Gin

Veröffentlicht am 2. Juli 2015 | Foto: Alkoblog

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Ein Hauch Riesling: Ferdinands Saar Dry Gin im Test

Ein königlich-preußischer Forstmeister, handverlesene Riesling-Trauben aus Schiefer-Steillagen, hocharomatische Kräuter und Früchte aus eigenem Anbau – der Ferdinand’s Dry Gin macht schon vor dem Öffnen der Flasche klar: Das hier ist kein ganz gewöhnlicher 08/15-Gin.

Nicht dass wir beim Thema Regional-Gin eine üppige Inszenierung nicht gewöhnt wären: Die Hersteller überschlagen sich mit besonders originellen Botanicals, mit ihren angeblich authentischen Rezepten und ohne umfangreiche Marketing-Story und Pressemappe sollte heute besser kein Gin-Destillateur mehr an den Start gehen.

Eine liebevoll gestaltete Flasche

Beim Ferdinand’s Gin gibt es all das auch – und noch dazu eine sehr schöne Flaschengestaltung. Und doch hatten wir bei diesem Gin gleich das Gefühl, ein hochwertiges und liebevoll gestaltetes Produkt in den Händen zu halten. Die Halbliterflasche ist in bedrucktes Papier eingeschlagen und passend zum Wein-Thema des Gins stilecht verkorkt. Neben dem Dry Gin gibt es auch noch einen Quince Gin mit Quitte und verschiedene originelle Cocktail Bitters zum Mixen.

Unsere Verkostung des Ferdinand’s Gin

Wie riecht er?

Ferdinands Dry Gin FlascheEin dichter, fliegender Duftteppich schwingt sich sogleich aus dem Glas in die Luft. Blumig und Floral, mit Noten von Wacholder, Flieder, Lavendel erinnert er an ein intensives Parfüm – ein bisschen aber auch an Handerfrischungstücher und Raumspray. Doch hinter der breiten Duftwand verbergen sich feine, würzige Noten von Minze, Salbei und Zitronenmelisse. Gepaart mit einer schönen Prise weißem Pfeffer, die dem Gin eine angenehme Schärfe verleiht. Und der Riesling? Tatsächlich strömt von dem Glas eine mineralische, leicht säuerliche Weinnote aus. Mit etwas Mandarine werden aber auch Fans von Fruchtaromen besänftigt. Ein vielschichtiger Duft, der zu Entdeckungsreisen mit der Nase einlädt.

Wie schmeckt er?

Viele der feinen Aromen aus dem Nosing finden sich auch am Gaumen wieder: Fein und leicht, mit deutlich erkennbarer Riesling-Note gestaltet der Ferdinands Dry Gin seinen Auftritt. Süße und Säure, Würze und Bitterkeit bilden dabei interessante Gegensätze. Wir schmecken Anis und Zitronengras, den obligatorischen Wacholder, sowie kräuterige Noten. Der Abgang steht dann ganz im Zeichen von Zitronenschalen und Bitterorange. Manchem zarter gestrickten Zeitgenossen könnte das fast ein wenig zu viel Bitterkeit sein.

Alkoblog.de Gin-Test: Ferdinands Dry Gin

Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Lukas: Der Ferdinands Dry Gin macht schnell klar, dass er mehr ist als nur eine Marketingnummer: Das feine, mineralische Aroma des Riesling-Weins prägt Geruch und Geschmack (letzteren etwas stärker) und sorgt für ein ungewöhnliches Genusserlebnis. Kontrastreich tänzeln die Aromen, mit Mut zur Kante, vor allem im eher bitteren Abgang. Ein spannender, ungewöhnlicher Gin und deshalb sehr empfehlenswert!

4.3



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Über den Autor

Lukas

ist immer auf der Suche nach neuen Geschmackserlebnissen. Der Gründer des Alkoblogs liebt intensiven und abwechslungsreichen Whisky und Bourbon. Im Test stellt er aber auch andere Spirituosen wie Rum oder Gin auf die Probe. Und in der Bar darf es auch mal ein klassischer Cocktail sein.


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