Whisky deanston-12-jahre

Veröffentlicht am 15. März 2016 | Fotos: Alkoblog

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Honig im Kopf: Deanston 12 Jahre im Test

Was ist das Schönste an einer Whiskyreise? Natürlich, wenn man sich die Zeit nimmt, unterwegs einfach mal anzuhalten und spontan eine der Destillerien am Wegesrand zu besuchen. So auf unserer Fahrt von Edinburgh nach Oban: Wir folgen gerade gemütlich der A84, die sich am Fluss Keith durch eine sanft hügelige Landschaft schlängelt, als wir plötzlich ein Schild am Straßenrand aufblitzen sehen: Deanston Distillery & Visitor Centre – links abbiegen.

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Ich steige auf die Bremse – schaue zu meinem Bruder rüber. Ein kurzes Nicken, uns ist beiden klar: Hier müssen wir Halt machen. Die Deanston-Destillerie liegt direkt am Fluss im Gebäude einer alten Baumwoll-Mühle aus dem Jahr 1785. Diese wurde bei Gründung der Brennerei 1965 umgebaut. Auch der fast schon kultige Anbau mit dem Besucherzentrum stammt aus dieser Zeit. Wir steigen aus und machen erst mal Pause mit Wurstbroten und einem schönen Dram des Deanston 12 Jahre, den wir im Visitor Centre für ein paar Pfund gekauft haben.

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Das Unschöne an einer Whiskyreise ist, dass man am gleichen Tag noch weiter muss. Die Kombination aus Destillerie und Hotel ist immer noch viel zu selten. In unserem Fall hieß das: Wir müssen noch nach Oban. Ab Deanston immerhin 127 km über Lochearnhead und Crianlarich. Auf dem Papier klingt das nicht viel, aber wer schon mal in Schottland gefahren ist, weiß auch, dass man auf den kurvigen Straßen häufig nur 50 km pro Stunde fährt. Und zwischendurch anhalten muss, weil die Landschaft einfach so schön ist. Deshalb ist leider auch keine 9-Pfund-Standard-Tour bei Deanston mehr drin, auch wenn die sicher ganz spannend ist.

Dafür reisen wir mit schönen Eindrücken und noch schöneren Tasting Notes im Gepäck weiter. Hier sind Sie:

Unser Tasting des Deanston 12 Jahre

Wie riecht er?

Der Deanston riecht nach Wurstbrot. Ach ne, falsches Sample…noch mal richtig: Der Deanston riecht intensiv nach Honig und Heidekraut. Ein würzig-süßer Duft, der an Blüten, Heidewiesen im Sommer und Waldboden erinnert. Tannennadeln und Moos. Und immer wieder eine fast sirupartige Süße, die allerdings von herben Zitronenschalen aufgefangen wird.

Wie schmeckt er?

Die Süße des Nosings findet sich auch im Tasting wieder: Honig, Sirup, Zuckerguss. Das Holz ist eher dezent hinten platziert, zusammen mit dem Heidegras. Trotz des erhöhten Alkoholgehalts von 46,3 % ist der Deanston von den Aromen eher ein Leichtgewicht. Der Geschmack ist angenehm, aber insgesamt etwas kurz.

Alkoblog.de Whisky-Test: Deanston 12

Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Lukas: Die Deanston Destillerie ist einen Stopp wert - und der Deanston 12 einen Schluck. Die Abfüllung vereint klassische Highland-Qualitäten, trinkt sich überaus angenehm und ist gerade für Einsteiger gut geeignet. Fortgeschrittenen Genießern wird vermutlich etwas die Abwechslung und Tiefe fehlen, die eine weitere Entdeckungsreise in das Herz eines Malts so spannend machen. Wer den Deanston 12 beim Händler seines Vertrauens günstig sieht, sollte zugreifen.

3.8



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Über den Autor

Lukas

ist immer auf der Suche nach neuen Geschmackserlebnissen. Der Gründer des Alkoblogs liebt intensiven und abwechslungsreichen Whisky und Bourbon. Im Test stellt er aber auch andere Spirituosen wie Rum oder Gin auf die Probe. Und in der Bar darf es auch mal ein klassischer Cocktail sein.


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