American Whiskey

Veröffentlicht am 19. Mai 2016 | Foto: Alkoblog

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Guter Whisky: Die besten Flaschen bis 50 Euro

Ein guter Whisky wird gesucht. Als Geschenk für den Vater, den Vorgesetzten oder den besten Freund. Oder für sich selbst zum abendlichen Genuss aus dem Nosing-Glas. Klar ist, es soll ein guter Whisky sein. Nur bitte nicht zu teuer. Vor dieser Herausforderung stehen viele Whisky-Einsteiger. Der Blick in das Regal eines Spirituosenhändlers oder einen Onlineshop hilft dabei häufig nur bedingt weiter. Bei mehreren tausend verfügbaren Flaschen ist die Auswahl unüberschaubar groß. Es lohnt sich hier daher zunächst für sich selbst die Frage zu stellen:

Was ist eigentlich ein guter Whisky?

Die Antwort auf diese Frage ist gar nicht so leicht: Denn natürlich ist es letzten Endes Geschmackssache. Mag ich eher einen Whisky mit lieblichen, blumigen, fruchtigen Noten? Oder soll der Malt ernst, rauchig oder torfig schmecken? Auch holzige, würzige oder sogar wein-ähnliche Aromen können sich im Whisky finden. Die Vielfalt der Kombinationen kennt dabei praktisch keine Grenzen. Dennoch gibt es natürlich auch qualitative Unterschiede zwischen den Whiskys.

Ein guter Whisky besticht in unseren Augen mit spannenden, abwechslungsreichen, vielschichtigen Aromen und hat eine stimmige Struktur. Ein guter Whisky macht Spaß beim Trinken, er reizt die Sinne und fordert heraus. Nicht zuletzt ist ein guter Whisky immer auch einer, den man nicht so schnell vergisst.

Was sollte ein guter Whisky kosten?

Grundsätzlich sind bei Single Malts die Preisgrenzen nach oben hin offen. Doch ein Whisky ist nicht unbedingt besser, weil er teurer ist. Viele Einsteiger suchen einen guten Whisky bis 50 Euro. Dies ist häufig auch der Bereich, der für ein Geschenk vertretbar erscheint. Und es spricht einiges für die Abfüllungen unter 50 Euro: So ist das Preis-Leistungsverhältnis häufig wesentlich besser, als bei teureren Flaschen. Die meisten der im Scotch enthaltenen Aromen lassen sich in Malts finden, welche diese Preismarke nicht überschreiten. Eine Ausnahme gibt es aber doch: Wer gute, ältere Whiskys sucht, muss fast immer tiefer in die Tasche greifen. Wir haben aber immerhin einige 15 oder 16 Jahre alte Single Malts aufgetan, die für 50 Euro erhältlich sind.

 

Gute rauchige und torfige Whiskys

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Highland Park 12 Jahre

Bei Highland Park auf der abgelegenen schottischen Insel Orkney, scheinen die Fasslager noch gut gefüllt zu sein. Die 12-jährige Abfüllung von Highland Park ist mit etwas über 30 Euro weiterhin sehr moderat bepreist. Der Eckpfeiler im Portfolio der Destillerie scheint also bislang nicht knapp zu werden. In Sachen Preis-Leistung ist diese Abfüllung in meinen Augen sogar ein ausgesprochenes Schnäppchen. Zugegeben ich bin Torfliebhaber und ein wenig Torftoleranz sollte man für den Genuss dieses Insel-Whiskys schon mitbringen. Aber auch abseits von Rauch und Torf überzeugt dieser Single Malt: Aromen wie Butterkekse, Honig und Rosine sind zu riechen. Doch auch im Geschmack ist der Highland Park 12 markant und elegant. Wir schmecken Honig, Grapefruit und Birne sowie natürlich viel Rauch und Torf. Ein sehr empfehlenswerter Whisky für kleines Geld.

