Rum

Veröffentlicht am 11. April 2016 | Foto: Juanerre / Flickr

2

Dictador-Rum: Kolumbianische Premium-Rums mit Tradition

Ob als Rum-Cola oder in einem Cocktail wie einem Mojito, Daiquiri oder Planter’s Punch – am häufigsten wird Rum immer noch gemischt getrunken. Dabei gibt es gute Gründe, sich einen hochwertigen, lange gelagerten braunen Rum zum Feierabend in sein Tasting Glas zu schenken. Ein Produzent von Premium-Rum, der sich um die lange Zeit verkannte Spirituose verdient gemacht hat, ist die kolumbianische Dictador-Destillerie.

Kolumbianische Rum-Geschichte seit dem 18. Jahrhundert

Im späten 18. Jahrhundert wurde Severo Arango y Ferro nach Cartagena De Indias, in die damalige spanische Kolonie Neu-Granada (heute Kolumbien), gesendet. Seine Aufgabe: Er sollte das Eintreiben von Steuern für die spanischen Besatzer und den Handel mit dem Mutterland verbessern. Durch seine starke Ausstrahlung und seine Durchsetzungskraft hatte er bald seinen Spitznamen weg: Dictador.

Doch neben dem Steuerwesen entdeckte Severo Arango y Ferro im tropischen Klima eine weitere Leidenschaft: Rum. Seine Begeisterung für die Zuckerrohr-Spirituose ging so weit, dass er in der Folge einer der größten Exporteure im einträglichen Rum-Handel wurde.

Die erste eigene Destillerie von Dictador-Rum wurde allerdings erst von seinen Nachfahren im Jahr 1913 in Cartagena De Indias gegründet. Der Ort liegt übrigens an der Karibikküste von Kolumbien. Auch heute, rund 100 Jahre später, wird hier noch edler Rum gebrannt.

kolumbianisches-leben-nick-harris-flickr

Kolumbianisches Lebensgefühl auf der Straße. (Foto: Nick Harris / Flickr)

Wie wird Dictador-Rum hergestellt?

Bei der Herstellung von Rum gibt es zwei mögliche Grundstoffe, Zuckerrohrsaft und Zuckerrohrmelasse. Für Dictador Premium-Rum wird nur frischer Zuckerrohrsaft verwendet. Hierfür wird zuerst der Zuckerrohrsaft extrahiert, um dann durch Reduktion „Sugar Cane Honey“ zu erhalten. Für die Fermentation mit einer besonderen Hefekultur wird wieder etwas Quellwasser zur Maische hinzugegeben.

Eine große Besonderheit von Dictador-Rum liegt in der Destillation beziehungsweise in der Zusammensetzung der späteren Spirituose. Der Rum wird nämlich zu einem Teil von 70% in einer konstanten Säulendestillation und zu einem Teil von 30% in einer klassischen Pot-Still-Destillation gebrannt. Durch die Anwendung dieser beiden Destillationsmethoden und anschließenden Mischung der Brände soll der Dictador Rum einen mittelkräftigen Köper erhalten.

dictador-experience

Viele verschiedene Fässer auf Lager bei Dictador

Anschließend wird der junge Dictador randvoll  ins Holzfass gefüllt (dies soll die Verdunstung verringern) und darf mehrere Jahre lang die Aromen des Holzes aufnehmen und sich entwickeln. Die Fässer werden von Zeit zu Zeit miteinander verblendet, um eine Stabilität in Qualität, Farbe und Geschmack zu garantieren.

Der erste Blick des kundigen Rum-Genießers wandert natürlich zur Jahreszahl. Hierzu muss man wissen, dass die Jahreszahl bei Dictador den Durchschnitt der enthaltenen Rum-Sorten bezeichnet. In einer Flasche Dictador 12 ist also der älteste enthaltene Rum nicht bloß 12 Jahre alt, sondern kann sogar viel älter sein. Im Vergleich zu anderen Herstellern hebt sich Dictador damit deutlich ab.

