Negroni, Martini, Manhattan – die klassischen Drinks sind wieder im Kommen. Wer keine gut sortierte Bar um die Ecke hat, dem bleibt immerhin heimisches Shaken. Doch anders als für eine Whisky-Cola bekommt man Zutaten wie Vermouth, Bitters oder gute Liköre nicht an jeder Ecke. Und wer einen Cocktail nur probieren möchte, hat hinterher dennoch eine Menge geöffneter Flaschen herumstehen.

Die Cocktail-Box des Drink-Syndikats aus Berlin-Wedding will da Abhilfe schaffen: Jeden Monat erhält man die Zutaten für sechs hochwertige Drinks (4x für Rezept Nr. 1 und 2x für Rezept Nr. 2) nach Hause geliefert. Das entspricht rund 300 ml bei der Hauptspirituose und entsprechend kleineren Fläschchen bei zusätzlichen Zutaten. Nur das Eis muss man noch selbst kühlen – so das Versprechen der Macher.

Die Cocktail-Box im Test. (Foto: Drink Syndikat)
Die Cocktail-Box im Test. (Foto: Drink Syndikat)

Inspiriert von Klassikern der Spirit-Forward-Cocktails

Wir haben eine kleine Variante der aktuellen Cocktailbox geschickt bekommen und diese natürlich gleich einem Test unterzogen. Enthalten waren die Zutaten für „The Martinez“, dem mutmaßlichen Vorgänger des bekannten Martini-Cocktails. Beide Drinks wurden in der Zeit zwischen 1860 und 1870 vermutlich das erste Mal gemixt. Damals kam Wermut in den USA als Cocktailzutat schwer in Mode und viele Rezepte für so genannte Spirit-Forward-Cocktails entstanden.

In dieser Tradition der alkoholgeprägten Cocktails sieht sich auch die Box des Drink-Syndikats. Bei den enthaltenen Spirituosen scheint der Fokus auf Qualität und Regionalität zu liegen: So war bei uns Vermouth Red von Belsazar, Gin blanc von Madame Geneva, Orange Bitters von The Bitter Truth und Maraschino-Likör von Schladerer enthalten. Eine beiliegende Karte zeigt auch noch einmal, woher die Zutaten kommen.

Unser Cocktail-Test: The Martinez

Im Glas ergibt sich im Zusammenspiel mit etwas Eis eine wirklich sehr feine Mischung: Der Wermut spielt seine intensive, süße Fruchtigkeit aus, der Gin hält mit seiner würzigen Wacholder-Note dagegen. Der Orange Bitters verleiht dem Drink eine zusätzliche Dimension, die an Orangenschale erinnert. Der Maraschino-Likör wirkte allerdings etwas zuckrig und hätte in meinen Augen noch mehr nach Kirsche schmecken können. Im Cocktail kommt er dadurch nicht so stark zur Geltung (was natürlich auch an der geringen Menge von 5 ml liegen kann). Insgesamt handelt es sich aber um eher kleine Drinks, was aber in der Tradition der klassischen Vorbilder steht. Hier zu sehen sind Nosing-Gläser mit je 2cl Martinez:

Fazit zum Drink-Syndikat Cocktail-Abo

Das Cocktail-Abo des Drink-Syndikats ist eine originelle Geschenkidee, für alle die gute Drinks lieben. Die verwendeten Zutaten haben eine gute Qualität und auch das Mischen der Drinks geht dank der einfach erklärten Rezepte leicht von der Hand. Interessant ist die Box auch für alle, die gerne neue Spirituosen kennenlernen möchten. Wer möchte schließlich auf gut Glück eine große Flasche Vermouth kaufen?

Nachteil des Konzeptes: Wer mehr als sechs Cocktails genießen möchte, muss sich nach einer anderen Quelle für Nachschub umschauen. Leider gibt es aktuell keine Möglichkeit, einzelne Spirituosen direkt beim Drink-Syndikat nachzubestellen. Auch kann man nicht bestimmte Rezepte auswählen, sondern muss den Drink nehmen, der für den jeweiligen Monat vorgesehen ist.

Die gelieferte „Bar für Zuhause“ hat ihren Preis: 34,90 Euro kostet das Cocktail-Abo pro Monat. Aktuell gibt es drei Monate für 99 Euro im Angebot. Für dieses Geld kann man natürlich auch in eine gute Bar gehen und sich die Drinks einfach mixen lassen. Je nachdem wo ihr wohnt, kriegt ihr vielleicht nicht ganz sechs Drinks für das Geld. Vorausgesetzt natürlich auch, ihr kennt eine, deren Barkeeper sein Handwerk versteht.

1 Kommentar

  1. Hi,

    so ein Cocktail-Abo halte ich für ein sehr interessantes Konzept.
    Allerdings scheinen eher Zutaten für die klassischen, sehr starken Cocktails enthalten zu sein. Also nicht für Sex on the Beach oder so. Von daher wohl eher etwas für wohlhabende Kenner 🙂
    Trotzden eine gute Idee! Denn Cocktails brauchen viele Zutaten und nur selten lohnt es sich, gleich große Flaschen (die ja dann noch mehr kosten) der einzelnen Zutaten zu kaufen.

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