Whisky

Veröffentlicht am 20. Januar 2015 | Foto: Gareth / Flickr

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Der Gute aus der zweiten Reihe: Caol Ila 12 Jahre im Test

Ganze acht aktive Destillerien tummeln sich auf der kleinen Hebriden-Insel Islay. Da ist es kein Wunder, dass einige von ihnen mehr im Rampenlicht stehen als andere. Bei so bekannten Namen wie Laphroaig, Lagavulin oder Ardbeg geraten andere Brennereien leicht in den Hintergrund. So auch Caol Ila, welche ebenso wie Lagavulin zum Spirituosenkonzern Diageo gehört. Dabei wird hier sogar besonders viel Whisky hergestellt: Mit 6,5 Millionen Litern pro Jahr ist Caol Ila mengenmäßig die größte Destillerie auf Islay.

Der größte Teil des in Caol Ila gebrannten Whiskys landet allerdings in Scotch Blends mit rauchiger Note (etwa Johnnie Walker, Black Bottle oder auch White Horse). Der „Rest“ wird als Single Malt abgefüllt und erfreut eine treue Fangemeinde: Neben dem Caol Ila 12 gibt es den Caol Ila 18, Caol Ila 25 und eine empfehlenswerte Distillers Edition. Letztere hat uns in der Verkostung mit ihrem feinen Muskateller-Finish schon überzeugen können.

Heute kommt aber die 12-jährige Standardabfüllung ins Glas, welche wohl vor allem Whisky-Einsteiger für die torfige Welt von Islay begeistern soll.

Unser Whisky-Test des Caol Ila 12

Wie riecht er?

Dieser Whisky atmet Islay-Luft! Verbrannt, torfig und medizinisch fährt der Caol Ila in meine Nase und erinnert dabei an den Geruch einer Dampflok in voller Fahrt. Im Mittelteil gefällt der üppig-fruchtige Geruch nach Trauben und roten Johannisbeeren, der seinen Höhepunkt in Gewürzen wie Nelken und Muskatnuss findet.

Wie schmeckt er?

Der Rauch ist auch hier wieder die prägnanteste Note: Kohle und Torf suggerieren mir erfolgreich, ich würde auf einem Stück Grillkohle lutschen. Dieses ernste Aroma wird von der Holznote im Abgang noch unterstrichen. Der Caol Ila wirkt üppig und konzentriert, auch wenn die Früchte es leider nicht bis in den Geschmack geschafft haben. Der Abgang ist lang und rauchig.

Wir danken dem Weisshaus-Shop für die Zusendung des Caol Ila 12.

Alkoblog.de Whisky-Test: Caol Ila 12

Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Lukas: Der Caol Ila 12 zeigt gleich auf Anhieb, dass er nicht in der zweiten Liga spielen möchte: Ein vollmundiger Islay-Malt, der mehr kann als nur rauchig. Der Caol Ila ist dabei milder und weniger torfig als die Schwergewichte von Laphroaig bis Ardbeg. Vielleicht fehlt es ihm etwas am Feinschliff in Sachen Geschmack, um in der Königsklasse wirklich Erfolge feiern zu können. Die Preis-Leistung (35 Euro pro Flasche) stimmt aber in jedem Fall.

3.9



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Über den Autor

Lukas

ist immer auf der Suche nach neuen Geschmackserlebnissen. Der Gründer des Alkoblogs liebt intensiven und abwechslungsreichen Whisky und Bourbon. Im Test stellt er aber auch andere Spirituosen wie Rum oder Gin auf die Probe. Und in der Bar darf es auch mal ein klassischer Cocktail sein.


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