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Laphroaig Quarter Cask

Mit dem Laphroaig Quarter Cask hat es ein sogenannter No-Age-Statement Whisky in unsere Auswahl geschafft. Dieser wartet allerdings mit einer großen Besonderheit auf. Der Quarter Cask lagert in sehr kleinen Fässern, welche nur etwa 50 Liter fassen. Hierdurch hat der Whisky deutlich mehr Kontakt mit dem Holz was die benötigte Lagerungszeit verringern soll. Der Laphroaig Quarter Cask lagert zwischen 5 und 11 Jahren und wird anschließend mit starken 48% abgefüllt. Im Tasting gibt dieser Whisky sich keine Blöße. Viel Rauch und Torf sowie Asche und Grillkohle sind zu riechen und zu schmecken. Mit Karamell, dunkler Schokolade und Kaffeebohnen betont dieser Malt jedoch auch andere Geschmacksfacetten. Der Quarter Cask von Laphroaig ist eine gute Ergänzung für Islay-Fans die schon am Laphroaig 10 Jahre Freude hatten. Aktuell ist dieser gute Whisky für ungefähr 30 Euro erhältlich.

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Lagavulin 16 Jahre

Der Lagavulin 16 Jahre gilt unter Whisky-Genießern als eine Referenzflasche. Wer auch rauchige und torfige Islay-Whiskys steht, kommt am „Laga 16“ kaum vorbei. Gelagert wird dieser Whisky den überwiegenden Teil seiner Lagerzeit in ehemaligen Eichenholzfässern aus der Bourbon-Herstellung. Erst zum Schluss erhält er ein sogenanntes „Finish“ in ehemaligen Sherryfässern. Wie riecht und schmeckt dieser Islay-Malt? So wie ein richtiger Herrenwhisky sein sollte. Rauch, Teer und Torf prägen den Geruch. Mit dem Duft Holz und Leder fühlt man sich in einen Salon versetzt. Auch im Geschmack präsentiert sich der Lagavulin 16 Jahre mit viel Rauch, Torf und Asche. Fruchtige Noten findet man hier jedoch kaum. Die Aromen sind viel mehr bei Leder, Kakao und erdigen Noten zu suchen. Dieser Whisky ist nicht unbedingt etwas für zarte Gemüter. Wer auf raue Islay-Aromen steht wird jedoch auf seine Kosten kommen. Als guter Whisky bis 50 Euro bietet der Lagavulin 16 Jahre ausgewogene Aromen zu einem fairen Preis.

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Talisker 10 Jahre

In einer Liste mit den besten Whiskys unter 50 Euro darf der Talisker 10 nicht fehlen. Für rund 30 Euro erhält man hier einen rauchig-fruchtigen Insel-Whisky von der Isle of Skye, der sich vor der Konkurrenz nicht zu verstecken braucht. Im Duft treffen rauchige und salzige Noten auf Früchte wie Birne, Mandarine, Zitrone oder Banane. Der Geschmack ist für einen 10 Jahre alten Whisky erstaunlich voll und vielschichtig. Erneut ergeben Fruchtnoten (Himbeere, Birne), würzige Noten von Leder und eine gute Portion Rauch den Ton an. Aufgepasst beim Abgang: Der ist ganz leicht feurig-scharf. Es ist der berühmte „Chili-Catch“ von Talisker, den es in jeder Flasche mitgeliefert gibt. Dennoch ein sehr guter, rauchiger Whisky für Einsteiger und eine Pflichtflasche für jede Sammlung.

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Bowmore 15 Jahre

Wir haben etwas überlegt, ob wir euch in dieser Liste den Bowmore 12 oder den Bowmore 15 empfehlen sollen. Beides sind gute Islay-Whiskys, der 15er hat uns aber im Tasting noch etwas besser gefallen. Er lockt mit komplexen Aromen von dunklem Holz, Schokolade und Rosinen. Dazu frische Zitrusnoten und Meersalz. Der Rauch ist etwas milder als beim 12 Jahre alten Single Malt. Im Geschmack merkt man deutlich den Einfluss der Ex-Sherry-Fässer, in denen der Bowmore 15 sein Finish erhielt. Honigmelone, Zitronenschalen und Rosinen verbinden sich mit Zimt, Tabak und etwas Salz. Ein leichter und eher süßer Whisky, der mit einem guten Schwung Rauch und Torf dennoch klar die Herkunft von Islay vor sich herträgt. Im Abgang trocken und holzig. Kurzum: Ein empfehlenswerter Single Malt, bei dem es viel zu entdecken gibt und der auch auf der Grillparty mit Freunden eine gute Figur macht.

