Japanischer Whisky

Veröffentlicht am 6. September 2015 | Foto: Alkoblog

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Easy when you’re big in Japan: Hibiki 12 Jahre im Test

Na herzlichen Dank, Jim Murray! Da lobt der PR-verliebte Whisky-Papst die japanischen Malts über den Klee, schon kriegen sich die Preise nicht mehr ein. Seit dem Erscheinen der Whisky Bible 2014 sind viele Japaner glatt durch die Decke gegangen! Grund ist die enorm gestiegene Nachfrage bei gleichzeitig begrenztem Angebot. Viele Destillerien haben einfach nicht mehr genug ältere Fässer auf Lager. Schnell wurde die Hibiki-Range um einen No-Ager mit Touri-Souvenir-Bezeichnung „Japanese Harmony“ ergänzt.

Warum nicht mal den Haig Club hypen, Mr. Murray?

Bleibt nur die Hoffnung, dass Jim Murray in der diesjährigen Bibel vielleicht einfach mal den Haig Club von Fußball-Star David Beckham zum feinsten Tropfen kürt. Der soll zwar super mies sein (wir haben bisher auf ein Tasting verzichtet), aber wir könnten dann wenigstens wieder in Ruhe die wirklich vorzüglichen Age-Statements aus Japan genießen. So zum Beispiel den Hibiki 12 Jahre der Yamazaki-Destillerie. Der wird – wie der Hibiki 17 Jahre – aus 30 verschiedenen Whiskys hergestellt.

hibiki-12-flascheDiese Whiskys stammen jedoch keinesfalls alle von unterschiedlichen Destillerien, wie es in Schottland der Fall wäre. Vielmehr produziert Yamazaki mit einer flexiblen Brennanlage (verschiedene Pot Stills) sehr viel verschiedene Tropfen für das Blending selbst. Variationsmöglichkeiten bietet dabei auch die Lagerung des Whiskys, hierfür kommen Fässer aus spanischer, amerikanischer und der heimischen japanischen Eiche zum Einsatz. Für den Hibiki 12 Jahre werden Malts von Yamazaki und Hikushu verwendet, der Grain-Whisky stammt von der Chita-Destillerie (alle Beam Suntory).

Hibiki 12 Jahre im Tasting

Wie riecht er?

Typisch für japanische Whiskys sind die milden, ausgewogenen Aromen. Sehr blumig und mit viel reifen Früchten schickt uns dieser Whisky auf die Reise in Richtung Osten. Wassermelone, Pfirsich und Ananas sind zu riechen. Dabei ist der Whisky betont sachlich, harmonisch, ausgewogen und zurückhaltend. Subtil kommen Zimt und Holz, sowie etwas von Mamas Gugelhupf zum Vorschein.

Wie schmeckt er?

Dieser Whisky braucht Zeit. Wer den Hibiki 12 zu schnell genießt, wird die vielen feinen und feinsten Nuancen des Malts kaum entdecken können. Mit Pfirsich und Melone gelingt ein fruchtiger Auftakt mit leicht tropischen Einschlag. Deutlich tritt dann frischer Birnensaft hervor, auch Blütennektar und Waldhonig sind in der Mischung enthalten. Ein leichter und süßer Whisky, der erst im Abgang durch feine Holznoten einen Herbekick erfährt. In der Blindverkostung würden wir den Hibiki 12 Jahre in jedem Fall älter schätzen – keine Spur von New Make oder Fehlnoten ist zu schmecken. Der Altersunterschied zum Hibiki 17 macht sich nur in der etwas geringeren Komplexität des japanischen Jungspunds bemerkbar. Ein weiterer exquisiter Japaner der die hohe Klasse der Whiskykultur im Land der aufgehenden Sonne aufzeigt.

Alkoblog.de Whisky-Test: Hibiki 12 Jahre

Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Samuel: Wer den Hibiki in die Top-Riege der internationalen Whiskys einsortiert, liegt absolut richtig: Der 12-jährige Malt lässt manchen gleichaltrigen Schotten nackt im Regen stehen. Exquisite, feine und perfekt abgestimmte Aromen zeichnen den Japaner aus. Einziges Manko ist der recht hohe Preis von rund 80 Euro pro Flasche - der jedoch in Zukunft noch weiter steigen könnte.

4.3



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One Response to Easy when you’re big in Japan: Hibiki 12 Jahre im Test

  1. Freddy says:

    Hi Sam,

    sehr schöner Artikel, ich habe den Hibiki 12 auch vor ein paar Wochen auf meinem Blog getestet, für mich ein sensationeller Whisky, handwerklich einfach super stark, was die Japaner da machen. Schade, dass durch die hohe Nachfrage der Whisky aus Nippon so wahnsinnig teuer geworden ist, ich hatte Glück und habe meinen für etwas über 60 Euro bekommen.

    Ich finde auch die Flasche macht echt was her, der schwere Korken der in Glas eingefasst ist lässt den Whisky schon vor dem Einschenken super edel wirken.

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Über den Autor

Samuel

mag besonders fruchtige Speyside-Whiskys und rauchige Single Malts von Islay. Hin und wieder findet auch ein leckerer Karibik-Rum den Weg in sein Nosing-Glas. Im Test redet Sam Klartext.


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