Whisky

Veröffentlicht am 8. April 2015 | Frei wie ein Vogel: Blick auf Leith vom Arthur's Seat

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Das große Grausen? Famous Grouse Scotch Blend im Test

Erinnert ihr euch noch an die Moorhuhnjagd? Das war dieses Computerspiel, welches sich um die Jahrtausendwende so großer Beliebtheit erfreute, dass manche Firmen schon um ihre Umsätze fürchteten, da die Belegschaft ständig auf Jagd war. Ich würde sagen, dass geht doch noch als Betriebssport durch, oder?

Mit der kostenlosen Moorhuhnjagd wurde damals allerdings nicht für den Famous Grouse, sondern für die Whiskymarke Johnnie Walker geworben. Irgendwie auch logisch, dass eine Whiskymarke mit Fasan auf dem Etikett nicht für die Jagd auf denselben wirbt. Doch auch mit Famous Grouse kann man natürlich einen abschießen (sich selbst zum Beispiel auf der Firmenfeier).

Kurzer Faktencheck bevor es zum Tasting geht: Den Scotch Blend „The Famous Grouse“ gibt es seit dem Jahr 1896 und wurde von einem Wein- und Lebensmittelhändler aus Perth aus Whiskys zusammengemischt. Als Queen Victoria 1842 nach Perth kam, stand Famous Grouse auf dem royalen Bankett. Seit 1980 ist der Fasan-Whisky nach eigener Aussage konstant der meistverkaufte Whisky in Schottland. Während die genaue Rezeptur wie bei praktisch allen Blends ein Geheimnis ist, sollen immerhin Whiskys von Highland Park und Macallan enthalten sein. Das liegt vor allem daran, dass diese Destillerien dem selben Konzern angehören und lässt nicht unbedingt Rückschlüsse auf den Geschmack zu. Ein flinker Dreh schon ist sie erlegt, unsere Miniatur des Famous Grouse und wir schreiten schnurstracks zum Tasting!

Unsere Verkostung des Famous Grouse

Wie riecht er?

Typisch für eher junge Whisky-Erzeugnisse drängt sich der Geruch von New Make nach vorne, dazu kommen Grain Whisky, Alkohol und grüner Apfel. Uns erinnert der Geruch an grüne Apfelringe, aber auch an Obstler. Das Bouquet des Grouse ist weich, mild und flach, hier gibt es nicht viel zu entdecken. Zum Abschluss gibt es Vanillekipferl mit Puderzucker und ganz leichte Ingwernoten.

Wie schmeckt er?

Der junge Wildvogel präsentiert sich im Glas mild und gefällig. Weiterhin viel Apfel, nämlich exakt die Sorten Pink Lady, Boskop und Jona Gold. Kleiner Spaß… jedenfalls viel Apfel und irgendwie nah dran am Apfelsaft. Ein paar Mandelsplitter dazu. Dann aber auch wieder recht bitterer Grain-Geschmack, der an Getreide und Korn erinnert. Ein Landwhisky wie er im Buche steht. Der Geschmack baut im Glas relativ schnell ab. Ganz nach dem Motto „Besser den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach“ beim Famous Grouse also lieber nicht zu lange mit dem austrinken warten.

Alkoblog.de Whisky-Test: Famous Grouse

Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Samuel: The Famous Grouse ist ein gefälliger, milder aber auch etwas langweiliger Scotch Blend. Mit Getreide- und Apfelaromen gibt er einem das Gefühl eines soliden Landwhiskys. Discounter-Whiskys überflügelt er locker, doch Blends mit mehr Charakter (Johnnie Walker!) schießen ihn gnadenlos ab. Nur zugreifen, wenn der Preis stimmt.

2.5



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Über den Autor

Samuel

mag besonders fruchtige Speyside-Whiskys und rauchige Single Malts von Islay. Hin und wieder findet auch ein leckerer Karibik-Rum den Weg in sein Nosing-Glas. Im Test redet Sam Klartext.


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