Rum

Veröffentlicht am 15. Juni 2015 | Foto: Alkoblog

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Rosinen lieben ihn: „Der gute Pott“-Rum im Test

Das Geheimnis eines guten Guglhupfs liegt in den Rosinen. Das habe ich schon früh gelernt, als ich meiner Mutter beim Backen zusah. Sie legte die Rosinen immer behutsam in eine Schale und tröpfelte dann Rum darüber. In kurzer Zeit war die Spirituose wie von Zauberhand verschwunden – nur die Rosinen wirkten auf einmal etwas dicker…

Ein Klassiker beim Backen ist der „echte Übersee-Rum“ von Pott. Die Marke wurde von Hans Hinrich Pott 1848 in Flensburg ins Leben gerufen. Ähnlich wie Johannsen Rum konzentrierte man sich auf den Import von hochprozentigem Rum aus der Karibik, den man in Deutschland dann mit Agraralkohol verschnitt. Erst 1969 ging man dazu über, nur noch „echten Übersee-Rum“ für den guten Pott zu verwenden. Es handelt sich dabei um importierten Rum, der auf eine Trinkstärke von 40 % verdünnt wird.

„Mit seinem erlesenem Aroma und seiner reichen Duftfülle ist Pott-Rum ein ausgeprägtes Geschmackserlebnis für anspruchsvolle Genießer.“ – Im Marketing nimmt der gute Pott die Backen jedenfalls ganz schön voll. Zeit also für uns, dem deutschen Rum-Marktführer einmal persönlich auf den Zahn zu fühlen.

Der gute Pott mit 40 % im Test

Wie riecht er?

Alkoholisch, süßlich und mit dem Geruch von Lack und Klebstoff. Hat mich spontan an Papas Werkzeugschrank erinnert. Sticht nicht, umgarnt den Gaumen dafür mit einer feinen Holzleimnote (Ponal?). Ein richtiges Heimwerkeraroma. Mit etwas gutem Willen riecht man helles Karamell und Zuckerwatte in Alkohol aufgelöst. Das war’s aber dann auch, eindimensional und unbeeindruckend verabschiedet sich der Pott Rum.

Wie schmeckt er?

Erstaunlich flach geht es weiter. Von einem Körper kann man da wirklich nicht sprechen. Ein Rum, der unter dem Geschmacks-Radar fliegt, in der Mitte nichts anbietet und direkt auf den Abgang zielt. Da geht er dann aber auch schon direkt in Bitterkeit über, so dass man schnell nachtrinken möchte, um den Geschmack loszuwerden. Hilft aber nichts. Eine Geschmacksmischung aus Holz, Klebstoff und bitterem Alkohol lässt keinen Genuss aufkommen. Schmeckt so der Biss in eine Pressspannplatte?

Alkoblog.de Rum-Test: Pott echter Übersee-Rum

Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Samuel: Für den puren Genuss nur geeignet, wenn die Wirkung und nicht der Geschmack zählt. Alkoholisch, eindimensional und unaromatisch ist dieser Pott-Rum im Tasting-Glas und anspruchsvollen Spirituosenregal fehl am Platz. Zum Backen geeignet, für mehr leider nicht...

1.7



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Über den Autor

Samuel

mag besonders fruchtige Speyside-Whiskys und rauchige Single Malts von Islay. Hin und wieder findet auch ein leckerer Karibik-Rum den Weg in sein Nosing-Glas. Im Test redet Sam Klartext.


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