Whisky

Veröffentlicht am 9. Januar 2017 | Foto: Alkoblog

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Eine Null weniger: Glenfarclas 25 Jahre im Test

Gerade für etwas ältere Whiskys müssen Whisky-Enthusiasten schnell ein paar Euro mehr auf den Tisch legen. Für Sonderabfüllungen wie Laphroaig 30 Jahre oder The Dalmore Quintessence werden häufig bereits Preise jenseits der magischen 1.000 Euro-Marke aufgerufen. Die Relation von Alter und Preis ist bei diesen exklusiven Whiskys dann schon lange voneinander entkoppelt. Was zählt und bezahlt wird ist (neben der vorhandenen Qualität) die Exklusivität dieser Whiskys.

Für eine Null weniger: Glenfarclas 25 Jahre Highland-Whisky

Vor diesem Hintergrund erscheint der etwas weniger exklusive Glenfarclas 25 Jahre aus den Highlands, mit einer Null weniger beim Preis, dennoch wie ein Schnäppchen. Schließlich wird auch dieser Whisky mit viel Hingabe über viele Jahre in Ex-Sherry-Eichenholzfässern gelagert, sollte also durch die Reifung bereits schön ausgeprägte Aromen aufweisen.

Letzendlich ist eine lange Lagerzeit im Eichenholzfass natürlich kein Garant für einen Spitzenwhisky, doch Glenfarclas hat mich bei meinen bisherigen Tastings noch nicht enttäuscht. Der Glenfarclas 25 Jahre wird mit 43% abefüllt und ist nicht gefärbt.

Unser Tasting des Glenfarclas 25 Jahre

Wie riecht er?

Tiefe und schwere Aromen dominieren beim Glenfarclas 25 Jahre zu Beginn des Tastings. Anfangs ist dieser Whisky in der Nase schwierig zu definieren, so komprimiert erscheinen die Aromen. Ich würde empfehlen sich und dem Whisky etwas Zeit zu lassen, um die Aromen zur Entfaltung zu bringen.

Der Glenfarclas 25 weist eine tiefe schwere Süße nach hellen Früchten auf. Aprikosenmarmelade, süßer Honig, Blütennektar, Birnengelee mit Zimt und Sherryaromen sind wahrnehmbar. Darüber hinaus rieche ich Ananas, kandierte Orangen und Nüsse. Trotz der langen Lagerzeit im Sherryholzfass ist der Whisky keineswegs „oversherried“, sehr holzig oder weist andere Extreme auf. Viel mehr ist dieser alte Highland-Whisky in der Nase sehr glatt, mild und ausbalanciert.

Wie schmeckt er?

Auch im Mund ist der Glenfarclas 25 strikt durchkomponiert aber ebenfalls schwer zu bestimmen. Zu Beginn dominieren schwere Aromen mit Eiche und leichten Aromen von kohligem Holz. Später kommt dann eine gewisse Fruchtigkeit nach kandierten Früchten wie Orangen, Himbeermarmelade, Johannisbeeren und Rosinen hinzu. Ergänzt werden die Aromen durch würzigen Waldhonig und deutliche Sherry-Nuancen. Der lange Abgang ist spektakulär mit viel dunkler Schokolade, gemahlenem Kaffee und trockenem Kakao. Wow!

Mit großem Dank an unseren Tasting Partner Rum & Co für die Zusendung eines Verkostungsexemplares des Highland-Whiskys Glenfarclas 25 Jahre.

Alkoblog.de Whisky-Test: Glenfarclas 25 Jahre

Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Sam: Der Glenfarclas 25 Jahre ist ein subtiler Whisky, der seine Aromen im Tasting nicht direkt Preis gibt. Mit etwas Ruhe beim Tasting kann man ihm jedoch seine ganze Klasse entlocken. Der Whisky ist sehr schön durchkomponiert, so als wäre jedes Aroma genau an seinem Platz. Dabei ist er in meinen Augen nicht besonders überraschend, was vielleicht sein einziges Manko ist. Dennoch ein großer Whisky aus den Highlands mit fairem Preis.

4.5

Großer Whisky



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2 Responses to Eine Null weniger: Glenfarclas 25 Jahre im Test

  1. Chris says:

    Mir ist aufgefallen, dass Glenfarclas fast alle Abfüllungen zu relativ humanen Preisen verkauft. Es ist auch (glaube ich) eine der wenigen Brennereien, die noch im privaten Besitz ist und nicht zu einem großen Spirituosenkonzern gehört. Den 25-Jährigen würde ich jedenfalls auch mal gerne probieren 🙂

    • Lukas Lukas says:

      Die Preise von Glenfarclas können sich wirklich sehen lassen. Wenn einem der Stil der Destillerie gefällt, lohnt es sich definitiv sich mal durch die Range zu probieren und so die eigenen Favoriten zu finden.

      Gruß
      Lukas

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Über den Autor

Sam

mag besonders fruchtige Speyside-Whiskys und rauchige Single Malts von Islay. Hin und wieder findet auch ein leckerer Karibik-Rum den Weg in sein Nosing-Glas. Im Test redet Sam Klartext.


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