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Caol Ila 12 Jahre

Wer öfter im Alkoblog vorbeiliest, der weiß schon, dass wir die Whiskys von Caol Ila sehr schätzen. Obwohl es sich um die größte Destillerie auf Islay handelt, landet der meiste Whisky in Blends. Die Single Malts sind nicht ganz so bekannt. Völlig zu Unrecht in unseren Augen, denn Abfüllungen wie der Caol Ila 12 zeigen eine große Vielfalt in den Aromen und bieten für weniger als 40 Euro viel Whisky für kleines Geld. Im Nosing erinnert der Islay-Indianer an eine Dampflok bei voller Fahrt. Rauch und Torf in üppigen Schüben. Dazu Trauben, rote Johannisbeeren und eine feine Würzigkeiten von Nelken und Muskatnuss. Auch im Geschmack ist dieser Whisky ganz Islay: Rauch, Torf und Grillkohle. Dabei eher ernst und ohne die erschnupperten Fruchtnoten. Langer und rauchiger Abgang.

 

Gute milde und fruchtige Whiskys

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Benromach 10 Jahre

Bei klassischen Speyside-Whiskys fallen einem schnell die großen Namen wie Balvenie, Glenfiddich, Glenfarclas oder Macallan ein. Doch auch in den ganz kleinen Destillerien der Speyside werden großartige Whiskys gebrannt. Ein kleiner Geheimtipp ist die Benromach-Destillerie, welche lediglich rund 500.000 Liter New Make pro Jahr ins Fass bringt.  Mit ihrem Benromach 10 Jahre ist ihnen ein toller Speyside-Malt gelungen. Im Tasting nimmt einen diese Abfüllung sofort an die Hand. Der Geruch mit Vanille, Malz und viel Frucht überzeugt durch große Komplexität. Der Geschmack gibt sich hingegen eher ernst. Getreidige und malzige Aromen geben sich die Klinke in die Hand. Röstaromen und eine leichte Rauchigkeit runden den Single Malt ab. Den Preis von 35-40 Euro ist er ohne Frage wert. Ein schönes und ausgefallenes Whiskygeschenk für Freunde von milden Speyside-Whiskys.

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Dalmore 15 Jahre

Dem großartigen Dalmore 15 Jahre liegt eine ausgefeilte Lagerung in ehemaligen Bourbon- und Sherryfässern zugrunde. Nach einer 12jährigen Lagerung in Bourbon-Fässern, erfährt dieser Whisky ein Finishing in Amoroso-, Apostoles- und Matusalem-Sherryfässern. Die Geruchs- und Geschmacksbandbreite ist dann im Tasting-Glas auch dementsprechend groß. Tiefer würziger Sherrygeruch, Weihnachtsgebäck, Karamell und Zitrusfrüchte sind im Geruch nur einige davon. Im Mund ist der Dalmore 15 seidig und weich. Kräftiges Holz und Röstaromen prägen den Geschmack. Doch mit Rosinen, Feigen und Birnen weist er auch Fruchtaromen auf bevor ein satter Holz- und Erdgeschmack die Sache abrundet. Ein aufregender Herrenwhisky mit ernsten und gesetzen Aromen und tollem Finish. Der qualitativ hochwertige Dalmore 15 Jahre liegt derzeit etwas über 50 Euro, ist den Aufpreis aber in jedem Fall wert.

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Glenfarclas 15 Jahre

Die Glenfarclas-Destillerie ist für ihr ausgezeichnetes Cask-Management und hohe Lagerkapazitäten bekannt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der Preis für den Glenfarclas 15 Jahre noch unter der magischen 50-Euro-Grenze liegt. Die Whiskys von Glenfarclas lagern fast ausschließlich in ehemaligen Sherry-Fässern, wodurch die Abfüllungen zum Beispiel Aromen von getrockneten Früchten erhalten, aber auch Sherrynoten aufweisen. In Nosing und Tasting finden sich beim Glenfarclas 15 Jahre dann auch zahlreiche Fruchtaromen. Im Geruch frisch und fruchtig-säuerlich. Im Geschmack kräftig und komplex, mit viel Eichenholz und Röstaromen sowie Orangenschale, Kaffee und Spekulatius. Ein qualitativ hochwertiger Single Malt Whisky, zu einem immer noch fairen Preis.

