Die Chinesen mögen ihn schon mal. Von 43 Millionen Litern Chivas Regal, die im Jahr 2012 weltweit verkauft wurden, ging die Hälfte in die Volksrepublik. Und auch hierzulande ist der 12 Jahre alte Scotch Blend ein fester Bestandteil in vielen Bars. Grund genug sich die markante Flasche mit den gekreuzten Schwertern auf dem Etikett einmal genauer anzuschauen.

Was ist drin im Chivas Regal?

Eine Frage, die sich bei jedem Blend stellt: Was ist drin? Wie andere Blended Whiskys auch, besteht Chivas Regal aus bis zu 40 verschiedenen Single Malts und Grain Whisky. Der Anteil von letzterem soll beim Chivas 12 bei etwa 40-50 % liegen (so zumindest verschiedene Whisky-Blogs). Der Text auf der Verpackung verkündet: „Every drop of whisky must mature for a minimum of 12 years to earn its place in Chivas Regal“, heißt es da. Die enthaltenen Malt- und auch die enthaltenen Grain-Whiskys (nicht aus Gerste gebrannt) sind mindestens 12 Jahre im Fass gereift.  Das Herz von Chivas bildet übrigens der Single Malt aus der überaus hübschen Destillerie Strathisla in der Speyside. Und auch einige der anderen enthaltenen Whiskys dürften schon mal Speyside-Luft geschnuppert haben.

Der silbern glänzende Karton erinnert ein wenig an ein Metalltor, in welches keltische Inschriften und Bilder eingraviert sind. Das fällt definitiv auf, hat aber auch etwas von Folklore. Das Etikett in Wappenform wirkt mit seinen Schwertsymbolen recht verspielt, aber nicht so hochwertig wie andere Flaschen. Wirft man einen Blick auf die Banderole, könnte man den Chivas Regal 12 glatt für einen Single Malt halten. Doch wickelt man das Metall ab, kommt dann doch ein Schraubverschluss zum Vorschein.

Unser Tasting des Chivas Regal 12 Whisky-Blends

Wie riecht er?

Gießt man einen Schluck Chivas Regal in den Interpretationsgenerator (mit welchem übrigens alle Rezensionen des Alkoblogs geschrieben werden!), so spuckt er wenige Sekunden später die Worte „weich“ und „weihnachtlich“ aus. Der Blend riecht sehr süß, fast klebrig, wie Zuckerwatte auf dem Rummel früher. Auch ein Hauch Vanille ist vorhanden. Atmet der Chivas etwas, so treten Klebstoffnoten hervor und ein alkoholischer Ton trübt das ansonsten angenehme Bild.

Wie schmeckt er?

Hier rattert unsere Interpretationsmaschine kräftig, will sich nicht gleich festlegen. Dabei sind die Aromen des Chivas Regal 12 eigentlich übersichtlich: Weich und süß schmeckt der Blend, nach Vanille, Eiche und Tannenzapfen. Er ist kaum fruchtig, hat aber eine leichte Sherrynote. Auch die Trockenheit im Abgang trägt Züge einer Sherryfassreifung. In das leichte Bild dieses Blends passen auch die nussigen Aromen, die dezent mitschwingen. Den Abgang ist leider sehr kurz und abgehackt, plötzlich ist dieser Whisky einfach zu Ende. Immerhin schmeckt er aber nicht penetrant nach Grain Whisky (vgl. etwa Johnnie Walker Red Label) und man kann ihn sehr gut pur trinken. Insgesamt ein gefälliger Malt, der aber wenig Kante zeigt.

Wir danken Baroleo.de für die Zusendung des Chivas Regal 12 Jahre.

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Chivas Regal 12 Jahre
Gestaltung & Story70
Geruch80
Geschmack70
Preis-Leistung70
73
Fazit
Chivas Regal 12 ist ein gefälliger Blend, mit dem man prima den Tag ausklingen lassen kann. Mit seinen weichen, süßen Aromen und dem Verzicht auf jede Rauchigkeit findet er sicher seine Fans, ist aber auch etwas unspannend und beim Abgang kurz angebunden. Angenehm: Der Chivas schmeckt kaum nach Grain Whisky und ist auch pur ein Genuss.

3 Kommentare

  1. Erstaunlich. Wenn ich meine Eindrücke nach der Verkostung so durch den Kopf gehen lasse, könnte man meinen ich hätte einen andern Whisky getrunken oder eine „schlechte“ Flasche erwischt.

    Mal vergleichend mit anderen Blends der Preisklasse und des Alters bin ich vom Chivas arg enttäuscht. Mögen mir Millionen Chinesen verzeihen oder sich irren ( eher unwahrscheinlich ) – aber mein Ding ist der nicht!

    Tannenzapfen mag den Geschmack vielleicht noch am ehesten definieren – werde beim nächsten Waldspaziergang mal einen versuchen – Fruchtigkeit oder Vanille fehlen mir da völlig. Er ist kurz im Antritt ( haha ), abgehackt, würzig und für mich mit einer deutlich spürbaren Bitterkeit ( Grain ? ) ausgestattet. Wahrlich kein angenehmer Begleiter für den Abend, nicht schmeichelnd und nicht raffiniert genug.

    Auch mein Kollege hat dankend abgewunken, als ich ihm die angebrochene Flasche schenken wollte – eine solche hat er auch noch stehen! 🙂

    Preiswert ist der Chivas – keine Frage – aber für das Geld würde ich den Dimple 15 Jahre empfehlen, wenn es denn ein Blend sein soll.

  2. Hallo,

    leider schreibst Du nicht immer genau und sachlich korrekt. Beispielsweise bezeichnest du einen amerikanischen Whiskey als Malt. Dabei ist nur (je nach Rezeptur) eher weniger als ein Drittel Malt im amerikanischen Whisky, denn mehrheitlich wird Mais eingestezt (>51% bei einem Bourbon), bei einem Rye aber sogar teilweise bis zu 95% Roggen (Bulleit Rye) beispielsweise.

    Dann schreibst Du hier, daß der Reifegrad vom Chivas Regal nur den Malt-Anteil umfaßt. Das ist natürlich absoluter Quatsch, denn die Angabe des Alters bezieht sich immer auf die Angabe des jüngsten verwendeten Fasses. Ja, Fass ! Denn selbstverständlich bringt die Lagerung eines Grain-Whiskies in einem Fass sehr wohl etwas. Und auch jeder verwendete schottische Grain-Anteil muß mindestens drei Jahre in einem Fass gelegen haben. Ansonsten könnte der Verschnitt laut schottischem Gesetz nicht als Whisky bezeichnet werden.
    Die Lagerung eines Grain-Whiskies in einem Fass ist unerheblich ? Gut, was ist ein Grain-Whisky ? Nach meiner Kenntnis ein Whisky, der KEIN Malt ist. Es kann also Weizen sein, Mais oder Roggen oder anderes Getreide. Lagert der Amerikaner also seinen Bourbon in Fässern, weil es keinen Sinn macht ?

  3. Lieber Thomas W.,

    einen Bourbon würde ich nie als Malt bezeichnen. Schau dir mal den Gär- und vor allem den Destillationsprozess an. Bourbon ist nichts anderes als ein Wodka, der für ein Minimum von zwei Jahren in eine Fass kommt. Mit Whisky schottischer Machart würde ich das nie gleichsetzen, egal, wie viele Drams ich intus hätte. 😉

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