Whisky

Veröffentlicht am 20. November 2014 | Foto: Stefan Poppelaars / Flickr

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Sound of Sherry: Glendronach Batch 3 Cask Strength im Test

Hätte mich der niedrige Preis stutzig machen müssen? Nur 7 Euro für einen 21 Jahre alten Single Malt in einer Bar – da konnte doch etwas nicht mit rechten Dingen zugehen. Der vermeintliche 21-jährige kam in einer hübsch gestalteten Flasche an den Tisch. Auf dem Etikett als Glendronach Batch 3 Cask Strength ausgewiesen. Spätestens hier hätte ich es merken müssen: Keine 21 Jahre auf dem Etikett? Und das obwohl die Hersteller doch so gerne mit diesen Angaben prahlen, wie ein Lamborghini-Fahrer mit seinen PS.

Jung oder jung geblieben?

Im Glas überrascht erst mal die kräftige Sherry-Note (laut Etikett: Oloroso und Pedro Ximenez-Sherryfässer). Der Whisky wirkt trocken und holzig. Mit Honig, Orange, Zitronat und Lebkuchen riecht er ein bisschen wie ein Adventsnachmittag bei meiner Mutter im gut geheizten Wohnzimmer. Doch da ist auch diese leichte Schärfe und das Gefühl, hier an einem eher jungen Whisky zu riechen. Vielleicht ein 21-jähriger, der beim Geruch nicht ganz so stark auf der Brust ist. Der Lamborghini im Werkstattmodus sozusagen.

Die Dominanz des Sherrys

glendronach-batch-3-cask-strength-2Auf der Zunge dominiert gleich wieder der Sherry. Intensiv, kräftig und trocken legt er sich über die anderen Noten. Der Motor heult auf! Dahinter verbergen sich süß-säuerliche Orangen und Eichenholz, etwas geräucherter Speck ist auch im Spiel. Doch der Sound des Sherry überdeckt diese zarten Aromen, lässt ihnen wenig Raum. Und jetzt dämmert es mir langsam: Diese Sherrynote wirkt wie übergestülpt. Darunter verbirgt sich ein sehr junger Whisky, den man versucht hat, mit einem Sherry-Finish zu überdecken.

Alkoblog.de Whisky-Test: Glendronach Batch 3

Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Lukas: Für den Fauxpas des Barkeepers (der Glendronach Batch 3 Cask Strength ist ein No-Age-Statement, kein 21 Jahre alter Malt) kann die Destillerie natürlich nichts. Aber geschmacklich hat mich dieser Whisky absolut nicht überzeugt. Zu viel Sherry, zu wenig Reife. Der Lamborghini bleibt in der Garage.

3.3



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Über den Autor

Lukas

ist immer auf der Suche nach neuen Geschmackserlebnissen. Der Gründer des Alkoblogs liebt intensiven und abwechslungsreichen Whisky und Bourbon. Im Test stellt er aber auch andere Spirituosen wie Rum oder Gin auf die Probe. Und in der Bar darf es auch mal ein klassischer Cocktail sein.


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