Whisky

Veröffentlicht am 24. März 2015 | Foto: Alkoblog

0

Whisky mit Geweih: Dalmore 12 Jahre im Test

dalmore-12-jahre-flascheMit dem ausladenden Hirschgeweih auf der Flasche haben mich die Abfüllungen von Dalmore schon immer ein wenig an den deutschen Szene-Kräuterlikör Jägermeister erinnert. Ansonsten haben beide Spirituosen nicht viel gemein: Die Dalmore-Destillerie ist jedenfalls nicht dafür bekannt ihre Highland-Whiskys mit Kräutern zu versetzen. Gut so!

Wie kam ich überhaupt dazu, mir in der Devil’s Advocate-Bar in Edinburgh unter der Vielzahl an Malts ausgerechnet den Dalmore 12 auszusuchen? Es war überraschenderweise ein Kinofilm, der mich an diese Destillerie erinnerte: Im Agentenfilm „Kingsman“ wird in einer Szene ein Dalmore 1962 getrunken, welcher zu den teuersten Whiskys weltweit zählt. Mit Blick auf die Reisekasse sollte es dann für mich diesmal noch nur die 12-jährige Abfüllung sein. Und da sag mal einer, dass Product Placement nicht wirkt…

The Dalmore 12 Jahre im Whisky-Test

Wie riecht er?

Beim Dalmore 12 stehen Duftnoten von Sherry, dunklem Holz und Lack im Vordergrund. Anders als man es von einer zwölfjährigen Abfüllung erwarten würde, punktet der Dalmore aber auch mit reiferen Fruchtaromen wie Sauerkirsche und Waldbeeren. Der Duft ist weich, kühl und eher schwer. Mehr Herrenhaus als Studentenwohnheim, mehr Tweedjacke als Kapuzenpulli. Fast möchte man rufen: „Ey Dalmore, du alter Snob!“ – doch dieser Single Malt macht seine Sache echt gut.

Wie schmeckt er?

Unser neu gewonnener Freund bleibt sich treu: Trocken, holzig und leicht präsentiert er sich am Gaumen. An Fruchtnoten findet sich nur etwas Birne wieder. Ganz schottischer Gent bietet er uns gleich darauf eine Tasse gesüßten Schwarztee mit Milch an. Wer könnte da ablehnen? Ein Stück Herrenschokolade dazu? Sehr gerne. Das Aufschließen mit Wasser lässt uns Pfirsich-Melba schmecken, der Whisky wird breiter im Geschmack aber auch flacher. Daher ist die Zugabe von Wasser beim Dalmore 12 nur bedingt zu empfehlen.

Eine weitere Standardabfüllung der Destillerie ist der Dalmore 15 Jahre. Einer 12jährigen Lagerung in Bourbon-Fässern folgt bei diesem Whisky ein Finish in drei unterschiedlichen Sherryfässern.

Alkoblog.de Whisky-Test: Dalmore 12

Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Samuel: Der Dalmore 12 Jahre ist ein guter Einsteiger-Whisky, der über eine gelungene Aromenfülle und einen eigenständigen Charakter verfügt. Einziges Manko ist sein schmaler Körper. Da könnte er noch zulegen. Für rund 35 Euro pro Flasche eine empfehlenswerte Alternative zu anderen Standard-Malts.

3.7



Schlagworte: , , , , ,


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Über den Autor

Samuel

mag besonders fruchtige Speyside-Whiskys und rauchige Single Malts von Islay. Hin und wieder findet auch ein leckerer Karibik-Rum den Weg in sein Nosing-Glas. Im Test redet Sam Klartext.


Nach oben ↑

Mehr in Whisky
Party unter Palmen: Balvenie 14 Jahre Caribbean Cask im Test

Mit seinem Rum-Finish ist dem Balvenie Caribbean Cask der Exoten-Status sicher. Doch kann er auch im Glas karibische Gefühle wecken? Unser Whisky-Test auch für Rum-Freunde

Schließen