Whisky

Veröffentlicht am 1. Juli 2015 | Foto: Alkoblog

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Im Alter noch besser: Glenfarclas 15 Jahre im Test

Vor einiger Zeit habe ich mit dem Glenfarclas 10 Jahre und dem Glenfarclas 12 Jahre schon die etwas jüngeren Einsteiger-Malts der Highland-Destillerie verkostet. Und bei jedem Tasting war ich erneut angetan von beiden Whiskys: Diese Süße, diese feine Frucht, diese Sherrynote.

Mit wachsender Whisky-Erfahrung relativiert sich eine anfängliche Begeisterung für einen Malt auch mal: Einige Monate später probiere ich eine Abfüllung erneut und sie kann mich nicht packen. Aber auch den umgekehrten Fall gibt es: Da probiert man einen unterschätzten Malt erneut und entdeckt plötzlich etwas Neues, was man vorher nicht geschmeckt hat. Auch Glenfarclas 10 und 12 habe ich immer mal wieder neu probiert und dabei auch die ein oder andere Kante entdeckt. Dennoch sind es für mich immer noch zwei sehr gute und ansprechende Whiskys geblieben, die mittlerweile lieb gewonnener Bestandteil meiner Sammlung sind und von denen ich mir bei passender Gelegenheit gerne ein Dram gönne.

Noch ein paar Jahre älter: Der Glenfarclas 15 Jahre

Mit dem Test des Glenfarclas 15 Jahre springe ich heute noch eine weitere Alterstufe hoch (großes Ziel: Glenfarclas 40 Jahre!). Dieser Whisky taucht in vielen „Musst-du-probiert-haben“-Listen auf, er hat wenn man so sagen kann, seine feste Fangemeinde.

glenfarclas-15-kleinMarketingtechnisch macht man bei Glenfarclas bekanntermaßen kein Fass auf: Die optische Gestaltung der Abfüllungen ist eher schlicht. Unterschiede gibt es nur bei der Farbe der Aufbewahrungsdose, die beim Glenfarclas 15 in einem durchaus edlen Bordeaux-Rot gehalten ist. Ich finde die Dosen ohne Design-Schnick-Schnack irgendwie ganz kultig. Nicht zuletzt hoffe ich bei einer nicht ganz so durchoptimierten Verpackung ganz automatisch, dass sich der Hersteller auf den Inhalt konzentriert hat.

Etwas höherer Alkoholgehalt und nicht gefärbt

Der 15-jährige Glenfarclas wird im Gegensatz zu den beideren jüngeren Verwandten (10y: 40% / 12y: 43%) mit 46% Alkohol abgefüllt. Angenehm ist, dass hier ein ungefärbter Whisky ohne Zusatz von Farbstoffen in die Flasche kommt.

Unser Tasting des Glenfarclas 15 Jahre

Wie riecht er?

Eine frische, süß-fruchtig-säuerliche Note durchzieht den Glenfarclas 15. Sie wird vom Sherry kraftvoll ergänzt. Intensiv und würzig mit einer ungeheuren Komplexität geht es weiter: Sahnebonbons, grasige Noten, grüne Blätter und wiederholt Früchte wie grüner Apfel, später auch Aprikosen, Orangen, Kiwi, Honig und Gebäck. Man fühlt sich wie eine Biene im Garten (bloß nicht „summen“ jetzt!). Immer wenn man zur Geschmacksprobe übergehen möchte, denkt man, halt noch nicht. Da gibt es noch etwas neues zu entdecken! Sehr intensiv und vielschichtig.

Wie schmeckt er?

Wow! Dieser Whisky ist so komplex und intensiv, wir müssen ihn von hinten aufrollen. Also der Abgang: Da ist ja ein ganzer Holzstapel. Davor wie beim Geruch ein süßlich-säuerlicher Geschmack und deutlich der Einfluss des Sherry. Deutlich ist auch das Malz in diesem Whisky zu schmecken, welches sich sonst so oft verbirgt. Insgesamt ein kräftiger Single Malt mit viel Körper. Im großen Mittelteil des Whiskys verbergen sich zahlreiche weitere Arome, für die man sich Zeit nehmen sollte. So sind weiße Schokolade und schwarzer Pfeffer zu schmecken, ebenso Schalen von Orange und Grapefruit. Darüber hinaus Kaffee („schöner, schwarzer Kaffee“) sowie Röstaromen mit weihnachtlichen Spekulatius, frisch gesägtes Holz und Wachs. Eine feine Rauchigkeit liegt mehr wie ein Schleier über der gedeckten Tafel. Ein sehr gut ausbalancierter Whisky, der kein Aroma die Überhand gewinnen lässt und deshalb so glänzt.

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Wir danken unserem Tasting-Partner, dem Weisshaus-Shop für die Zusendung des Glenfarclas 15. 

Alkoblog.de Whisky-Test: Glenfarclas 15

Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Samuel: Der Glenfarclas 15 begeistert mit einer unglaublich großen Aromenfülle. Ein großartiges Whiskyerlebnis für den fortgeschrittenen Genießer! Denn durch die kräftigen Aromen wird nicht jeder diesen Highland-Malt mögen. Und auch gegen Sherry sollte man keine Allergie haben, denn der ist hier immer präsent. Der "Glennie 15" ist schon für rund 50 Euro zu haben, ein überaus fairer Preis. Für andere Abfüllungen dieser Qualität muss man deutlich tiefer in die Tasche langen.

4.5



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Über den Autor

Samuel

mag besonders fruchtige Speyside-Whiskys und rauchige Single Malts von Islay. Hin und wieder findet auch ein leckerer Karibik-Rum den Weg in sein Nosing-Glas. Im Test redet Sam Klartext.


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