Whisky

Veröffentlicht am 12. Februar 2016 | Foto: Alkoblog

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Whisky zum Jagdausflug: Glenfarclas 21 Jahre im Test

So ein Jagdausflug kann mitunter ganz schön langwierig werden. Stundenlang hockt der Jäger im Hochsitz und weder Dam-, Schwarz- noch Rotwild strecken ihre Nase aus der sicheren Deckung. In diesem Fall ist man gut beraten, wenn man eine geschmackvolle Begleitung für das Picknick mit in das Jagdrevier genommen hat. So wie den Glenfarclas 21 Jahre: Der macht nicht nur wegen seiner jägergrünen Hülle, sondern auch wegen seines Geschmacks in Wald und Wiese eine exzellente Figur.

Ob der Glenfarclas 21 Jahre tatsächlich von der Jagd inspiriert ist, wissen wir nicht. Gesichert ist jedoch, dass der Name Glenfarclas so viel wie „Tal des grünen Grases“ bedeutet. Und bei der Lage der Destillerie in den grünen Hügeln der Speyside würde es uns nicht wundern, wenn einem oder andere Hirsch vor die Linse läuft. Oder liegt da etwa der Hase im Pfeffer? Wir werden es gleich im Tasting herausfinden.

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Brücke bei Craigellachie in der wunderschönen Speyside (Foto: Stuart Gordon / Flickr)

Der Glenfarclas 21 wird mit einem Alkoholanteil von 43% abgefüllt, was ihn vom etwas jüngeren Glenfarclas 15 Jahre (46%) unterscheidet. Vermutlich ist das aber weniger eine Sparmaßnahme, sondern kommt dem Geschmack des Single Malts entgegen. Mehr Alkohol ist ja nicht zwingend besser. Glenfarclas ist in Genießerkreisen als Destillerie mit großen Vorräten und exzellentem Fass-Management bekannt. So erklärt sich vielleicht auch der günstige Preis von nur rund 75 Euro für diese Abfüllung. Der Glenfarclas 21 ist damit einer der günstigsten 21-jährigen Scotch Whiskys.

Unser Tasting des Glenfarclas 21 Jahre

Wie riecht er?

Der Geruch des Glenfarclas 21 ist reif mit deutlichem Sherry-Einschlag. Trocken mit viel Holz. Der gemütliche Duft von Aprikosenmarmelade, Apfelkompott und Altherrenparfüm folgt. Das ist kein Leichtgewicht, sondern ein schwerer, üppiger Geruch. Anschließend wird es würzig: Wir riechen herzhaften Speck, Röstzwiebeln und Mandeln. Die Komplexität geht dann sogar noch weiter, eine dezente kräuterige Note kommt hervor.

Auf der Pirsch nach den guten Aromen geraten wir tief ins Unterholz, nach einer Pause sind feuchtes Laub und Gras, sowie lehmige Aromen riechbar. Doch was raschelt da im Gebüsch? Versteckt sich da etwa der Geruch von einem feuchten Eber? Wir sind uns nicht ganz sicher und gehen lieber über zum Geschmackstest…

Wie schmeckt er?

Nein, im Geschmack hat sich (zum Glück) kein feuchtes Wildschwein breit gemacht. Der erste Eindruck ist Holz, richtig viel Holz. Erst dann kommt der Sherry und bringt auch gleich eine leichte Weinnote mit, ein trockener Geschmack. Dennoch schmecken wir auch Karamellzucker, ohne das der Whisky wirklich süß wäre. An ernsten Aromen schmecken wir Leder und erdige mineralische Aromen. Doch dahinter versteckt sich durchaus auch eine fruchtige Note in Form von Himbeer- und Aprikosenmarmelade. Sie zieht sich wie ein feiner Hauch durch den Whisky und erinnert uns an geistige Getränke wie Himbeergeist oder Marillengeist. Eine dezente Bitterkeit im Abgang unterstützt diesen Eindruck. Im langen Abgang schmecken wir ansonsten Sahnebaisse, Toffee, geröstete Haselnüsse sowie eine Spur rauchige S-Bahnbremse.

Vielen Dank an unseren Tasting-Partner Rum & Co für die Zusendung eines Verkostungsexemplars des Glenfarclas 21 Jahre. Im gut sortierten Online-Shop gibt es neben Rum auch viele empfehlenswerte Whiskys zu entdecken.

Alkoblog.de Whisky-Test: Glenfarclas 21 Jahre

Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Sam: Kleine Pause auf dem Hochsitz: Der Glenfarclas 21 Jahre ist voller Aromen und so schmackhaft, dass man die Jagd darüber vermutlich glatt vergessen würde. Mit einer Flasche im Rucksack hat man den besten Fang des Tages ja schließlich auch schon gemacht. Für rund 75 Euro ist dieser 21-jährige Single Malt ein echter Knaller. Wenn man trotzdem unbedingt ein Geweih auf der Flasche braucht, gibt es ja auch noch die Whiskys von Dalmore. Aber das ist eine andere Geschichte. So erst mal beide Daumen hoch für Glenni Twentyone.

4.6



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Über den Autor

Sam

mag besonders fruchtige Speyside-Whiskys und rauchige Single Malts von Islay. Hin und wieder findet auch ein leckerer Karibik-Rum den Weg in sein Nosing-Glas. Im Test redet Sam Klartext.


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