Der Glenfarclas 12 Jahre ist gewissermaßen das Upgrade zur 10jährigen Abfüllung. (Foto: Alkoblog)

Auf den Glenfarclas 12 Jahre habe ich mich schon eine ganze Weile gefreut. Immerhin konnte mich zuvor bereits der 10-jährige Glenfarclas im Tasting überzeugen. Umso gespannter war ich, was zwei weitere Jahre im Ex-Sherryfass aus diesem Whisky noch herauskitzeln können.

Highland- oder Speyside-Whisky?

Die Glenfarclas-Destillerie liegt im Herzen der Speyside. Für Verwirrung sorgt in diesem Zusammenhang, dass auf den Flaschen groß der Schriftzug „Highland“ prangt. Dies hängt wohl damit zusammen, dass der Begriff „Speyside“ keine geographische Bezeichnung ist, sondern vielmehr den Whisky-Stil der rund 50 Destillerien der Gegend zusammenfassen soll. Nicht zuletzt kann man sich bei so viel Konkurrenz in der Region mit der Bezeichnung „Highland-Whisky“ auch marketing-technisch ganz gut von den Speysidern abgrenzen. Vom Geschmack her ist Glenfarclas aber ein Speyside-Whisky.

Glenfarclas 12 Jahre mit blauer Geschenkdose (Foto: Amazon)
Glenfarclas 12 Jahre mit blauer Geschenkdose (Foto: Amazon)

Unser Tasting des Glenfarclas 12 Jahre

Wie riecht er?

Wunderbar. Ein Duft, welcher sofort Erinnerungen an die grünen Hügel der Speyside wachruft. Der süße Honigduft sowie der präsente Sherry sind die Duftnoten, welche den Rahmen vorgeben. Hierzu gesellen sich fruchtige Aromen von Melone, Ananas, Heu und Heidekraut. Nach etwas Atmen-lassen auch Aprikose. Ein klein wenig kann noch die Charakteristik des New Make herausgerochen werden. Es empfiehlt sich dem Glenfarclas 12 etwas Zeit im Glas zu gönnen, damit die Aromen sich voll entfalten können. Zusätzlich können auch ein paar Tropfen Wasser hinzugegeben werden (der Glenfarclas 12 wurde mit 43 % abgefüllt).

Wie schmeckt er?

Der Glenfarclas 12 verfügt über eine ausgeprägte Sherrynote. Vorne präsentiert er sich überraschend schnelllebig und schmal mit malziger Charakteristik und würzigen Eichenholznoten. Der Sherry übernimmt spätestens ab dem Mittelteil das Ruder und steuert den Dram recht markant den Gaumen hinab. Das Geschmackserlebnis im langen Nachklang ist stark ausgeprägt. So sind Mandeln, Ananas, Vanille und eine leichte Rauchigkeit, später auch reife Birne zu schmecken. Noch nach Minuten ist der süßlich-fruchtige Geschmack des Whiskys im Mund präsent. Lecker! Allerdings sollte man schon Whiskys mit einer Sherrynote mögen, sonst wird man mit diesem Malt nicht ganz so viel Freude haben.

Glenfarclas 10 vs. Glenfarclas 12

Die zehnjährige Abfüllung des Glenfarclas ist im Vergleich jünger, frischer und wilder. Deutlicher treten die fruchtigen Aromen wie Zwetschge und Birne hervor, die ein wenig an Obstbrand erinnern. Insgesamt ist der New Make stärker präsent, auch ist die (kürzere) Lagerung in Ex-Sherryfässern weniger markant zu schmecken. Dennoch ist auch der Glenfarclas 10 sehr ausgewogen. Er ist die bessere Wahl für alle, die keine starken Sherry-Aromen im Whisky mögen. Preislich liegen nur wenige Euro zwischen den beiden Single Malts, sodass es wirklich eine Geschmacksfrage ist, welchem Glenfarclas man den Vorzug gibt. Wer in Sachen Ausgewogenheit und Geschmack jedoch noch eine Stufe höher steigen möchte, sollte einen Blick auf den Glenfarclas 15 Jahre werfen.

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Wir danken Casa Deli für die Zusendung des Glenfarclas 12 Jahre.

Glenfarclas 12 Jahre
Gestaltung & Story72
Geruch86
Geschmack92
Preis-Leistung96
86
Fazit
Der Glenfarclas 12 Jahre ist ein angenehm unkomplizierter Whisky, der mit fruchtigen Aromen und einer ausgeprägten Sherrynote überzeugen kann. Für alle, die den 10-jährigen Glenfarclas mögen und noch mehr Sherry wollen, gibt es hier Nachschlag. Eine klare Empfehlung.

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