Gin

Veröffentlicht am 25. Mai 2016 | Foto: Alkoblog

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Welcome to the Jungle: Colombian Aged Gin Treasure im Test

Dr. Livingstone, I presume? – Henry Morton Stanley

Einen lange verschollenen schottischen Gentleman, wie Dr. Livingstone, unverhofft im Dschungel zu treffen, so wie Henry Morton Stanley im Jahr 1871, ist mindestens genau so überraschend und ungewöhnlich, wie heutzutage ein Gin aus dem fernen Kolumbien. Verbindet man Gin doch auch heute noch gemeinhin mit Großbritannien

Die Besonderheit des ersten kolumbianischen Gins

Der Colombian Gin von Dictador weist außer seiner Herkunft sogar noch weitere Besonderheiten auf. So wird der Gin auf der Basis von Zuckerrohr gebrannt und ist damit der erste seiner Art. Die Destillation erfolgt in Column Stills (konstante Destillation) und wird fünffach ausgeführt. Zudem wird der Kolumbianer anders als normaler Gin, welcher ziemlich direkt nach der Destillation abgefüllt wird, für mindestens sechs Monate in ehemaligen Rum-Fässern von Dictador gelagert.

Die Botanicals: Alte Bekannte und besondere Südfrüchte

Bei den Botanicals darf dann der typische Wacholder aber doch nicht fehlen. Darüber hinaus ist neben verschiedenen Beeren, Gewürzen und Schalen, mit Tangerine-Lemon aus Kolumbien (einem Hybrid zwischen Limette und Mandarine) auch eine besondere Südfrucht enthalten. Zusammen mit der Lagerung in ehemaligen Rum-Fässern (Ex-Bourbon) ergibt sich eine spannende Mischung. Doch funktioniert sie auch? Finden wir es im Tasting heraus!

Der Colombian Aged Gin Black im Tasting

Wie riecht er?

Vor der ersten Geruchsprobe fällt die Farbe des Colombian Aged Gins auf. Die Spirituose ist nicht klar, wie sonst üblich, sondern Honigfarben. Der Einfluss des Holzfasses macht sich also schon hier bemerkbar, sofern keine ergänzenden Farbstoffe auf dem Etikett angegeben sind.

Im Geruch ist der Kolumbianische Gin dann deutlich süß und würzig. Ich rieche Rohrzucker und frische Zitrone und Minze. Der Duft erinnert mich so an einen Caipirinha. Die Rum-Aromen und leicht holzige Eichennoten deuten auf die Lagerung hin. Weiterhin rieche ich Ingwer (gesüßter Ingwertee), Blütenhonig, Himbeeren, Waldmeister und feinen Wacholder. Der Geruch ist vielschichtig und interessant.  Nach etwas Ruhezeit präsentiert der Colombian Aged Gin den Duft von frischer Wäsche sowie seifige und parfümige Noten.

Wie schmeckt er?

Dank der Fasslagerung ist der Geschmack  für einen Gin entsprechend ungewöhnlich. Schon gleich im Antritt ist die Lagerung in Rum-Fässern deutlich spürbar. Der Geschmack, mit Rum und zitroniger Süße erinnert mich an eine stark gemischte Rum-Cola. Im Geschmack sind die Aromen, anders als im Geruch, nicht mehr so klar trennbar. Man sollte sich also Zeit nehmen.Neben Cola-Geschmack (wie die Cola-Flaschen-Süßigkeiten) schmecke ich Zitrusschalen und Mandarine heraus. Der Geschmack wird nun ernster, kalter schwarzer Tee und geröstetes Zuckerrohr mit grasigen Noten. Aber auch Kräuter und Gewürze wie Melisse, Wacholder oder Ingwer sind im Geschmack enthalten. Im Abgang wird der kolumbianische Gin mit Aprikose und Orange wieder süßer und milder.

Alkoblog.de Gin-Test: Colombian Aged Gin Treasure

Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Sam: Als wäre ein kolumbianischer Gin aus Zuckerrohr nicht schon ungewöhnlich genug, trumpft der Colombian Aged Gin im Tasting mit vielen interessanten Aromen auf. Die Lagerung in ehemaligen Rum-Fässern bringt dabei spannende neue Nuancen in die Spirituose. Gin muss nun zwar nicht völlig neu gedacht werden. Der Gin-Genießer mit dem Sinn für das Besondere wird jedoch seine Freude an diesem Gin-Neuling haben. Der Preis ist mit rund 30 Euro fair.

4.1



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Über den Autor

Sam

mag besonders fruchtige Speyside-Whiskys und rauchige Single Malts von Islay. Hin und wieder findet auch ein leckerer Karibik-Rum den Weg in sein Nosing-Glas. Im Test redet Sam Klartext.


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