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Foto: Andrew Seaman / Flickr

Balvenie Caribbean Cask

Bei Balvenie sind viele Whisky-Genießer zwiegespalten: Die Marke versteht es nämlich ausgezeichnet, sich im Premium-Bereich zu inszenieren. Die Etiketten und Flaschen sind schicker gestaltet als bei der Konkurrenz. Und auch die Preise eher am oberen Rand platziert. Das alles könnte man verwerflich finden, wenn Balvenie nicht ganz vorzügliche Whiskys herstellen würde, die den Weg in die schicke Hülle finden. Die Speyside-Destillerie hat bereits früh mit verschiedenen Finishes experimentiert und dabei viel Erfahrung gesammelt. Für Einsteiger wird häufig der Balvenie Double Wood 12 Jahre empfohlen, der mit seinen süßen Noten definitiv eine gute Wahl ist. Wir wollen euch hier aber eine spannende Alternative ans Herz legen: Der Balvenie Caribbean Cask ist einer der wenigen Scotch Whiskys, der teilweise in ausrangierten Rum-Fässern gereift wurde. Die geben dem 14 Jahre alten Single Malt ein tropisches Flair. Zu riechen sind Zuckerrohr, Ananas, Papaya, Kokos, Bananen und Vanille. Auch im Geschmack findet sich dieser „tropische Obstsalat“ wieder. Es handelt sich zwar nicht um den allerkomplexesten Whisky, aber er ist dennoch eine gute Empfehlung für Einsteiger und für alle, die fruchtig-liebliche Malts mögen.

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Auchentoshan Three Wood

Häufig geben wir Whiskys mit Altersangabe auf dem Etikett den Vorzug. Nicht so bei Auchentoshan: Der Three Wood ist ein No-Age-Statement, der den Namen wirklich verdient und deutlich vielschichtiger als der 12 Jahre alte Standard der Lowland-Destillerie. Gleich drei Fässer haben dem Single Malt ihren Stempel aufgedrückt: Zehn Jahre verbrachte er in ehemaligen Bourbon-Casks, es folgten zwei Jahre im Oloroso-Sherry-Cask und ein kurzes Finish im lieblichen Pedro Ximenez-Sherry-Cask. Und so wundert es kaum, dass der Sherry diesen Whisky beeinflusst. Süße und würzige Noten von Walnuss, Schokolade, Kirschen und Karamell prägen den Duft. Im Geschmack viele Holznoten mit eher trockenem Charakter. Pflaumen, Zimt, Schokolade und immer wieder Sherry. Für rund 40 Euro bekommt man mit dem Auchentoshan Three Wood einen guten, milden Whisky, der einen im Tasting fordert und dabei zugleich sehr angenehm zu trinken ist.

 

Gute amerikanische Whiskeys

Bourbon und Rye haben einen ganz entscheidenden Vorteil für Genießer, die auch aufs Portemonnaie schauen: Sie sind im allgemeinen deutlich günstiger als ihre Pendants aus der Scotch-Welt. Und bieten dennoch viel Geschmack für kleines Geld. Hier sind unsere Tipps:

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Bulleit Rye Whiskey

Der Bulleit Rye Whiskey bringt die amerikanische Frontier und den Wilden Westen zurück. Zumindest wenn man dem Etikett glaubt (eigentlich handelt es sich um eine Neugründung, der Whiskey kommt aus einer riesigen Fabrik im Bundesstaat Indiana). Doch die Fakten überzeugen: Für Rye Whiskey sind mindestens 51% Roggenanteil in der Maische verpflichtend. Beim Bulleit Rye beträgt der Anteil sogar ganze 95 Prozent. Für die Lagerung des guten Tropfens wird, wie bei Bourbon-Whiskey auch, auf frisch ausgebrannte Eichenholzfässer aus amerikanischer Eiche zurückgegriffen. Die Lagerzeit soll zwischen 5 und 8 Jahren betragen. Im Tasting bietet der Whiskey spannende kräuterige Aromen wie von Thymian und Estragon, bringt aber auch seine Getreidebestandteile eindeutig mit ins Glas. Der Bulleit Rye bietet eine gute Abwechslung zu Bourbon-Whiskeys und hält eine eigene Aromenwelt bereit. Für 25 bis 30 Euro eine Empfehlung auch als Geschenk für Bourbon-Genießer.

