Bourbon im Wild-West-Stil. (Foto: Bulleit)

Wenn ein Cowboy früher durch die trockene Prärie ritt, dann freute er sich auf nichts mehr, als auf einen schönen Schluck Bourbon abends im Saloon. Und auch heute gibt es doch kaum etwas Schöneres als bei einem Einkaufsbummel durch das örtliche Karstadt festzustellen, dass in der Feinkostabteilung gerade eine Verkostung von Whiskey und Rum stattfindet. So hatten wir letzten Samstag die Gelegenheit, den uns bis dahin unbekannten Bulleit Bourbon aus den USA zu probieren.

Legenden aus dem Wilden Westen

Die Legende von Bulleit Bourbon beginnt im Wilden Westen: Der Kneipenbesitzer Augustus Bulleit aus Louiville in Kentucky hatte in den 1830er Jahren die Idee, einen einzigartigen Bourbon zu brennen, der sich durch seine hochwertigen Zutaten von der Masse abheben sollte. Nach unzähligen Versuchen mit kleinen Abfüllungen gelang ihm schließlich der Durchbruch und er konnte sein Geschäft bis in die 1860er Jahre hinein aufbauen. Doch dann schlug das Schicksal unbarmherzig zu: Während er seinen einzigartigen Whiskey von Kentucky nach New Orleans transportierte, verschwand Mr. Bulleit spurlos. Bis heute sind die Umstände seines Ablebens ungeklärt. Es vergingen rund 150 Jahre bis Tom Bulleit, der Ur-Ur-Enkel von Augustus und der mächtige Spirituosen-Konzern Diageo das Vermächtnis fortführen konnten. Juhu!

Traditionelles Rezept mit Zweifeln

Der Bulleit Frontier Bourbon wird angeblich nach dem 150 Jahre alten Rezept von Augustus Bulleit hergestellt, doch Whiskey-Kenner wissen, dass hier Zweifel angebracht sind. So wurde Whiskey im Wilden Westen viel weniger gefiltert und veredelt und noch dazu, falls er überhaupt gelagert wurde, so doch meist sehr jung getrunken. Falls irgendetwas aus der alten Zeit sich tatsächlich im Bulleit Bourbon wiederfindet, dann am ehesten der relativ hohe Roggenanteil von 28% in der Getreidemischung. Ansonsten besteht der Brand aus Mais (68%) und gemälzter Gerste (4%).

Für den Freund von Rye-Whiskey gibt es darüber hinaus aber auch noch den Bulleit Rye in welchem die Maische zu 95% aus Roggen besteht.

Stylische Flasche des Bulleit-Bourbon

Abgefüllt wird Bulleit Bourbon in schlichte, aber sehr schicke Flaschen. Die altmodisch wirkenden Etiketten erinnern ein bisschen an den Look von Flaschen in alten Western. Ohne Cowboyhut, Sattel und Sporen kann man hier also einen Whiskey genießen, der zumindest optisch an die vergangene Zeit erinnert.

Bulleit Bourbon im Frontier-Stil. (Foto: Bulleit)
Bulleit Bourbon im Frontier-Stil. (Foto: Bulleit)

Unser Tasting des Bulleit Bourbon

Wie riecht er?

Der Geruch von Bulleit Bourbon ist so auffällig wie ein Outlaw der neu in die Stadt kommt, allerdings nicht ganz so muffig: vielmehr steigt uns ein kräuteriger Geruch in die Nase. Bulleit riecht nach Salbei und nach feuchtem Gras.

Wie schmeckt er?

Im Mund drängt sich sofort die scharfe, alkoholische Note des sechs Jahre jungen Whiskeys in den Vordergrund. Ja dieser Bulleit brennt fast so gut wie ein Stück trockene Prairie in der Mittagshitze. Doch noch ist nicht High Noon: Hinter der Schärfe kommen würzige Aromen zum Vorschein. Angenehmerweise schmeckt dieser Bourbon kaum nach Klebstoff. Den Abgang beschließt Bulleit kurz und schmerzlos mit leichter Vanillenote, die wohl von der Holzfasslagerung herrühren dürfte.

Aufschließen des Bulleit-Bourbon mit Wasser

Durch den hohen Alkoholgehalt von 45 % lohnt sich bei diesem Bourbon das Verdünnen mit Wasser: Ein paar Tropfen ins Glas geben und schon schmeckt der Bulleit etwas milder, die Aromen sind breiter gestreut und der würzige Geschmack der Spirituose kann sich besser entfalten. Scharf und brennend bleibt der Wild-West-Whiskey aber leider dennoch. Eine andere Trinkweise, die sich daher anbietet, ist folglich auch der Bulleit Bourbon on the Rocks.

Habt ihr Bulleit Bourbon schon probiert? Wie schlägt er sich im Vergleich?

Bulleit Bourbon
Gestaltung & Story98
Geruch & Geschmack60
Preis-Leistung76
78
Fazit
Bulleit Bourbon fackelt bei der Vorstellung nicht lange: Er ist ein scharfer Outlaw, brennt ordentlich in der Kehle. Doch hinter dem Feuer verbirgt sich eine interessante Würzigkeit gepaart mit einer feinen Vanille-Note. Pur würden wir Bulleit nicht unbedingt empfehlen, aber Longdrinks und Cocktails gibt er sicher einen aufregenden Charakter.

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