Likör

Veröffentlicht am 3. März 2015 | Foto: Alkoblog

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Süßer Franzose: Grand Marnier Orangenlikör im Test & Rezepte

Ich war ziemlich überrascht als ich im LIDL letztens den Grand Marnier im Regal neben dem billigen Grappa und irgendwelchen Obstwassern stehen sah. Ich hätte die Marke gedanklich instinktiv als höherwertig eingestuft. Mein Interesse war dennoch geweckt und so wanderte die überschwänglich mit einem gelben Stoffband dekorierte Flasche mit aufs Kassenband. Piep, macht 9,99 Euro.

Ein Likörchen geht immer?

Grand Marnier ist ein Orangenlikör und steht damit in der Tradition von Curaçao und Triple Sec. Für Jahreszahlenfans: 1834 wurde der Triple Sec erfunden, ihm folgte 1875 der Cointreau und dem wiederum 1880 der Grand Marnier. Das zeigt schon, dass es in dieser Zeit en vogue war, nebenbei mal ein Likörchen zu schlürfen. Oder zwei. Bei allen drei Marken handelt es sich um Liköre, die in der einen oder anderen Form schon mal eine Orange gesehen haben. Triple Sec heißt im übrigen nicht, dass diese Spirituose dreifach destilliert ist. Es wird vermutet, dass die Bezeichnung einfach nur ein Marketing-Schachzug war um sich von der Konkurrenz als „dreimal so gut“ abzuheben. Wer sich für die Unterschiede zwischen den Marken interessiert, der findet hier einen schönen Vergleich.

Gelbe oder rote Kordel – zwei Sorten Grand Marnier

Ein Blick auf die Grand Marnier-Webseite zeigt, dass es neben der von mir erworbenen gelben Flasche auch eine noch edlere mit roter Kordel gibt: Der Grand Marnier Cordon Rouge wird aus Bitterorangen und zu 51 % aus Cognac hergestellt. Beim gelben Grand Marnier spart man sich den Weinbrand, nimmt neutralen Alkohol und wirft auch noch ein paar süße Orangen in den Bottich. Fertig ist die nicht ganz so noble Variante des Klassikers.

Wie schmeckt Grand Marnier?

Die transparente Flüssigkeit im Glas erinnert von der Farbe her schon mal nicht an Orangen. Dafür hat man beim Grand Marnier auf Farbstoffe verzichtet. Der Likör riecht nach Orangenschalen, dabei aber eher süß als herb. Der Geschmack ist sehr weich und zuckersüß. Die Orangennote ist bei diesem Likör nur sehr leicht herauszuschmecken. Der hohe Zuckergehalt führt aber auch dazu, dass man den Alkohol kaum noch merkt. Und so bin ich mir auch nicht ganz sicher ob die bittere Note hinten vom Alkohol oder von den Orangen kommt. Ich habe den Grand Marnier warm verkostet, weil ich irgendwie glaubte, so besonders viele Aromen herausschmecken zu können, doch schon nach der Hälfte des Glases fühlte sich meine Zunge so pelzig an, als ob ich eine halbe Tüte Chupa-Chups-Lutscher weggelutscht hätte. Vielleicht ist er kalt etwas besser. Üblicherweise wird man einen solchen Likör aber wohl doch eher zum Mixen von Cocktails oder Longdrinks verwenden. Da ist er zuhause, da fühlt er sich wohl.

So zum Beispiel für einen Grand Mojito:

Achtet mal auf die Bar im Hintergrund: Die ist natürlich der feuchte Traum der Grand-Marnier-Vertriebsabteilung. Hier das Rezept des Grand Mojito in Kurzform:

  • 4 cl Grand Marnier
  • 1 halbe Limette
  • 7 Minzblätter
  • Crushed Ice

In ein Gefäß füllen und mit Soda/Sprudelwasser aufgießen. Fertig ist euer Drink!

Rezept: Smoked Bitter Orange

Grand Marnier Cocktail: Smoked Bitter Orange

Mir war mehr nach einem rauchigen Cocktail und ich war experimentierfreudig. Also habe ich schnell selbst diesen Drink gemixt, den ich Smoked Bitter Orange getauft habe:

  • 2 cl Grand Marnier
  • 1 cl Talisker Storm (oder ein anderer rauchiger Whisky)
  • 1 Tropfen Ferdinands Red Vineyard Peach & Hops Bitters

Gebt einen Eiswürfel in ein Nosing-Glas und gießt dann die Zutaten darüber. Bei der Dosierung des Talisker aufpassen, da er sonst den Grand Marnier sonst leicht aussticht. Ein Tropfen Bitters genügt, die Sorte ist wirklich sehr intensiv. Fertig ist ein fein-rauchiger und dabei ziemlich süßer Drink mit dezenter Orangennote.

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Über den Autor

Lukas

ist immer auf der Suche nach neuen Geschmackserlebnissen. Der Gründer des Alkoblogs liebt intensiven und abwechslungsreichen Whisky und Bourbon. Im Test stellt er aber auch andere Spirituosen wie Rum oder Gin auf die Probe. Und in der Bar darf es auch mal ein klassischer Cocktail sein.


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