Whisky

Veröffentlicht am 22. Oktober 2015 | Foto: Alkoblog

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Portwein & Whisky: Glenmorangie Quinta Ruban im Test

Die Herstellung von geschmacklich hochwertigem Portwein ist aufwendig, kostenintensiv und die Erzeuger sind weitaus abhängiger von der Qualität der verfügbaren Weintrauben. Beim Whisky ist die Herstellung hingegen planbarer, da die Gerste nicht allzuviel Einfluss auf den Geschmack hat und diese andererseits in gleichbleibender Qualität und zuverlässig auf dem Weltmarkt verfügbar ist. Direkt nach der Destillation ist Whisky streng genommen nichts anderes als ein klarer Brand. Erst durch die Fasslagerung in möglichst guten Fässern kommen die Aromen in den Whisky.

Gemeinsam haben Portwein und Whisky allerdings, dass die Qualität der Eichenholzfässer einen sehr großen Einfluss auf die Güte des Endproduktes hat. So dass zumindest bei hochwertigen Abfüllungen, bei der Fassauswahl ganz genau hingesehen wird.

Vielleicht war es diese Qualitäts-Überlegung oder aber schlichte Neugier welche die Glenmorangie Destillerie dazu gebracht hat, es mal mit einem Portweinfass-Finish bei ihren Whiskys zu versuchen.

Glenmorangie mit Portweinfass-Finish

Der Whisky mit dem klangvollen Namen Glenmorangie Quinta Ruban (ehemals Port Wood Finish) wird nach einer Lagerzeit von 12 Jahren abgefüllt. Die Lagerung besteht aus 10 Jahren Bourbon-Fass und abschließenden 2 Jahren Portwein-Fass besteht. Mit einem Alkoholgehalt von 46% ist die Abfüllung etwas stärker als übliche Standardabfüllungen. Die Spannung steigt, wie sich dies auf den Geschmack auswirken wird.

Unser Tasting des Glenmorangie Quinta Ruban 12 Jahre

Wie riecht er?

Im Geruch ist der Quinta Ruban erstaunlich zurückhaltend. Portweine sind süße Dessertweine, daher hätte ich  im Duft mit mehr Frucht und Süße gerechnet. Vielmehr ist da ein Duft von dunkler Schokolade sowie Nüssen. Der dunkle Schokoduft mischt sich mit Orangenschale, eine spannende Kombination. Etwas Pfeffer und Holz rundet den Geruch ab.

Wie schmeckt er?

Intensiv rollt dieser Glenmorangie auf die Zunge und breitet seinen Geschmack schnell im Mund aus. Das Mundgefühl ist cremig leicht, getragen aber von schweren Aromen. Wieder viel Schokolade (so wie wuchtiges Mousse au Chocolat), auch eine Idee Kaffee und wieder diese Orangenschale. Im Hintergrund erhält sich der Geschmack von gerösteten Haselnüssen und Holz. Im Abgang ist der Quinta Ruban würzig, mit pfeffrigem Einschlag und leichter Rotweinnote, auch ein paar dunkle Beeren wie Brombeer und Kirsche kommen hier hervor. Der etwas höhere Alkoholgehalt tritt dabei niemals störend in Erscheinung. Ich denke vielmehr, dass er diesem Whisky erst die richtige Struktur gibt.

Wir danken unserem Tasting Partner, dem Weisshaus-Shop, für die Zusendung des Glenmorangie Quinta Ruban.

Alkoblog.de Whisky-Test: Glenmorangie Quinta Ruban

Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Samuel: Der Glenmorangie Quinta Ruban ist ein ausgewogener und schmackhafter Highland-Whisky. Bei der Komplexität werden keine großen Sprünge gemacht, die Komposition der Aromen ist jedoch sehr gut und passend. Da die Aromen auf Dauer recht schwer wirken, kein absolutes Whisky-Highlight. Ordentlicher Feierabend Dram zum Wochenende.

3.9



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Über den Autor

Samuel

mag besonders fruchtige Speyside-Whiskys und rauchige Single Malts von Islay. Hin und wieder findet auch ein leckerer Karibik-Rum den Weg in sein Nosing-Glas. Im Test redet Sam Klartext.


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