glenrothes-vintage-2001-testbericht

Mit seiner Vintage-Serie folgt Glenrothes dem aktuellen Trend, keine Altersangaben mehr auf das Etikett ihrer Single Malts zu drucken. Stattdessen setzt die Speyside-Destillerie auf Jahrgangs-Editionen, die mit dem Zusatz „Vintage“ angepriesen werden. Zum Glück lässt sich das Alter des Glenrothes Vintage 2001 aber dennoch recht einfach ausrechnen: Gebrannt in 2001, abgefüllt in 2012 – das macht 11 Jahre Reifung in zwei unterschiedlichen Fässern aus Spanien und den USA. Vermutlich handelt es sich dabei um Ex-Bourbon und Ex-Sherry-Fässer.

Die handgeschrieben wirkenden Unterschriften auf dem Etikett, die eine Überprüfung des Whiskys durch zwei Personen andeuten sollen, sind indes nur Show: Mit 5,6 Millionen Liter pro Jahr gehört Glenrothes schon zu den größeren Destillerien der Speyside. Allerdings fließen laut Maltmadness.com nur etwa 2% der Jahresproduktion in die Single Malts, der Rest wird für die beliebten Blends Cutty Sark und Famous Grouse verwendet.

Unsere Verkostung des Glenrothes Vintage 2001

Wie riecht er?

Beim Nosing identifizieren wir drei Duft-Ebenen: Zum einen ist da recht ausgeprägt der Sherry, ergänzt um den Duft von Sauerkirsche. Dann schiebt sich ein leicht stechender, alkoholischer Duft in den Vordergrund, der uns an Klebstoff erinnert. Als Drittes serviert uns der Glenrothes Vintage 2001 eine Süße, die an Honig und Pfannkuchen mit Ahornsirup erinnert.

Wie schmeckt er?

Auch beim Geschmack stoßen wir schnell auf eine intensive Sherrynote. Sie ist vorne mit dem Geschmack von Kirschlimonade präsent und kehrt im trockenen Abgang wieder. Dazwischen gibt es etwas Vanille, eine zuckrige Süße wie von Zuckerrohr und ein gutes Stück bittere Orangenschale. Interessant ist das prickelnde Mundgefühl des Glenrothes, welches wir durchaus erfrischend finden. Allerdings: Auch am Gaumen zeigt sich dieser Single Malt bissig wie der Dackel vom Nachbarn! Der Alkohol des mit 43 % eigentlich gar nicht so starken Malts kommt immer wieder durch. Trinkt man ihn etwas länger, stört zudem eine bittere Note, die vor allem den Abgang beeinträchtigt. Es bleibt nach dem Genuss des Glenrothes Vintage 2001 einfach kein besonders schöner Geschmack im Mund zurück.

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