Das Leben als hochbezahlter Profifussballer ist schon hart. Viele Jahre hält man für seine Fans die Knochen hin, doch mit Ende dreißig heißt es spätestens Schicht im Schacht. Was hat man dann davon? Kaputte Knochen. Teure Autos, Luxus-Villen, schöne Frauen und ein paar Milliönchen können darüber natürlich nur schwerlich hinwegtrösten. Geld macht ja bekanntlich nicht unbedingt glücklich, schafft dafür aber umso mehr Möglichkeiten.

Viel Geld und viel Freizeit: Was tun?

Was also tun, wenn man auf einmal gleichzeitig viel Freizeit und dazu noch jede Menge Geld hat? Man sucht sich ein nettes Hobby. Manch ein Ex-Profifussballer spielt (wie langweilig) einfach nur Golf, andere machen es wie Lothar Matthäus und heiraten einfach fünf Mal, quasi hobbymäßig. Gar nicht mal so wenige, wie die britische Fussball-Legende George Best, bringen ihren  materiellen Wohlstand einfach schnellstmöglich durch: „Ich habe viel von meinem Geld für Alkohol, Weiber und schnelle Autos ausgegeben. Den Rest habe ich einfach nur verprasst!“ Abenteuerlustigere werden hingegen zu Zockern und testen auf eigene Faust die Grenzen des deutschen Strafvollzugs.

Aber es gibt auch vermeintlich erfolgreichere Beispiele wie David Beckham. Das sportliche Sexsymbol der 1990er-Jahre bewirbt nach der Karriere unter anderem erfolgreich Wäschekollektionen. Ein neues und ganz heißes Hobby des Mr Beckham ist jedoch die werbewirksame Beteiligung und Vermarktung von Whisky, dem Haig Club. „Oh Gott!“ Hört man da den anspruchsvollen Whiskygenießer schon rufen. „Muss das sein?“ Ohne vorgreifen zu wollen: Es muss anscheinend, leider.

Haig Club: Feinster Scotch Single Grain Whisky

Dabei hört sich die Geschichte am Anfang noch ganz gut an. Zwar kann man beim Wort „Grain Whisky“ schon skeptisch werden, jedoch genießen zum Beispiel japanische Grain Whiskys (Nikka etc.) teilweise einen hervorragenden Ruf. In Schottland fristen Grain Whiskys (diese dürfen, neben Gerste, auch aus anderen Getreiden im schnelleren und billigeren Patent-Still-Verfahren hergestellt werden), ein Schattendasein, sie werden überwiegend in Blends verwendet.

Dennoch hat das House of Haig nach eigenen Angaben immerhin eine Destilleriegeschichte die bis in das Jahr 1627 zurückreicht. Genug Erfahrung also, um einen hochwertigen und spannenden Whisky in die Flasche zu bekommen. Selbst wenn es ein Single Grain ist.

Der Haig Club Single Grain Whisky im Tasting

Wie riecht er?

Der Geruch ist schon eine Ansage: „Lieber nichts wagen…“ Recht schwunglos und mild kommt der Haig Club daher und hinterlässt den Geruch von süßem Hefeteig. In der Mitte etwas getreidige Bitterkeit, dann Vanillepudding und zartes Karamell. Das wars. Ein sehr insgesamt ausdrucksloser Geruch der vermutlich gewollt ist, um den Mainstream-Trinker nicht durch unnötig viel Aroma zu erschrecken und über Gebühr zu belasten. Anders ist diese Aromenarmut kaum zu erklären.

Wie schmeckt er?

Ist da beim Geschmack noch was zu retten? Steigt der Haig Club wie Phoenix aus der Asche empor? Asche? Wenn da doch bloß auch nur Hauch von kohligem oder rauchigem Geschmack wäre… Alles Hoffen und Bangen ist vergebens, der Whisky bleibt blaß mit teigigen Aromen, mit etwas Goodwill hellem Karamell sowie bitterem Grain im Abgang. Das ist wohl das langweiligste was ich seit langem getrunken habe. Selbst günstige Blends und Discounter-Whiskys wagen da mitunter schon mehr. Marketing ist eben nicht alles…

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