ein Vulkan kurz vor dem Ausbruch. Zum Glück ist der Korken noch drauf, sonst würde der Whisky wie heiße Lava in den Raum explodieren…

Nun gibt es zwar noch keine Highland Park Earth Edition oder Wind Edition, so unwahrscheinlich wäre es aber gar nicht. Schließlich hat die Destillerie von der rauen schottischen Insel Orkney mit der Highland Park Ice Edition schon gut vorgelegt. 17 Jahre reifte der im Ex-Bourbon-Fass und konnte im Tasting überzeugen: Zitronenpfeffer, Bitterorange, Sahne und Salbei schmeckten wir aus dem Single Malt unter anderem heraus.

Zunächst soll es aber bei Eis und Feuer bleiben. Gemäß Ankündigung bildet die Highland Park Fire Edition das Ende der zweiteiligen Serie. Wer beide besitzt, hat also schon eine vollständige Serie.

Der Highland Park Fire reifte in Ex-Portweinfässern

Für heiße Aromen soll eine 15-jährige Reifung in ehemaligen Portweinfässern sorgen. Das ist durchaus bemerkenswert: Die meisten Whiskys kriegen Zeit ihres Lebens nur Ex-Bourbon- und Ex-Sherry-Casks zu sehen. Die Verwendung von Ex-Portweinfässern ist hingegen eher selten. Der markante Geschmack des Ports ist nicht gerade leicht mit dem des Whiskys zu vermählen, schnell entsteht ein Übergewicht und der Malt schmeckt nur noch nach dem Vinho do Porto. Dennoch gibt es einige Beispiele für gute Whiskys mit Port-Finish wie z.B. den Ardmore 12 Jahre Portwood oder den Glenmorangie Quinta Ruban.

Bei Highland Park hat man sich nicht mit einem Finish zufrieden gegeben, nein der „Fire“ durfte gleich 15 Jahre in den Portwein-Casks reifen. Ein mutiges Experiment, welches nun den Weg in die schicke Flasche findet. Die limierte Edition mit immerhin 28.000 Flaschen wird ohne Kältefiltrierung und ohne Farbstoff mit 45,2 Prozent Alkohol abgefüllt.

Unser Tasting des Highland Park Fire Edition 15 Jahre

Wie riecht er?

Der Highland Park Fire findet seinen Groove mit süßlichen Noten von Honig, Vanille, Karamell und auch roten Beeren wie Kirschmarmelade, Cassis und Himbeeren. Die Aromen von Schokolade, nussigem Eichenholz sowie Kardamom und Zimt tanzen einen würzigen Beat im Nosing-Glas. Der Duft ist zudem leicht mineralisch. Trockenfrüchte wie Aprikosen und Pflaumen könnten vom Port herrühren. In jedem Fall sorgt der portugiesische Süßwein für einen fast sirupartigen Geruch, der Würze und Süße in sich vereint.

Wie schmeckt er?

Kommt es jetzt zum Vulkanausbruch? In jedem Fall stampft der Wikinger von Orkney kräftig auf. Kohlige, mineralische und torfig-rauchige Noten machen ordentlich Dampf. Ein Whisky wie ein Disco-Beat! Fruchtige und süße Aromen blitzen wie bunte Kostüme aus der Dunkelheit auf. Wir schmecken Schokoladenpudding und gebackene Pflaumen sowie Vanille. Darüber hinaus rote Beeren wie Himbeeren und Cassis. Im Abgang treten die süßen Noten zurück, der Highland Park schmeckt nun leicht pfeffrig und feurig, geht dann in Eichenholz und Rauch seinen gelungenen Abschluss.

Alkoblog.de Whisky-Test: Highland Park Fire Edition

Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Samuel: So wie Earth, Wind und Fire eine Ikone der Disco-Ära waren, so möchte auch der Highland Park eine Ikone des Whiskys sein. Bei der Fire Edition stimmt dabei nicht nur die Optik: Geschmacklich feuert der Whisky-Vulkan neben viel Rauch auch vielschichtige fruchtig-süß-würzige Portwein-Noten ins Glas. Der Orkney Single Malt ist dabei ausgewogen und gut durchkomponiert. Fortgeschrittene Genießer können immer wieder neue spannende Aromen in ihm entdecken, Sammler erhalten eine schöne, limitierte Flasche für ihre Vitrine. Der Preis liegt bei 230-300 Euro.

4.1



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Über den Autor

Samuel

mag besonders fruchtige Speyside-Whiskys und rauchige Single Malts von Islay. Hin und wieder findet auch ein leckerer Karibik-Rum den Weg in sein Nosing-Glas. Im Test redet Sam Klartext.


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