Whisky

Veröffentlicht am 28. Februar 2015 | Foto: Alkoblog

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Besuch aus dem hohen Norden: Highland Park 18 Jahre im Test

Das Jahr fängt gut an in Sachen Whisky: Nach dem Lagavulin 16 Jahre kommt jetzt ein weiterer Klassiker in unser Glas – der Highland Park 18 Jahre. Unter Whisky-Genießern hoch im Kurs, von Bloggern geliebt und noch dazu mit Traumwertungen bei Connosr ausgezeichnet. Die Vorschusslorbeeren füllen so viele Büsche, dass man die Flasche dahinter fast gar nicht mehr sieht! Wir haben das Dickicht gelichtet und uns den Weg zum Highland Park 18 freigekämpft. Ob sich der Weg gelohnt hat, erfahrt ihr in unserem Whisky-Test.

Highland Park ist die nördlichste Destillerie Schottlands und liegt auf der Insel Orkney. Zwischen grünen Wiesen, schroffen Klippen und jeder Menge Schafen wird hier ein Whisky gebrannt, der für seine Kombination aus Rauch und Frucht bekannt ist. Zuletzt machte Highland Park allerdings vor allem mit verschiedenen No-Age-Statements von sich reden. Diese konnten nicht immer überzeugen, wie etwa unser Test des Dark Origins belegt. Das „Geheimnis“ von Highland Park liegt in den Fässern: So lagert der Whisky in Bourbon-Fässern und wird zum Abschluss mit Whisky aus First und Second-Fill-Sherryfässern gemischt. Dennoch hat jeder Tropfen des Whiskys mindestens 18 Jahre in einem Holzfass verbracht.

Highland Park 18 in unserem Whisky-Test

Wie riecht er?

Gugelhupf (Foto: Vincen-t / Flickr)

Der Highland Park 18 erinnert in Geruch und Geschmack an einen Gugelhupf (Foto: Vincen-t / Flickr)

Dieser Whisky fühlt sich an wie das Ende einer langen Reise: Du steigst aus dem Zug und merkst – ich bin angekommen! Das warme Willkommen wird eingeleitet von einer fruchtigen Süße, dem Geruch von reifen Pfirsichen, eingelegten Rosinen und Marmelade. Dazu getrocknete Aprikosen und etwas tropische Mango. Auch der Sherry ist zu riechen. Die eigentliche Überraschung liegt aber in den Gebäckaromen. Ich rede hier nicht von Aufbackbrötchen, sondern von feinen Backwaren: Der Highland Park 18 riecht wie elsässischer Gugelhupf mit Rosinen. Vielleicht auch wie ein Brioche. Und wer die „Kuhbonbons“ von früher kennt, wird sich beim Nosing vielleicht auch an diese erinnert fühlen.

Wie schmeckt er?

Es liegt nicht nur an dem mit 43 % moderaten Alkoholgehalt, dass der Highland Park 18 ausgesprochen gut trinkbar ist. Nein, es ist die Mischung der Aromen, die uns von Beginn an überzeugt: Mit Rauch, Kohle und Asche zeichnet der Highland Park zunächst das Bild eines klassischen Insel-Whiskys. Die Aromen sind dabei angenehm mild und sehr harmonisch eingebunden. Auch geizt der Single Malt nicht mit maritimen Aromen: An Pökelfleisch und Salzheringe erinnert der Geschmack – ein trockener, eher ernster Genuss. Sogar eine Brise Diesel und Schweröl glauben wir geschmeckt zu haben. Das hält den Highland Park 18 aber nicht davon ab, noch eine weitere Aromenwelt zu eröffnen: Das Gebäck in Form des Gugelhupfes mit Rosinen findet sich auch hier wieder und wird durch den Sherry abgerundet. Mit einem langen rauchigen Finish verabschiedet sich dieser außergewöhnliche Malt. Zumindest bis zum nächsten Glas…

Wir danken Whiskyonline24 für die Zusendung des Highland Park 18 Jahre. 

Alkoblog.de Whisky-Test: Highland Park 18

Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Samuel: Der Highland Park 18 ist ein Gentleman-Whisky wie er im Buche steht: Ein gefestigter, reifer Single Malt mit ausgeprägten Aromen und viel Charakter. Spannend fanden wir neben den Gebäcknoten vor allem die Mischung aus Rauch, Torf und Sherry. Ein großer Vertreter der klassischen Age-Statement-Whiskys, der jede Bar bereichert.

4.6



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Über den Autor

Samuel

mag besonders fruchtige Speyside-Whiskys und rauchige Single Malts von Islay. Hin und wieder findet auch ein leckerer Karibik-Rum den Weg in sein Nosing-Glas. Im Test redet Sam Klartext.


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