Er greift immer häufiger zur Flasche: Ray Milland in Das verlorene Wochenende (Foto: PR)

In diesem Drama aus dem Jahr 1945 porträtiert Billy Wilder einen in jungen Jahren gefeierten Schriftsteller, der seine Erfolge nicht fortsetzen konnte. Immer häufiger greift er zur Flasche, um seine Schreibblockade zu überwinden. Ein verhängnisvolles Wochenende, welches den Protagonisten nah an den Abgrund und an eine Entscheidung führt, beginnt. Ein großer Trinkerfilm und ein eindrucksvoll gespieltes Drama.

Auf der High School war Don Birnam ein talentierter Schriftsteller und wurde schon als der nächste Ernest Hemingway gefeiert.  Als er die Schule jedoch abbricht, möchte ihm nichts mehr so recht gelingen, seine Werke floppen oder bleiben loses Stückwerk. Um die Schreibblockade zu überwinden greift er immer öfter zur Flasche.

Am Wochenende kommt der große Absturz

Nach seinem letzten Absturz überreden ihn sein Bruder Wick sowie seine Freundin Helen, eine Zeit lang Urlaub auf dem Land zur Erholung und Abkehr vom Alkohol zu machen. Mit einem Vorwand schafft Don es kurz vor der Abreise Helen und Wick loszuwerden, er erscheint nicht zum Abreisetermin und versäuft das ganze Wochenende in New York. Eindringlich zeigt der Film nun die verschiedenen Stufen der Erniedrigung eines Alkoholikers, Don bettelt, droht und stiehlt um sich die nächste Dosis Alkohol verschaffen zu können. Gleichzeitig zeigt der Film in Rückblenden den hoffnungsvollen Beginn der Beziehung zu Helen sowie den Beginn von Dons Alkoholsucht. In seiner Verzweiflung versucht Don letzten Endes sogar für ein paar Dollar seine Schreibmaschine beim Pfandleiher zu versetzen und gesteht sich damit sein Scheitern als Schriftsteller ein.

Das bittere Ende oder die Rettung?

Schließlich landet Don im Rausch in der Alkoholiker-Abteilung des städtischen Krankenhauses. Die nächtlichen Qualen eines anderen Patienten, der ein Delirium Tremens erleidet, erschüttern ihn zutiefst. Er flieht nach Hause, wo er jedoch das gleiche erleidet. Am nächsten Morgen verpfändet Don den Leopardenmantel von Helen um eine Schusswaffe auszulösen. Fest entschlossen, sich das Leben zu nehmen, kehrt  nach Hause zurück. Die herbeieilende Helen kann gerade noch seinen Freitod verhindern und ihn dazu bewegen die Geschichte seines alkoholischen Verfalls zu Papier zu bringen. Ob die Sucht damit nachhaltig überwunden wird bleibt offen.

Fazit zu „Das verlorene Wochenende“

Mit dem Verlorenen Wochenende von 1945 schuf Billy Wilder ein herausragendes Alkoholikerdrama, welches völlig zurecht mit vier Oscars ausgezeichnet wurde.  Es zeigt sehr eindrucksvoll die Mechanismen der Sucht sowie den zunehmenden Verfall den überhöhter Konsum von Alkohol nach sich zieht. Einen großen Anteil an der Qualität des Films hat jedoch auch Ray Milland in der Rolle des Don Birnam. In bestürzender und eindringlicher Art gelingt es ihm ein realistisches Bild eines Alkoholkranken auf die Leinwand zu zaubern. Das verlorene Wochenende ist ein Klassiker der Filmgeschichte und ein Vertreter des Film Noir den man gesehen haben sollte.

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