Cocktails

Veröffentlicht am 30. Juni 2016 | Cocktail-Fotos: Alkoblog

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Kult-Cocktails: 3 zeitlose Klassiker für den Sommer

Ich kann mich noch genau daran erinnern, wo ich meinen ersten richtig guten Cocktail getrunken habe. Es war ausgerechnet in der Glücksspielmetropole Las Vegas. Meine Freundin und ich hatten Blackjack im Casino des MGM Grand gespielt und aus 100 Dollar immerhin 150 gemacht. Dieser Sieg wollte gefeiert werden. Wir liefen über den Strip, die große Hauptstraße von Vegas, euphorisiert von unserem Erfolg. Und landeten kurz darauf in der kühnen Bar des superschicken Aria-Hotels. „Was möchtest du trinken?“, fragte der Barkeeper. Eine Karte gab es nicht. Ich bestellte einen Gin Mule, weil das der einzige Drink war, der mir in diesem Moment einfiel. Ja, sicher nicht die spannendste Wahl. Aber es war ein erstklassiger Cocktail – fruchtig, säuerlich, gut strukturiert und mit fein-würziger Gin-Note.

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Hier hatte ich meinen ersten richtig guten Cocktail: Die aufregend gestaltete Bar des Aria-Hotel Las Vegas (Foto: prayitno/flickr)

Warum wir bei Cocktails mehr auf Qualität achten sollten

Doch mein Vegas-Erlebnis ist leider eine Ausnahme: Häufig verspricht „einen Cocktail trinken gehen“ hierzulande keinen richtigen Genuss. Viele Bars und Restaurants haben immer Happy Hour. Ein Cocktail kostet zwischen 4 und 5 Euro. Was in die Drinks reinkommt, ist auch klar: Viel Eis, viel Sirup und dazu billiger Fusel. Man trinkt schön lange an so einem Cocktail und betrunken wird man auch. Aber wer einmal einen richtig guten Drink im Glas hatte, möchte an die zuckersüßen Schädelmacher nicht mehr ran.

Und es ist ja auch merkwürdig: Wir essen gerne Bio-Fleisch, backen unser Brot selber und gucken auf die Herkunft unseres Kaffees. Warum also nicht auch darauf schauen, woraus unsere Spirituosen hergestellt werden? Bestes Beispiel hierfür sind die unzähligen Craft-Gins, die in den letzten Jahren auf den Markt gekommen sind. Regionale Botanicals, neuartige Mischungen und ein cooles Design holten die Spirituose aus der Schmuddelecke. Der moderne Genießer möchte wissen, was in seinem Drink steckt. Und das gilt auch für Cocktails!

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Bei einer guten Bar steht die Qualität im Vordergrund (Hier: G&T im Hotel Zoe Berlin)

Die klassischen Cocktails sind zurück – und mit ihnen die passenden Gläser

In den trendigsten Bars sind ausgerechnet alte Klassiker aus dem 19. Jahrhundert en vogue! So genannte Spirit-based Cocktails stellen die hochwertigen Spirituosen bewusst in den Vordergrund. Man soll schmecken, dass der Drink aus Alkohol besteht – und zwar aus gutem. Bei Namen wie Old Fashioned, Negroni, Sazerac oder Manhattan läuft Genießern das Wasser im Mund zusammen. Wer es ganz authentisch mag, stöbert im Antiquariat oder auf Fachseiten im Internet in Cocktail-Büchern aus längst vergangenen Zeiten. Dort lässt sich so manche Kuriosität entdecken.

Ebenfalls zurück sind die klassischen Cocktailgläser: Schmaler Stil und eine ikonische, weit ausladende Form sind ihr Markenzeichen. Deutsche Glasmanufakturen wie Arnstadt Kristall fertigen die besten Exemplare. Die Unikate werden in aufwendiger Handarbeit aus Bleikristallglas hergestellt und mit wertvollen Details aus Gold oder Platin verziert. Für unsere Cocktail-Story hat uns die Manufaktur aus Thüringen einige ihrer schönsten Exemplare zur Verfügung gestellt: Die Cocktailgläser Imperial, Harmony Gold und Mon Plaisir. Und wir können nur sagen: Das Auge trinkt tatsächlich mit!

