Whisky

Veröffentlicht am 6. April 2016 | Foto: Alkoblog

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Kein alter Hut: Hankey Bannister Original im Test

Meine unschuldige Ausrede im Urlaub: „Was soll ich denn die restliche Fremdwährung mit nach Hause schleppen!?“ ist zugegeben mittlerweile etwas abgenutzt. Manch einer behauptet glatt, ich hätte absichtlich immer noch etwas Geld übrig. Nur, um dann im Duty Free-Bereich gut begründet noch ein vermeintliches Schnäppchen schlagen zu können. Als ich mir letztens eine Literflasche Hankey Bannister Original, für umgerechnet gerade mal 14,50 Euro schnappte, hatte ich allerdings schon ein komisches Gefühl.

Hankey Bannister Original: Ein Whisky-Blend Schnäppchen?

Wie gesagt war ich dem Hankey Bannister gegenüber skeptisch. Immerhin sind 14,50 Euro für einen Liter Whisky nicht viel. Das entspricht, auf eine handelsübliche 0,7 Liter Flasche gerechnet, einem Preis von etwas über 10 Euro. Für diesen Preis ist der Hankey Bannister Original im übrigen auch im Onlinehandel erhältlich. Man hat also im Duty Free, wenn überhaupt, wohl nur einen sehr geringen Preisvorteil. Nicht verwunderlich bei diesem Kampfpreis. Aber kann man hier dennoch einen qualitativ guten Whisky-Blend erwarten? Reiht er sich geschmacklich ein in die maue Reihe der günstigen Discounter-Whiskys oder doch eher beim immerhin schon soliden Johnnie Walker Red Label?

Mr-Hankey-Mr-Bannister

Über 250 Jahre Whisky Tradition mit den Herren Hankey und Bannister. (Foto: hankeybannister.com)

Lange Unternehmenshistorie bei Hankey Bannister

Tatsächlich ist es schon über 250 Jahre her, dass die beiden Herren Hankey und Bannister eine Wein- und Spirituosenhandlung im edlen Londoner West End gründeten. Whisky war damals häufig noch ziemlich rauer Stoff und die Qualität stark schwankend. Auch aus diesem Grund wurden Whiskys, die durch die Verblendung eine einigermaßen konstante Qualität aufweisen konnten, beliebt. Im 18. Jahrhundert bestanden Blends übrigens noch vollständig aus Malt Whiskys, erst 1860 wurde die Beimischung von günstigerem Grain Whisky in Blends erlaubt. Ob die Qualität bei Hankey Bannister auch heute noch stimmt wollen wir nun im Tasting herausfinden:

Unser Tasting des Hankey Bannister Original

Wie riecht er?

Man kann nicht gerade sagen, dass der Hankey Bannister im Nosing starkes Geschütz auffahren würde. Zahm, leicht, getreidig-malzig und mit leichter Süße präsentiert er sich hier. Unangenehme Nuancen treten vorerst jedoch nicht hervor. Zitronennoten und etwas Vanille ist wahrnehmbar. Nach etwas Standzeit kommt dann eine leichte Klebstoffnote „wie Uhu-Alleskleber“ hervor, welche wohl vom enthaltenen Grain Whisky stammt. Im Durchschnitt soll der Whisky im Hankey Bannister allerdings etwa 5 Jahre reifen. Zum Abschluss riechen wir Noten von hellem Holz. Insgesamt ist der Geruch nicht spektakulär aber auch nicht unangenehm.

Wie schmeckt er?

Auch im Geschmack ist der Whisky-Blend leicht und zurückhaltend. Leicht süßlich und würzig. Ohne jedoch ganz klare Aromen im Mund zu hinterlassen. Die Süße erinnert ein wenig an Honig und helle Weintrauben. Zudem ist eine leichte kohlige Note, sowie trockenes helles Holz zu schmecken. Auch der junge Alkohol kommt wieder durch, ohne jedoch groß zu stören. Die geschmackliche Balance des Whiskys ist gut und der langanhaltende leicht malzig-bittere Abgang mit Zitrone und Vanille im Mund ist gefällig. Der Hankey Bannister gefällt mir insgesamt, im Vergleich, zum Beispiel besser als der durchaus beliebte Ballantines Finest Blended Whisky.

Alkoblog.de Whisky-Test: Hankey Bannister Original Blended Whisky

Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Samuel: 250 Jahre und nichts verlernt. Der Hankey Bannister Original ist ein Whisky-Blend der kein Feuerwerk abbrennt. Den man aber durchaus entspannt nebenbei trinken kann, ohne sich groß konzentrieren zu müssen. Ein Easy-Drinking-Whisky der besser ist als die billige Discounter-Schiene und sich mit Johnnie Walker Red Label und Co vergleichen kann. An diesem Preissgement sollte man ihn messen. Falls im Duty Free noch Devisen übrig sind ein gutes Mitbringsel.

3.3



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Über den Autor

Samuel

mag besonders fruchtige Speyside-Whiskys und rauchige Single Malts von Islay. Hin und wieder findet auch ein leckerer Karibik-Rum den Weg in sein Nosing-Glas. Im Test redet Sam Klartext.


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