Whisky

Veröffentlicht am 29. April 2015 | Foto: Alkoblog

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Die Größte auf Islay: Caol Ila Destillerie & Whisky-Tasting

Wer der engen, kurvigen Straße durch die Hügel folgt, vorbei an Schafweiden bis ganz ans Ende, würde wohl kaum vermuten, dass hier die größte Destillerie von Islay steht. In einer malerischen Bucht warten die 70er-Jahre-Gebäude von Caol Ila. Jedes Jahr werden hier 6,5 Millionen Liter Whisky gebrannt. Gut 75 Prozent davon für rauchige Blends wie die Johnnie Walker-Reihe.

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Besuch bei der Caol Ila-Destillerie

Caol Ila ist übersichtlich und sehr funktional aufgebaut, für traditionelle Folklore ist hier kein Platz. Die Mash Tuns sind zwar auch aus Oregon Pine-Holz, doch das ist wohl eher Zufall. Ansonsten viel Edelstahl (sehr haltbar und leicht zu reinigen), Rohre und Schaltpulte in einer Fabrikhalle. Die Brennblasen sind schlanker und höher als bei anderen Destillerien auf Islay. Sie werden nur zu 25 % gefüllt. Durch den langen Weg des Alkohols soll der leichte und fruchtige Charakter des Malts unterstützen werden. Die Dimensionen sind enorm: Aus 58.000 Litern Maische werden 7000 Liter Spirit gewonnen, bei Caol Ila wird produziert und nicht nur präsentiert. Und gerade das machte den Besuch in unseren Augen so angenehm authentisch.

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In der Vergangenheit konnten wir uns schon von der Qualität der Caol-Ila-Whiskys überzeugen: Wir haben die solide Standardabfüllung Caol Ila 12 Jahre und die exquisite Caol Ila Distillers Edition mit Moscatel-Finish verkostet und hier vorgestellt. Auch Johnnie Walker und den White Horse Blend hatten wir schon im Glas.

Nach einer kleinen, spontanen Privatführung von Tourguide Justina aus Litauen (big thanks for that Justina!) durften wir gleich drei spannende Abfüllungen von Caol Ila verkosten:

Caol Ila Moch im Test

Mit dem Moch wagt sich Caol Ila auf das Feld der No-Age-Statement-Whiskys vor: Moch bedeutet Morgengrauen und so präsentierte Justina ihn uns auch gleich als „Breakfast Malt“. Das Frühstück schmeckt relativ leicht, rauchig und jung, mit Weintrauben und Müsliflocken. Ein süßer, fruchtiger Malt, dem man sein junges Alter anmerkt, der aber angenehmerweise kaum nach New Make schmeckt. Wir können uns den Caol Ila Moch gut als Drink zu einer sommerlichen Grillparty vorstellen.

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Caol Ila Feis Ile 2013 im Test

Mit dem Caol Ila Feis Ile 2013 durften wir einen ganz besonderen Whisky verkosten: Nur 3.000 Flaschen wurden anlässlich des jährlich stattfindenden Whisky-Festivals auf Islay produziert. Der Feis Ile durfte 15 Jahre im Fass reifen und ist Triple Matured: Erst Bourbonfass, dann Moscatel-Fass (wie die Distillers Edition) und dann noch mal Bourbonfass. Herauskommt ein unglaublich feiner und vielschichtiger Single Malt mit subtiler Weinnote und weichem Rauch, der süß und dennoch erwachsen wirkt. Er kommt als Cask Strength mit 56,5 Prozent ins Glas. Wer noch eine Flasche davon sieht, sollte unbedingt zugreifen!

Caol Ila 15 Jahre Unpeated im Test

Als kleine Überraschung bekamen wir von Justina noch einen Malt zum Blind Tasting gereicht: Er schmeckte sehr jung und stark alkoholisch. Dafür fehlten die typischen Rauch- und Torfnoten (die bei Caol Ila immer etwas dezenter sind als bei anderen Islay-Destillerien) beinahe komplett. Es fiel uns schwer, diesen Malt einzuordnen und ihn lieb zu gewinnen. Wie sich herausstellte hatten wir den 15 Jahre alten ungetorften Caol Ila probiert. Also gar kein so junger Whisky. Vielleicht lag es daran, dass wir Caol Ila immer mit torfigen Malts verbunden haben, dass wir diese Abfüllung nur schlecht zuordnen und würdigen konnten.


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Über den Autor

Lukas

ist immer auf der Suche nach neuen Geschmackserlebnissen. Der Gründer des Alkoblogs liebt intensiven und abwechslungsreichen Whisky und Bourbon. Im Test stellt er aber auch andere Spirituosen wie Rum oder Gin auf die Probe. Und in der Bar darf es auch mal ein klassischer Cocktail sein.


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