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Jack Daniels Single Barrel

Bei Whiskey-Abfüllungen wird normalerweise jede Charge aus vielen verschiedenen Fässern gemischt, um einen möglichst gleichbleibenden Geschmack und eine einheitliche Qualität in jeder Flasche zu erhalten. Umso spannender sind für Whiskey-Genießer sogenannte Single Barrel Abfüllungen. Diese stammen tatsächlich aus einem einzigen Fass. Ein Amerikanisches Standard Barrel (ASB) fasst ungefähr 200 Liter. Aus einem Fass können also abzüglich des Angels Share (Verdunstung während der Lagerung) etwa 240-250 Flaschen abgefüllt werden. Jede Flasche ist also gewissermaßen exklusiv. Je nach Fass und den Lagerungsbedingungen kann der Geschmack des Whiskeys abweichen. Eine spannende Erfahrung für Genießer und ein wunderbares Geschenk. Der Jack Daniels Single Barrel kostet derzeit knapp 30 Euro.

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Knob Creek Kentucky Straight Bourbon 9 Jahre

Wenn man nach gutem Whisky Ausschau hält, lohnt sich auch ein Blick über den großen Teich nach Kentucky ins Bourbon-County. Der Knob Creek Kentucky Straight Bourbon, wird im Stil eines Pre-Prohibition Whiskeys hergestellt und lagert neun Jahre in neuen ausgebrannten Eichenholzfässern. Für einen Bourbon ist das eine ganz schön lange Zeit, liegt die gesetzliche Pflicht doch nur bei zwei Jahren. Bei den Aromen hält sich der Knob Creek Bourbon dann auch nicht zurück. Im Geruch erdig mineralisch mit Aromen von Blüten, Tannenharz, Waldhonig und feuchter Erde. Im Geruch würzig-pfeffrig mit Ingwer, Walnuss, Stockbrot und ordentlich Holz. Ein intensives Whiskey-Erlebnis – für etwas über 30 Euro ein guter Griff.

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Booker Noe mit seinem Whisky / Foto: Beam Suntory

Booker’s Bourbon

Eines ist der Bookers Bourbon ganz gewiss nicht: Ein Whiskey für Weicheier! Mit 63,4 % Alkoholgehalt hämmert er seine Aromen raus. Die sind würzig, leicht scharf und zugleich holzig in Geruch wie Geschmack. Im Mund außerdem Noten von Leder und gebratener Banane. Ein mutiger, strenger Geschmack durchzieht den Kentucky Bourbon. Einen Vorteil des erhöhten Alkoholgehaltes sollte man unbedingt nutzen: Mit ein paar Spritzern Wasser kann man den Whiskey „verlängern“ und auf die individuelle Trinkstärke verdünnen. Dann kommt auch die Süße von Karamell stärker hervor und man kann diesen starken Bourbon doch noch ein wenig besser genießen. Ein guter, ehrlicher Whiskey für Fortgeschrittene, der teilweise bereits für 50 Euro im Angebot ist und an dem man lange seine Freude hat.

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Four Rose’s Single Barrel

Haben wir schon erwähnt, dass wir gerne Single Barrel Whiskeys trinken? Der Vorteil gegenüber herkömlichen Bourbons oder auch Small Batch-Abfüllungen: Man weiß genau, dass nur der Whiskey eines einzelnen Fasses in der Flasche steckt. Es wird nicht geblendet, gemixt, gemingelt oder was man sonst noch so anstellen kann. Das macht Whiskeys wie den Four Roses Single Barrel so ehrlich. Zugleich sorgt es auch dafür, dass jede Flasche etwas anders schmeckt – was je nach Geschmack ein Vor- oder auch Nachteil sein kann. Es ist ein bisschen wie beim Überraschungsei: Man weiß vorher nicht ganz genau, was drinsteckt. Und schütteln am Ohr hilft in diesem Fall auch nicht. Doch die Destillerien wie Four Roses in Kentucky verstehen ihr Geschäft natürlich ganz genau und so kommt kein schlechter Whiskey ins Fass. Für rund 30 Euro ist der Single Barrel von Four Roses ein absoluter Pflichtkauf für Bourbon-Fans und ein super Geschenk für alle, die mal einen richtig guten Whiskey trinken möchten.