Auch bei der Lagerung von Rum werden Fässer verwendet, in denen zuvor eine andere Spirituose reifte. Dies bietet den Vorteil, dass zum einen die strengen Eichenholzaromen zu einem Teil bereits abgebaut sind, zum anderen bringen die zuvor gelagerten Spirituosen neue Geschmacksnoten ein. Bei Dictador besteht das Fasslager zu 70% aus Ex-Bourbon-, 15% aus Ex-Sherry- und 15% aus Ex-Port-Fässern. Nach Angaben von Dictador werden aktuell über 98.000 Eichenholzfässer in den Warehouses gelagert.

dictador-experience-2

Auf diese Rums von Dictador solltet Ihr achten

Neben dem Dictador 12 Jahre ist der Dictador 20 Jahre einen Blick wert. Beide Rums werden nach dem Solera-Verfahren hergestellt – das Alter spiegelt wie oben beschrieben den Durchschnitt der enthaltenen Rums wieder.

Für den Dictador XO Insolent verwenden die Kolumbianer Bourbon-, Sherry- und Portfässer. Hierbei werden die Fässer mehrmals ausgebrannt um einen markanten Geschmack nach Vanille und Karamell zu betonen.

Auch wer Rums für seine Cocktails sucht, wird bei Dictador fündig: 1oo Months nennt sich die Serie, die zu -100% in Column Stills hergestellt wird. Mit Amber, Claro, Café und Orange gibt es für jeden Geschmack die passende Abfüllung.

Mehr Infos zu den Premium-Rums und den Produkten von Dictador findet ihr auf Dictador.com.


Schlagworte: ,


2 Responses to Dictador-Rum: Kolumbianische Premium-Rums mit Tradition

  1. „In einer Flasche Dictador 12 ist also der älteste enthaltene Rum nicht bloß 12 Jahre alt, sondern kann sogar viel älter sein.“

    Ich will nicht arg meckern, aber das bedeutet auch, dass der jüngste Rum deutlich JÜNGER ist als 12 Jahre, wie bei Solera üblich. Dann „Aged 12 Years“ aufs Etikett zu schreiben ist natürlich Verbrauchertäuschung. Das sind wir aber bei Rums heute gewohnt. Der eine oder andere Rumhersteller entfernt den Namenszusatz „Jahre“ und schreiben nur noch eine Zahl aufs Etikett, wie Flor de Cana oder Zacapa (nicht viel besser, aber immerhin); andere müssen diesen Schritt noch tun, wie Dictador.

    • Samuel Sam says:

      Hallo Schlimmerdurst,

      das allgemein beim Solera-Verfahren auch junger Rum enthalten sein kann ist richtig. Danke für den Hinweis. Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, habe ich mal bei Dictador nachgefragt. Nach Angaben der Destillerie wird sichergestellt, dass im Dictador 12 Jahre Rums zwischen 10 und 14 Jahren enthalten sind, die Lagerung erfolgt in ehemaligen Bourbon-Fässern. Beim Dictador 20 Jahre liegt die Altersspanne zwischen 16 und 24 Jahren.

      Wenn diese Angaben direkt der auf der Flasche stehen würden, wäre das natürlich noch transparenter.

      Viele Grüße
      Samuel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Über den Autor

Samuel

mag besonders fruchtige Speyside-Whiskys und rauchige Single Malts von Islay. Hin und wieder findet auch ein leckerer Karibik-Rum den Weg in sein Nosing-Glas. Im Test redet Sam Klartext.


Nach oben ↑

Weiterlesen zum Thema Rum
Heiliges Kanonenrohr: Captain Morgan White Rum im Test

Schon an der Bar werde ich komisch angeguckt, als ich den Captain Morgan White zum puren Tasting bestelle. Keine guten Vorzeichen für die Rum-Mischung aus der Karibik. Funktioniert er als...

Schließen