Foto: Steward Chambers / Flickr

Bei mir steht ein altes grünes Fahrrad. Sportlicher Lenker, wackelige Schutzbleche, coole Klingel. Ein schönes Fahrrad, welches mich schon so manchen langen Kilometer getragen hat. Eines Tages, es musste ja irgendwann passieren, bemerkte ich einen Platten an meinem schönen alten Rad. Eigentlich wollte ich nicht mehr viel Geld in das Fahrrad investieren. Ich ahnte innerlich, dass dies der Auftakt für umfangreiche Sanierungsmaßnahmen werden würde. Doch einfach stehen lassen? Nach einigem hin- und herüberlegen ging ich dann doch zum Fahrradladen, um es reparieren lassen. Wenige Tage später, ich wollte nur mal kurz zum Bäcker um die Ecke fahren: Schon wieder ein platter Reifen. Na toll! Jetzt steht das Fahrrad wieder in der Ecke.

So ähnlich wie mit meinem alten Fahrrad verhält es sich auch mit dem Connemara Original Irish Whiskey. Man kann immer wieder am Verschluss herumschrauben, sich ein Nosing Glas einschenken, daran riechen und schmecken. Doch letzten Endes stellt man ihn dann doch wieder in die Ecke, wie ein plattes Rad. So richtig warm werden wir mit dieser Abfüllung nicht, die Luft ist raus, dabei ist der Connemara sogar etwas rauchig.

Irische Torffeuer und Gerste aus lokalem Anbau

Die Besonderheit der Connemara-Destillerie: Wie bei den schottischen Kollegen wird die Gerste hier über einem Torffeuer gedarrt, also getrocknet. Ungewöhnlich, denn irischer Whiskey ist normalerweise mild und nicht rauchig. Bei der Auswahl der Gerste sind die Iren strikt national eingestellt: Es kommt ausschließlich irische Gerste in den Gärbottich und somit ein komplett irisches Produkt in die Flasche. Die Gestaltung des Connemara Original ist dann auch stimmungsvoll traditionell, mit keltischen Schnörkeln, klassisch irischem Grün und einer fast schon verspielten Typografie. Nur die Form der Glasflasche hätte noch etwas ausgefallener sein können.

Eine Flasche in irischem Grün: Connemara Peated Single Malt Whiskey. (Foto: Alkoblog)
Eine Flasche in irischem Grün: Connemara Peated Single Malt Whiskey. (Foto: Alkoblog)

Unser Tasting des Connemara Original

Wie riecht er?

Mögt ihr diese grünen Haribo-Gummifrösche? Dann ist der Connemara Original genau die richtige Wahl. Ich esse die Gummifrösche sehr gern, aber ein Whiskey der danach riecht? Im weiteren Verlauf erinnert mich der Duft an Weichspüler mit Flieder, Blüten, Honig und irgendwie auch an ein billiges Parfüm. Angenehm ist etwas anderes, der Connemara hat auf Dauer einen ziemlich aufdringlichen Geruch. Positiv vermerken wir den Hauch von Aprikosenmarmelade und die leichte Rauchnote.

Wie schmeckt er?

Auch beim Geschmack kann der Connemara nicht wirklich überzeugen: Dünn und unkomplex wandert er über den Gaumen ohne besondere Geschmackserlebnisse zu zaubern. Die dezente Rauchnote ist noch das stärkste Element in der Mischung. Wenn sie verblasst, bleibt bis auf etwas Gras und ein paar Röstaromen nicht viel zurück. Positiv könnte man sagen, dass der Connemara Original sehr mild ist. Aber eigentlich ist er einfach nur sehr blass. Auch kommt hin und wieder der Alkohol als leicht bittere Note durch. Der Versuch den Whiskey mit Cola aufzupepppen endet aber vielversprechend. Der Rauch schafft eine schöne Ergänzung zur Süße der Limonade. Zum Mischen ist der Connemara also durchaus eine Alternative zum Blend.

Connemara Original
Gestaltung & Story70
Geruch58
Geschmack56
Preis-Leistung40
56
Fazit
Der Connemara Original Irish Whiskey kann uns im Whiskey-Test nicht überzeugen: Nichts gegen milde Malts, aber müssen sie derart blass und unscheinbar sein? Hinter der dezenten Rauchnote kommt beim Connemara nicht mehr viel. So ist wenig Spaß im Glas. Zum Mischen allerdings eine Alternative zu Scotch-Blends.

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