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Foto: Jay F Kay / Flickr

Elijah Craig 12 Jahre

Ein schottischer Single Malt mit 12 Jahren ist etwas völlig normales – beim Bourbon ticken die Uhren anders. Das liegt nicht zuletzt am teilweise wärmeren Klima in den Vereinigten Staaten, welches eine flottere Reifung ermöglicht. Und so kann der Elijah Craig mit seinen 12 Jahren schon zu den Oldies im Bourbon-Business gezählt werden. In der Nase überrascht er mit röstigen Noten von Spiegelei, Speck und Bratkartoffeln. Ein deftiger, würziger Geruch. Im Geschmack viel Holz (die lange Reifung im neuen Fass!), dann Vanille, Zitrusfrüchte, Erdbeeren und röstig-verbrannte Noten. Ein reifer, robuster und komplexer Bourbon Whiskey, der für rund 30 Euro den Weg in die Heimbar findet und auch fortgeschrittene Genießer begeistern kann. Uns hat der Elijah Craig 12 jedenfalls sehr gut gefallen. Vielleicht auch weil er zeigt, dass es neben Klassikern wie Jim und Jack auch noch viele Premium-Whiskeys gibt, die es sich lohnt zu entdecken.

 

Ausgefallenes: Japanischer Whisky bis 50 Euro

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Foto: Mark / Flickr

Nikka from the Barrel

Mit dem Hype um japanischen Whiskys wurden die Abfüllungen mit Altersangabe zu einem großen Teil unbezahlbar. Einer der letzten Vertreter unter 50 Euro ist der Nikka from the Barrel, ein Whisky-Blend aus Japan. Die meisten Japaner sind mild und ausgewogen und somit besonders gut für Whisky-Einsteiger bestens geeignet. Nikka from the Barrel wird aus Whiskys der Destillerien Yoichi, Hokkaido und Miyagikyo hergestellt und mit kräftigen 51,4% abgefüllt. Der Geruch ist leicht und fruchtig mit Pflaumen, Honig und Eiche. Im Geschmack präsentiert er ebenfalls viel Holz, Karamell, Datteln und Pflaumen sowie leicht tropischen Nuancen. Der Nikka from the Barrel liegt preislich bei etwa rund 35 Euro, allerdings für eine 0,5 Liter Flasche. Ein spannender Malt aus Japan für neugierige Whisky-Genießer, die einmal eine ganz andere Aromenwelt kennenlernen möchten.


Noch mehr gute und günstige Whiskys?

Wir haben alle oben genannten Whiskys in einer „Einkaufsliste“ zusammengefasst. Dort findest du alle Whisky-Tipps auf einen Blick mit Alter, Region, Geschmacksprofil, Wertung und Preis. Und dazu 10 weitere Flaschen, die du dir ebenfalls anschauen solltest:

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Wir wollen unsere Liste der empfehlenswerten Whiskys für kleines Geld stetig erweitern. Dafür brauchen wir eure Hilfe:

Was ist euer Whisky-Tipp bis 50 Euro? Verratet ihn uns in den Kommentaren!


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18 Responses to Guter Whisky: Die besten Flaschen bis 50 Euro

  1. Paddy says:

    Ganz klar für mich: Amrut Fusion. Sehr komplex. Dunkele Früchte. Nicht vergleichbar mit schottischen Whiskys. Aus Indien und für knapp 45 Euro zu habe.

    • Lukas Lukas says:

      Hallo Paddy,
      das ist eine interessante Ergänzung zu unserer Liste. Danke dafür!
      Viele Grüße
      Lukas vom Alkoblog

  2. Tom says:

    Nicht zu vergessen der wieder neu aufgelegte Johnnie Walker Green Label 15 Jahre für „noch“ 30 Euro. Hat alles was ein Whisy haben sollte.