Drei zeitlose Drink-Rezepte für den Sommer

Gleich drei köstliche Cocktails buhlen um die Aufmerksamkeit der Genießer: Der Old Fashioned lässt es mit Rye Whiskey noch ganz klassisch-robust angehen, beim El Burro kommen neben Tequila auch Ananas und der Geschmack von Ingwer ins Glas – der perfekte Drink für den Sommer! Stilvoll elegant präsentiert sich der French 75, der Champagner und Gin zu einem edlen Aperitiv kombiniert und zeigt, dass es der berühmte Schaumwein in sich haben kann.

Old Fashioned Cocktail

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Cocktailglas Imperial von Arnstadt Kristall mit echtem Platinrelief

Die Geschichte des Old Fashioned soll bis ins Jahr 1806 zurückreichen. Die Zeitung „Balance and Columbian Repository“ beschrieb den Drink damals als „ein anregendes Getränk aus beliebigen Spirituosen, Zucker, Wasser und Bitter“. Umgangssprachlich wurde diese Kombination auch „Bittered Sling“ genannt. Im Jahr 1888 tauchte der Cocktail erneut in Büchern auf – nur gehörte er inzwischen zum alten Eisen. Kurz: Old Fashioned. Unsere Anleitung folgt der klassischen Rezeptur der International Bartenders Association, verwendet aber würzigeren Rye Whiskey anstelle des Bourbons. Ein kräftiger Drink für Gentlemen mit Charakterstärke.

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Das braucht ihr:

6 cl Rye Whiskey (z.B. Jim Beam Rye)
1 Zuckerwürfel
2 Spritzer Bitters (z.B. Ferdinand’s Winerose & Lavenders Bitters)

So wird’s gemacht:

Alle Zutaten im Cocktailshaker vermengen, aber nicht schütteln, sondern mit Eis rühren. Einen großen Eiswürfel ins Cocktailglas geben und den Drink darauf abseihen. Mit einem Stück Zitronenschale garnieren.

El Burro Cocktail

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Cocktailglas Harmony Gold von Arnstadt Kristall mit 21 Karat Goldrand

In den hippen Bars von New York bis Buenos Aires weiß man es schon längst: Mezcal ist groß im Kommen. Die mexikanische Spirituose aus der Agave – bekanntester Ableger ist der Tequila – kommt in hochwertiger Ausführung ins Glas. Der Geschmack ist überraschend „pflanzlich“, lässt aber genug Raum für die Aromen von Ingwer und Ananas. Ein fruchtiges Cocktail-Erlebnis, welches im richtigen Glas noch besser zur Geltung kommt.

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Das braucht ihr:

6 cl Tequila (nicht der mit dem roten Mexikohut, besser z.B. José Cuervo)
3 cl Ingwerlimonade (z.B. Thomas Henry Spicy Ginger)2 cl frisch gepressten Limettensaft
2 cl Ananassaft
1 Stück Würfelzucker oder 1,5 cl Zuckersirup
0,75 cl Pernod Ricard

So wird’s gemacht:

Alle Zutaten mit Eis shaken und mit den Eiswürfeln ins Cocktailglas geben. Mit einer Limettenscheibe am Glasrand dekorieren.

 

French 75 Cocktail

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Wozu verlockt so ein schönes Glas? Natürlich zum Champagner trinken. Nur Champagner? Nein, viel besser: Gin, Zitronensaft und etwas Süße geben dem edlen Tropfen den richtigen Kitzel. Ein Abend kann kaum stilvoller beginnen als mit diesem klassischen Cocktail als Aperitiv!

Das braucht ihr:

3 cl Gin (z.B. Elephant Dry Gin)
1,5 cl frisch gepressten Zitronensaft
1 Stück Würfelzucker oder 1,5 cl Zuckersirup
1 Flasche Champagner (oder Cava) zum Auffüllen des Drinks

So wird’s gemacht:

Alle Zutaten mit Eis im Cocktailshaker mixen und ins Glas abseihen. Den Drink mit Champagner auffüllen und gartniert mit einem Stück Zitronenschale im Glas servieren.

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Cocktailglas Mon Plaisir von Arnstadt Kristall mit brillantem Tiefschliff


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Über den Autor

Lukas

ist immer auf der Suche nach neuen Geschmackserlebnissen. Der Gründer des Alkoblogs liebt intensiven und abwechslungsreichen Whisky und Bourbon. Im Test stellt er aber auch andere Spirituosen wie Rum oder Gin auf die Probe. Und in der Bar darf es auch mal ein klassischer Cocktail sein.


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