Auch der rauchigste Islay-Whisky wird irgendwann altersmilde: Das wilde Torffeuer und die herb-maritimen, zuweilen sogar medizinischen Noten verfliegen über die Zeit. Der Kontakt mit dem Eichenholzfass und das Atmen der Luft, die durch die Poren des Holzes ins Innere gelangt, sie schleifen den Whisky weich. Das gefällt nicht jedem Genießer – denn die kernigen, ungestümen, maskulinen Noten sind ja gerade das Markenzeichen der Malts von der Hebrideninsel. Und ganz ehrlich: Wenn ich einen Islay-Whisky trinke, dann will ich dass er zurückbeisst, dann will ich einen Kampf: Mann gegen Whisky. Der Sieger (also meistens ich) darf am Ende austrinken.

Von Jungen Wilden und Best Agern auf Islay

Ein alter Islay-Malt ohne Rauch, Torf und Feuer kann immer noch ein guter Whisky sein. Aber es sind doch die Jungen Wilden, also die 10 oder 12 Jahre alten Single Malts von Laphroaig über Bowmore bis Ardbeg, die den Ton angeben. Der Lagavulin 16 kann in dieser Riege schon als Best-Ager gelten. Und der Caol Ila 18 Jahre? Eindeutig ein Senior von Islay. Zwar gibt es noch die ganz alten Abfüllungen, etwa den Laphroaig 32 Jahre – aber die sind doch eher die Ausnahme und haben absoluten Seltenheitswert. Und in der Range von Caol Ila? Gibt es nach dem 18er immerhin noch den Caol Ila 25 und sogar einen raren 30-jährigen zu entdecken.

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Malerische Lage: Caol Ila Destillerie auf Islay (Foto: Alkoblog)

Ist der Caol Ila ein Caol Opa?

Doch ist der Caol Ila 18 Jahre etwa ein altersmilder Caol Opa? Keineswegs, wie ich zu meiner großen Freude im Tasting feststellen durfte! Dieser Whisky sorgt mit seiner Torf-Power für ordentlich Rückenwind auf dem Rollator, er sorgt dafür dass Oma ihre verschnupfte Nase freibekommt und hat auch sonst einige erstaunliche, lebenserhaltende Effekte. Zu Risiken und Nebenwirkungen berät euch euer Whisky-Händler. Hier ist erstmal:

Unser Tasting des Caol Ila 18 Jahre

Wie riecht er?

caol-ila-18-flasche-rum-coWie ein Spätsommerabend im Lehnstuhl. Von draußen wehen die letzten Schwaden des gerade erloschenen Grillfeuers herein. Rauch, Torf und Asche. Sie mischen sich mit dem Duft von reifem Obst, welches an den Bäumen nur darauf wartet, bald gepflückt zu werden. Pflaumenkompott und Sauerkirschen, dazu Orangenmarmelade. Überhaupt Orangen, von ihrer Schale befindet sich ein ordentliches Stück im Geruch des Caol Ila 18 wieder. Dazu würzige Noten, sie erinnern mich an Kardamom und Muskatnuss, aber auch an trockenes Holz. Eine gelungene Melange aus rauchigen, fruchtigen und würzigen Noten stimmt mich auf die Geschmacksprobe ein.

Wie schmeckt er?

Holla, der hat aber einen Zahn drauf! Wie Opa auf Speed rasen würzige, rauchige und dezent süße Aromen durch den Mund. Noch mal eine Stufe langsamer, bitte! Bei den würzigen Noten ist das Holz am deutlichsten zu schmecken. Es erinnert an Zigarrenkisten und trockene Holzscheite, kurz bevor sie ins Kaminfeuer gelegt werden. Die süßen Noten tendieren in Richtung Dessert. So schmecke ich Vanille, Creme Brulée, Biskuit und einen Hauch Kakao. Vielleicht auch etwas Trockenkirschen, aber da bin ich mir nicht absolut sicher. Über all dem liegt eine gute Portion des für Islay-Whiskys zu typischen Torfrauchs. Aber der ist dezent abgestimmt, überrumpelt einen nicht hinterrücks wie so mancher Islay-Jungspund mit seiner Torfkanone, sondern schmiegt sich eher behutsam an. So ein bisschen wie Opa, der schon immer im Lehnstuhl seine Pfeife gepafft hat und auch an diesem Abend nicht von seinem Ritual abrücken wird…

Wir danken Rum & Co. für die Zusendung des Caol Ila 18 Jahre zu Verkostungszwecken. Wie immer gilt: Eine kostenlose Probe garantiert kein gutes Testergebnis bei uns.

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