    • Lukas Lukas says:

      Hallo Tom,
      danke für den Tipp mit dem Johnnie Walker Green Label. Den haben wir bisher noch nicht verkostet, klingt aber gut für den Preis!
      Viele Grüße
      Lukas vom Alkoblog

  3. prozent says:

    Eure Bourbon Empfehlungen von dem Bulleit 95 Rye und JD Single Barrel kann ich voll unterstreichen, fantastische Bourbons für sehr faire Preise, der Bulleit ist meiner Meinung nach der Sieger hier.
    Kann hier noch einen nachlegen, der hat ein noch besseres Preis-Leistungsverhältnis und schmeckt auch wunderbar mild und karamellig, relativ ähnlich wie der JD Single Barrel:
    Evan Williams Kentucky Straight Bourbon 7 Year – den findet man manchmal für unter 20 Euro in der Literflasche, mein Geheimtip!

    Der Knob Creek hat einen sehr starken Klebstoff-Charakter, das muss man mögen.
    Ganz schlimm in diese Richtung und für meinen Geschmack überteuert und überbewertet ist übrigens der manchmal so gelobte Maker’s Mark Kentucky Straight Bourbon, den lasse ich zukünftig im Händlerregal verstauben!

    Beim Bowmore 15y Darkest Sherry kann ich nur zustimmen, habe selten eine so gelungene Kombination aus Rauch und Sherry Aroma für unter 50 Euro gehabt, ein fantatischer Scotch!

  4. manoc says:

    etliche meiner Lieblinge stehen schon in der Liste – aber nicht alle.
    Was meiner Meinung nach noch drauf müsste:

    Bunnahabhain 12 J – schönes, nussiges Sherry-lastiges Aroma, runder, malziger, milder Geschmack mit wunderbar eingebundenem, dezentem Rauch und einem langen Abgang…

    Springbank 10 J – auch hier Sherry und dezenter Rauch, das ganze aber etwas „dreckiger“ und mit einem kräftigen maritim-salzigem Abgang

    Glen Garioch 12 J – komplett andere Aromatik: Gebäck + gekochte Äpfel und Birnen, am Gaumen schön malzig, auch hier ein intensiver Abgang, nicht zuletzt dank der 48%.

  5. Moonshiner says:

    Sehr gute Aufstellung! Bin mit (fast) allem einverstanden, hätte aber noch zwei Ergänzungen: The Ileach (Typischer Islay-Malt für wenig Geld und top Preis-Leistung. Gut als Every-Day-Islay) und Black Bottle (Zugegeben ein Blended, aber mit Whisky von allen 7 Islay-Brennereien. So viel ich weiß ist Black Bottle der meist getrunkene Whisky in Schottland).

    Und: Gibt’s denn überhaupt gute Bourbons? 😉

  6. prozent says:

    @Moonshiner
    ‚Und: Gibt’s denn überhaupt gute Bourbons?‘

    auf jeden Fall, es ist halt ein anderer Charakter als ein Scottish Single Malt – man muss sich dran gewöhnen!
    Aber was trinkst Du denn z.B. nach Chips und Bier, wenn Du dann noch nen Absacker magst?
    Ein Bourbon passt da manchmal ausgezeichnet. Die beiden besten Einsteiger Bourbons sind oben in der Liste, Bulleit Rye und JD Single Barrel, letzterer ja sogar in jedem gut sortierten Supermarkt zu bekommen.
    In der Liste nicht verzeichnet, aber auch ein ordentlicher, preiswerter Bourbon ist:
    Evan Williams Bourbon 7 years, die Literflasche kann man für unter 15 Euro bekommen.

    • Lukas Lukas says:

      Ja, der Charakter ist definitiv ein anderer, aber dennoch haben Bourbon und Rye ihren Reiz und werden in unseren Augen vielfach noch unterschätzt. Sie sind insgesamt vielleicht etwas unkomplizierter und zugänglicher, man kann die genannten Sorten auch abends auf Eis trinken, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

      Danke in jedem Fall auch für den Tipp mit Evan Williams, den müssen wir auch mal probieren. Gerade in dieser Preislage sind die guten Bourbons ja nicht ganz so reich gestreut.

