Whisky

Veröffentlicht am 12. Juli 2014 | Foto: Alkoblog

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Whisky mit Seegang: Caol Ila Distillers Edition im Test

Wer an die Whiskys aus Islay denkt, dem kommt wohl nicht als Erstes Caol Ila in den Sinn. Trotz kräftiger Schützenhilfe von Diageo steht die Destillerie auf der Hebrideninsel immer noch im Schatten der großen Namen wie Lagavulin, Laphroaig oder Ardbeg. Am Whisky selbst kann das nicht liegen, denn der hält einem Vergleich mit den bekannten Größen durchaus stand, wie unser Testbericht belegt.

Torfig und fruchtig unter einem Dach

Vielleicht liegt es auch daran, dass man bei Caol Ila immer schon zweigleisig gefahren ist: Auf der einen Seite typisch torfige Islay-Whiskys, auf der anderen ungetorfte, eher fruchtige Abfüllungen im Stil der Highlands. Mit 6,5 Mio. Litern pro Jahr ist Caol Ila mit Abstand die größte Destillerie auf Islay. Groß und unbekannt? Klar das bedeutet auch hier, dass viel Malt Whisky in verschiedene Blends fließt. Den Single Malt gibt es denn auch erst seit 1988. Traditionell werden für die Lagerung kaum Sherryfässer verwendet, so auch bei unserer Test-Abfüllung, der Caol Ila Distillers Edition.

Destillers Edition mit Muskateller-Finish

Ihrer Distillers Edition hat die Brennerei ein besonderes Finish spendiert: Nach der Lagerung im Ex-Bourbon-Fass darf der Single Malt noch einmal für rund sechs Monate im Muskateller-Fass ruhen. Obwohl zur Moscatel-Familie über 200 Traubensorten (sowohl Rot als auch Weiß) gehören, wird man doch zunächst an halbtrockene oder süße Weißweine denken, wenn man den Namen der Rebsorte hört. Eine genaue Angabe zu den Fässern gibt es dazu – wie üblich – natürlich nicht.

Unsere Verkostung der Caol Ila Distillers Edition

Wie riecht er?

Zunächst steigt einem der für Islay typische Rauch in die Nase, der beim Caol Ila aber dezent wirkt. Er macht rasch Platz für eine fruchtige Süße, wie man sie wohl eher in der Speyside suchen würde. Birne und Orange drücken der Distillers Edition ihren Fruchtstempel auf. Ein junger, aber keinesfalls spritiger Geruch. Es folgt mehr Süße, diesmal mit Noten von Sahne-Karamell, Vanille und Werthers Original. Auf der würzigen Palette hat der Malt etwas Sandelholz anzubieten.

Wie schmeckt er?caol-ila-distillers-edition-flasche

Wer nach den fruchtigen Duftnoten einen milden oder harmlosen Whisky erwartet hat, liegt falsch: Dieser Whisky hat Power! Sofort ist unser Mund erfüllt von der Würzigkeit, dem kräftigen Körper und der Wärme dieses Single Malts. Der Beginn – süß markiert von Birne und Traube – wird förmlich überrollt von dem kräftigen Körper des Caol Ila Distillers Edition. Trocken, salzig und rauchig, mit Eichenholz und etwas Leder zieht er uns in seinen Bann. Der Muskat ist dabei vor allem über eine leichte Säure im Finish präsent. Sie verbindet sich überraschend gut mit den Rauch- und Torfnoten, die den Malt als echten Islay-Bewohner ausweisen. Wirkt die Distillers Edition direkt nach dem Einschenken spritzig, so wandelt sich dieser Geschmack mit zunehmender Standzeit, der Whisky wird süßer und schwerer. Je nachdem, was er bevorzugt, kann der Genießer also den Geschmack des Single Malts beim Servieren noch etwas beeinflussen.

Unser Tipp: Die Caol Ila Distillers Edition hier günstig online bestellen!

Alkoblog.de Whisky-Test: Caol Ila Distillers Edition

Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Lukas: Das ist ein Malt Whisky mit Seegang! Doch die Distillers Edition von Caol Ila kann noch mehr: Gekonnt bindet sie die fruchtigen Weinnoten der Muskateller-Lagerung ein, ganz so als hätte es nie ein anderes Whisky-Finish gegeben. Trocken und würzig beweist dieser Single Malt, dass Caol Ila wieder ganz vorne mitspielt!

4.4



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Über den Autor

Lukas

ist immer auf der Suche nach neuen Geschmackserlebnissen. Der Gründer des Alkoblogs liebt intensiven und abwechslungsreichen Whisky und Bourbon. Im Test stellt er aber auch andere Spirituosen wie Rum oder Gin auf die Probe. Und in der Bar darf es auch mal ein klassischer Cocktail sein.


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