Der Dalmore 15 Jahre ist ein gemütlicher Whisky, den man schon beim Auspacken der Flasche auf eine Weise ins Herz schließt. Ob dies nun an der simplen und daher auch sehr eingängigen Geschichte mit König Alexander III und dem wildgewordenen Hirsch liegt, welche die Grundlage für das auffällige, royal wirkende Hirschgeweih auf den Abfüllungen legt? Oder ist es nur der kalte und regnerische Oktobertag in Berlin und die Sehnsucht nach einem wärmenden Dram auf dem gemütlichen Sofa? Ich weiß es nicht genau. Jedoch strahlen die Dalmore Abfüllungen für mich eine besondere und erhabene Aura aus. Insofern kann ich Mark vom gern gelesenen Malt Review Blog für seine Vorliebe für Dalmore gut verstehen. Aber nun ab auf’s Sofa, zu den Fakten und zum Tasting.

Ausgefeiltes Finish in drei verschiedenen Sherryfässern

Der große Clou des Dalmore 15 Jahre (40%) ist sein ausgefeiltes Finish in ehemaligen Sherryfässern. Allerdings erst nachdem er 12 Jahre Lagerung in Bourbon-Fässern hinter sich gebracht hat. Die Lagerung beziehungsweise das Finishing von Whisky in alten Sherryfässern ist an und für sich nichts Besonderes. Dennoch ist es ein bemerkenswerter Umstand, dass die Wahl für das Finish des Dalmore 15 Jahre auf Amoroso-, Apostoles- und Matusalem-Sherryfässer fiel.

Master Distiller Richard Paterson hat sich damit nämlich etwas anderes als die üblichen Verdächtigen wie Oloroso-Sherry oder Pedro Ximenez-Sherry ausgesucht. Da ich ein großer Freund von spannenden Whisky-Finishes bin und gerade die große Geschmacksbandbreite den Whiskygenuss ausmacht, freue ich mich jetzt auf ein schönes Dram mit Geweih aus den schottischen Highlands.

Der Dalmore 15 Jahre mit Geschenkkarton (Foto: Amazon)

Unser Tasting des Dalmore 15 Jahre

Wie riecht er?

Gleich zu Beginn ist ein tiefer würziger Sherrygeruch wahrnehmbar, den man gar nicht verpassen kann.  Dann Weihnachtsgebäck, Spekulatius und Karamell bevor es mit Orangenmarmelade, Mandarine und Rosine etwas herb fruchtig wird. Anschließend ist helles lackiertes Holz zu riechen. Insgesamt ein sehr „glatter“ Geruch wie „frisch gewaschen und gebügelt“.  Ein Dram bei dem es sich lohnt sich Zeit zu nehmen und zu genießen. Später kommen noch eine Idee Ginger Ale, Karamellpudding sowie nussige Röstaromen von Haselnüssen hinzu. Im Geruch eine feine Geschichte!

Wie schmeckt er?

Blumig süßlich, seidig und weich rutscht der Dalmore 15 über die Zunge, nicht ohne jedoch einige Spuren zu hinterlassen. Kräftiges Holz und röstige Aromen aber auch wenig Frucht für einen Whisky mit Sherry-Finish sind zu schmecken. Viel Sherry macht nicht automatisch viel Frucht, wie ich schon beim Auchentoshan Three Wood erfahren habe. Nur Rosinen, grüne Feigen, Birne und etwas Ingwer fließen beim Dalmore 15 vorbei, anschließend kommt recht schnell ein dominanter und satter Holz-, Erd- und Kohlegeschmack durch. Herzlich Willkommen beim Grillfest! Auch hier lohnt es sich dem Whisky die Zeit zu geben die er braucht, um alle Aromen vor einem auszubreiten. Den letzten Kick gibt einem der Dalmore 15 Jahre mit einer leicht pfeffrigen und dunklen Schokoladennote mit Zimt im langen Abgang auf den Weg.

Definitiv ein sehr ernster Herrenwhisky, der so schmeckt wie die holzgetäfelte Bibliothek im Herrenhaus riecht. Was schon beim Tasting des Dalmore 12 Jahre auffiel, bestätigt sich auch hier: Die Abfüllungen legen wenig Wert auf Körper und haben einen starken Fokus auf der Holzkomponente, herberen Aromen und dem Finish.

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Wir danken dem Weisshaus-Shop für die Zusendung des Dalmore 15 Jahre.

Dalmore 15 Jahre
Gestaltung & Story84
Geruch86
Geschmack82
Preis-Leistung80
84
Vielschichtig
Fazit
Dalmore 15 Jahre: Ein Dram wie ein Herrenhaus im Winter. Mit seinem gemütlichen Duft nach Weihnachten und Holz fängt er einen direkt ein. Im Geschmack dann erstaunlich wenig Frucht, ein leichter Körper und viel herbe Holzaromen. Ein "Herren-"Whisky den man mag oder eben nicht und der Zeit braucht, um seine eigene Komplexität zu entfalten. Ein Malt wie ein Großvater, der einem seine Lebensgeschichte erzählt. Der Preis von 50 bis 60 Euro ist für einen 15 Jahre alten Single Malt dieser Qualität überaus fair.

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