      Viele Grüße
      Lukas

  7. Dunveggan says:

    Hier drei weitere empfehlenswerte Whiskys für eure < 50 € Liste. Die Empfehlungen richten sich insbesondere an Whisky-Freunde, welche die gewöhnlichen Klassiker schon kennen: * Benriach 10 Curiositas: Leckerer Lagerfeuerrauch, schöner Tipp für jeden, der die stark rauchigen Klassiker von den Inseln schon kennt und mag * Benriach 12 Sherry: Erschwingliche 100%-Sherrybombe, bei der man die Würzigkeit durch nur europäische Eiche schön herausschmecken kann * Tullibardine 228 Burgundy: Guter NAS-Whisky mit dezentem, aber ungewöhnlichem Finish. Hübsch als Geschenk für jemanden der schon viel kennt - Burgunderfass war wahrscheinlich noch keines dabei.

    • Lukas Lukas says:

      Danke vielmals für diese schönen Whisky-Tipps. Das sind wirklich drei außergewöhnliche Malts, die sicher auch fortgeschrittenen Genießern gefallen werden!

      Viele Grüße,
      Lukas

  8. Kevit says:

    Für alle, die nicht wirklich tief in die Tasche greifen wollen: in den Bereich von 20-30€, der m.M nach zu wenig vertretet wurde, füge ich den „Stetson John B. Straight Bourbon Whisky“ sowie „John Medley’s Whiskey Kentucky Bourbon“ und den Schotten „Glen Grant Major Reserve“.

  9. Bernhard says:

    Hallo,
    hat denn schon wer den Aberlour 10yo probiert? Das war mein „Einstiegswhisky“ und ist eine Flasche, die bei mir immer im Regal zu finden ist, denn er findet bei Gästen, die mit Whisky keine Erfahrungen haben, immer gutne Anklang. Sehr mild, fruchtig und ein „obstiger“ Nachgeschmack, ein wenig nach Rosinen.
    Meiner Meinung nach ein abolutes Highlight im unteren Preissegment!

  10. Peter says:

    Bin immer wieder erstaunt, dass ein Whisky nach Rauch und Torf schmecken soll.
    Wenn schon beide Begriffe verwendet werden, dann kann der Whisky lediglich nach „Torfrauch“ schmecken, da das Malz mit Hilfe dieses Rauches getrocknet wurde.
    Der Geschmack von Torf (falls dieser überhaupt nach etwas schmeckt?) kann definitiv nicht im Whisky stecken, außer ein Ballen Torf wurde beim Gärungsprozeß mit in den Kessel gegeben (Glaube nicht, das dass praktiziert wird!).
    Möglich wäre nur noch, dass durch die Fasslagerung gewisse Aromen aufgenommen wurden, die eine entfernte Assoziation mit Torf aufkommen lassen; das hat dann allerdings nichts mit dem bei der Herstellung verbrannten Torf zu tun.
    Anyway; mein Vorschlag für Fans rauchiger Whiskys: Connemara (zwar ein Ire und NAS Whisky, aber sehr schöner „Torfrauch“ und angenehmer milder Abgang – ein Whisky für viele Gelegenheiten.

  11. Tira says:

    Sorry, aber für mich fehlt da auf ALLE Fälle mal ein Jameson in der Liste.

  12. Jan says:

    Hi Lukas,

    was sagst du zu „Jura Origin“ 10 bzw. 16Jahre?
    Halte ich auch noch für eine tolle Ergänzung zu der ohnehin schon sehr tollen Liste!

    Beste Grüße,
    Jan

  13. Heinz Engl says:

    Whisky unter 50 Euro
    Jack Daniels White Rabbit um 37,- Euro
    (Zur 120 Jahre Feier)

  14. Roman M. Stricker says:

    Hallo,
    ich „werfe“ noch den Edradour 10 mit ins Boot.
    Kommt aus der kleinsten Destille Schottlands. Die Brennblasen der Destille sind so klein, wären sie auch nur ein bischen kleiner dann würden sie als transportabel gelten und dann wär´s ne Schwarzbrennerei! (schöne Story).
    Der „Stoff“: Reichlich breit, von Nüssen und Bittermandel über helle Früchte zu Honig und Vanille. Fast schon wie ein „Weihnachtsmüsli“. So hab ich ihn erlebt.
    Für unter 40€ ein echter Knaller.
    regards
    Roman

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Über den Autor

Samuel

mag besonders fruchtige Speyside-Whiskys und rauchige Single Malts von Islay. Hin und wieder findet auch ein leckerer Karibik-Rum den Weg in sein Nosing-Glas. Im Test redet Sam Klartext.


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