Whisky

Veröffentlicht am 10. Februar 2014

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Highland mit Honig: Glenmorangie Nectar d’Or 12 Jahre im Test

Die Highland-Destillerie Glenmorangie ist für zwei Sachen bekannt: Zum einen für ihre außergewöhnlich hohen Brennblasen. Mit über fünf Metern Höhe zählen sie zu den höchsten Konstruktionen überhaupt und sollen den Whisky besonders mild machen. Zum anderen ist es die Technik des Finishings, welche Glenmorangie von anderen schottischen Destillerien unterscheidet.

Seit einiger Zeit schon setzt man bei Glenmorangie nicht mehr nur auf Single Malts mit Altersangabe (der klassische 10-jährige sei hier ebenso erwähnt wie die 18 und 25 Jahre alten Malts) – bei der Nachlagerung oder dem “Finishing” wird der Whisky einen Teil seiner Lagerzeit in speziellen Fässern aufbewahrt. Diese wurden vorher bereits zur Lagerung etwa von Sherry, Portwein, Madeira oder Burgunder verwendet. Füllt man den jungen Whisky in solch ein vorgeprägtes Fass, so gibt dieses seine Aromen an den Whisky ab. Auf diese Weise kann man einen Single Malt zum Beispiel mit einem Sherry-Finish ausstatten, welches sich hervorragend mit den bereits vorhandenen Noten des Whiskys ergänzt.

Im Fall des Glenmorangie Nectar d’Or (übersetzt “goldener Nektar”) wurden alte Sauternes-Fässer ausgewählt. Die französische Region ist bekannt für ihre edelsüßen Weißweine. Dem Nectar d’Or sollen die alten Weinfässer einen ganz besonderen, lieblichen Charakter verleihen.

Hohe Brennblasen in der Glenmorangie-Destillerie (Foto: Hajotthu / wikipedia.org)

Glenmorangie Nectar d’Or im Tasting

Glenmorangie Nectar DorIm Glas schimmert der 12 Jahre alte Single Malt hell und fast honigfarben. Der Duft ist leicht, fruchtig und weckt die Erinnerung an Aprikose oder reifen Pfirsich. Wir probieren – und werden erneut überrascht: Auf dem Gaumen wünschen uns Honig und Vanille einen guten Abend, angenehm mild ist der Nectar d’Or obendrein. Auch beim zweiten Schluck ist der Malt sehr fein und fast samtig. Ein cremiges Mundgefühl zeichnet den Glenmorangie aus und sorgt dafür, dass uns der Scotch an einen guten südamerikanischen Rum (wie den Ron Botucal) erinnert. Neben den sehr feinen Wein-Nuancen (hier kommen die Sauternes-Fässer zum Tragen) prägen dezente Eichenholznoten das Bild. Alles in allem ist der Nectar d’Or ein sehr leichter und ungemein eleganter Whisky. Fast schade, dass wir nur eine Miniatur zum Tasting hatten – diesen Scotch hätten wir den ganzen Abend genießen können.

Nicht nur wir geben dem Glenmorangie Nectar d’Or gute Noten: Auch Whisky-Experte Jim Murray ist sehr angetan. In seiner Whisky Bible heißt es: “Schön zu sehen, dass französische Fässer einen Whisky eben doch veredeln können – das ist ein seltener Fund! Ein Paradebeispiel einer unerhört guten Balance aus süßen und trockenen Aromen.” Dem kann man nichts mehr hinzufügen…

Alkoblog.de Testergebnis

Gestaltung
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit: Samtige Eleganz in Vollendung - der Glenmorangie ist ein wundervoller Begleiter zum Dessert. Das Sauternes-Finishing bringt milde und süße Aromen zum Vorschein, die den Nectar d'Or zu einem besonders feinen Whisky machen. Lediglich Fans von rauchigen Tropfen kommen nicht auf ihre Kosten.

4.1


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Über den Autor

Lukas

ist immer auf der Suche nach neuen Geschmackserlebnissen. Der Gründer des Alkoblogs hat sich auf guten Whisky und Rum spezialisiert. Vor allem die rauchigen Malts aus Islay und die fruchtigen Whiskys der Speyside haben es dem Berliner angetan.


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