Whisky

Veröffentlicht am 5. April 2017 | Foto: Alkoblog

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Auf alten Pfaden: Glenfiddich 25 Jahre im Test

In Sachen Single Malt war Glenfiddich immer schon ganz vorne dabei: Als erste schottische Brennerei kam man 1963 auf die Idee, den eigenen Whisky als Single Malt zu vermarkten. Wie wir alle wissen ein absolutes Erfolgsrezept! Und so verwundert es nicht, dass die Glenfiddich-Malts weltweit zu den meistgetrunkenen Single Malts gehören. Im Jahr 2015 verkaufte die Destillerie stolze 13,1 Millionen Flaschen Whisky und lag damit wieder knapp vor dem direkten Rivalen Glenlivet.

Glenfiddichs Single Malt früher – und heute (Foto: Alkoblog)

Wenn man an Glenfiddich denkt, darf eine Flasche natürlich nicht fehlen: Der berühmte Glenfiddich 12 Jahre ist hierzulande aus keinem gut sortierten Supermarkt-Regal wegzudenken und hat schon für viele Genießer den Einstieg in die Welt des Whiskys geebnet. Mein Bruder Lukas erzählt mir jedenfalls immer noch gerne die Geschichte von seiner ersten Flasche Glenfiddich 12 Jahre, die er damals mit 18 Jahren von unserem Vater zum Geburtstag geschenkt bekam…

In Warehouses wie diesem lagert Glenfiddich seine Whiskys – teilweise 25 Jahre wie den Rare Oak (Foto: Alkoblog)

Ein Vierteljahrhundert in Sherry- und Bourbonfässern

Bei allem Wirbel um den soliden, aber keineswegs spektakulären 12-jährigen Single Malt kann man leicht übersehen, dass Glenfiddich auch eine ganze Reihe exquisiter alter Whiskys im Programm hat. Dazu zählt der Glenfiddich 25 Jahre Rare Oak, den es seit 2014 exklusiv in Duty-Free-Shops gibt. Dieser Malt lagerte ein Vierteljahrhundert in amerikanischen Bourbon- und spanischen Sherryfässern. Eine klassische Kombination, die dem Whisky zum einen viele fruchtige Aromen des Sherryfasses, zum anderen die Süße des Bourbonfasses mit auf den Weg geben soll. Hat das geklappt?

Unser Tasting des Glenfiddich 25 Jahre Rare Oak

Wie riecht er?

Beim ersten Nosing stehen wir erst mal im Wald. Das liegt nicht daran, dass uns der Glenfiddich 25 etwa ratlos und ohne Karte dort zurückgelassen hätte, sondern an dem kräftigen Geruch von frisch geschlagenem Holz. Schon gesellen sich süße Noten von Mais, Popcorn und Ahornsirup hinzu. Sie werden komplimentiert von Erdbeeren und Johannisbeeren, Pflaumenkompott und kandierter Mango. Der starke vielschichtige Eindruck wird durch florale Aromen wie Blütennektar, Flieder und Tulpen, sowie süßem Honig und Kandiszucker vervollständigt.

Wie schmeckt er?

Im Mund findet sich der Glenfiddich 25 so schnell zurecht wie ein Pfadfinder im Basislager. Der typische, elegante Glenfiddich-Stil weist auch hier den Weg. Im Aromen-Parkour glänzt er erneut mit starken Holzaromen, die zugleich für ein trockenes Mundgefühl sorgen. Auch sonst finden sich fast alle Noten aus dem Nosing erfreulicherweise auch auf der Zunge wieder: Wir schmecken Popcorn, dazu Erdbeeren und Himbeeren. Immer wieder spielen Dessertaromen hinein (man denke an Griespudding, Karamellcreme oder Milchschokolade), ohne dass der Whisky ins zuckrig süße abdriften würde. Mit Salzmandeln, Bienenwachs und Rosinen ist auch für den Liebhaber würziger Whiskys etwas dabei. Alles in allem ein wunderbar ausgewogener und vielschichtiger Single Malt, den wir noch lange in Erinnerung behalten werden.

Alkoblog.de Whisky-Test: Glenfiddich 25 Jahre Rare Oak

Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Samuel: Der Glenfiddich 25 Jahre Rare Oak ist ein großartig durchkomponierter Whisky, der vielfältige fruchtige, süße und holzige Aromen in sich vereint. Mit jedem Schluck kann man neue Nuancen entdecken. Sicher einer der besten Single Malts von Glenfiddich, der sich durch seine hohe Qualität von anderen Whiskys, auch aus dem eigenen Haus, deutlich abhebt. Die Abfüllung ist nur im Travel Retail erhältlich und kostet je nach Händler zwischen 340 und rund 430 Euro.

4.7

Weltklasse



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Über den Autor

Samuel

mag besonders fruchtige Speyside-Whiskys und rauchige Single Malts von Islay. Hin und wieder findet auch ein leckerer Karibik-Rum den Weg in sein Nosing-Glas. Im Test redet Sam Klartext.


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