Bowmore im Bergwerk: Mit dem Vault Edition Atlantic Sea Salt unter Tage

Auf den ersten Blick ist Merkers in Thüringen ein Dorf wie viele andere. Es gibt einen Imbiss namens Schlemmerecke, einen Friseur „Top-Hair“ und die Kindertagesstätte nennt sich ganz schlicht „Kleine Wiese“ – eben weil es von grüner Wiese rund um Merkers reichlich gibt. Unscheinbar und verschlafen wirkt der Ort.

Mit dem Landbus 100 nach Merkers

Als wir aus dem Landbus der Linie 100 aussteigen, weht uns eine steife Briese den nächsten Regenschauer ins Gesicht, struppige Hunde bellen hinter rostigen Gartenzäunen. Eine alte Dame mit quietschendem Einkaufstrolley entschwindet in den nächsten Hauseingang der alten Bergarbeitersiedlung, nicht ohne sich vorher noch neugierig nach uns umzublicken. Wo sind wir hier gelandet?

Und doch ist es bei dem unscheinbaren Merkers wie mit dem sprichwörtlichen Eisberg, von dem man oberhalb des Meeres nur die Spitze sieht. Die eigentliche Action spielt sich in der Tiefe ab. Die Erde unter Merkers ist durchlöchert wie ein Schweizer Käse. Kilometerlang reichen die Stollen des ehemals weltgrößten Salz- und Kali-Bergwerks in den Untergrund. Hier wurden bis zum Jahr 1993 pro Jahr bis zu 10.900.000 Tonnen Kali- und Steinsalz gefördert.

Aromenreise: Auf der Suche nach Salz

Geologen-Herzen schlagen bei so einem Ausflug naturgemäß höher, doch wir Alkoblogger haben heute eine ganz besondere Mission. Unter Tage wollen wir einem ganz besonderen Mineral auf den Grund gehen: Dem Salz.

Salz ist ein Aroma, welches des Öfteren auch in Whiskys zu finden ist, die von der schottischen Küste oder den Inseln stammen. Genau ein solcher Whisky ist der Bowmore Atlantic Sea Salt. Der neue Islay-Whisky ist das First Release der vierteiligen Vault Edit1°n. Dieser Bowmore-Whisky stammt nicht aus irgendeinem Warehouse, sondern aus den legendären No.1 Vaults, welches das älteste schottische Whiskylagerhaus ist. Hier schlagen die Wellen im Sekundentakt an die Mauern und der Whisky atmet Tag und Nacht salzige Luft.

Jede Ausgabe der Edition widmet sich einem besonderen Bowmore-Aroma und schlüsselt es für Sammler und Kenner auf, in diesem Fall den typischen salzigen Aromen.

Die Bowmore-Destillerie auf Islay mit den legendären No.1 Vaults, dem ältesten Whiskylagerhaus Schottlands. (Foto: Alkoblog)
Die Bowmore-Destillerie auf Islay mit den legendären No.1 Vaults, dem ältesten Whiskylagerhaus Schottlands. (Foto: Alkoblog)

Denn ob Meersalz oder Steinsalz: „Im Prinzip ist beides identisch…“ erklärt unser Tour-Guide, ein stämmiger grau-melierter Ex-Bergarbeiter verschmitzt lächelnd. „Der Rest, das Drumherum ist nur Verpackung…“

Mit im Gepäck: Eine Flasche Bowmore Atlantic Sea Salt

Eine Flasche Vault-Edition Atlantic Sea Salt im Gepäck besteigen wir den Grubenaufzug und donnern in die Tiefe. Nächster Halt: 500 Meter unter der Erde. Hier ist es je wärmer, je tiefer man kommt. Die Luft ist mineralisch-salzig und trocken. Dennoch geht ein stetiger leichter Luftzug, das sogenannte „Wetter“. Luft, welche durch viele Schleusen in das weit verzweigte Gängelabyrinth geleitet wird. „Dies ist auch dringend notwendig, sonst wäre die Arbeit unter Tage nicht möglich und sogar lebensgefährlich!“ erläutert unser Bergbau-Guide weiter.

Die erste Überraschung: Hier unter Tage fahren Autos. Die braucht man auch, denn die Stollen des Salz- und Kali-Bergwerkes sind über 4600 Kilometer lang, eine Strecke vergleichbar mit fast 8 Mal Berlin-München.

Mission salziger Whisky: Im Mannschaftswagen unter Tage. (Foto: Alkoblog)
Mission salziger Whisky: Im Mannschaftswagen unter Tage. (Foto: Alkoblog)

In der Tiefe befindet man sich zwischen Salzschichten mit einer Mächtigkeit von 20 bis 150 Metern. „Diese großen Salzschichten haben sich vor etwa 240 Million Jahren aus dem sogenannten Zechstein-Meer durch Verdunstung abgelagert.“ erläutert unser Guide fachmännisch. Und ergänzt: „Durch tektonische Verschiebungen und vulkanische Aktivitäten liegen die Salzschichten mittlerweile tief in der Erde verborgen, der tiefste Punkt des Bergwerks liegt auf 860 Metern Täufe.“

Während der rasanten Fahrt im Bergwerk rauschen links und rechts Wände mit grauem Salzgestein vorbei und die Atemluft ist voll von salzigen-mineralischen Noten, wie man sie auch im Bowmore Atlantic Sea Salt riechen und schmecken kann.

Gute Deckung: Ein großer Bergbau-Bagger. (Foto: Alkoblog)
Gute Deckung: Ein großer Bergbau-Bagger. (Foto: Alkoblog)

Doch die Alkoblogger wollen mehr: Das „Tasting-Extrem“ unter Tage! Und da bietet sich tatsächlich für einen Sekundenbruchteil die Gelegenheit sich unauffällig abzusetzen! Als unser aufmerksamer Guide sich für einen kurzen Augenblick in der Beantwortung einer Fachfrage zu den tektonischen Gegebenheiten verheddert, können wir uns blitzschnell hinter der Schaufel eines großen Bergwerks-Baggers verstecken. Vorsichtig lassen wir den Korken des Bowmore Atlantic Sea Salt ploppen. Trinken unter Tage ist natürlich streng verboten. Aber wir trinken ja nicht, wir nosen und tasten ja höchstens ein bisschen…

Beeindruckender Geschmack unter Tage: Bowmore Atlantic Sea Salt

Bei geöffneter Flasche ist die Nähe von salziger Bergwerksluft und salzigem Single Malt unverkennbar: Der Bowmore Atlantic Sea Salt ist in der Nase trocken und prägnant salzig mit erdigen Noten. Hinzu kommt ein prickelnder Duft von Zitronenschale, weißer Schokolade und salzigen Mandeln. Auch eine Spur geröstetes Karamell kommt hinzu.

Im Mund überraschen die vielfältigen salzigen Noten, die mal an die spritzende Gischt an der Küste, dann an Salzbrezeln und dann wieder an die würzige Mineralität eines feinen Weißweins erinnern. Dass ein Single Malt so komplett auf die salzigen Noten ausgerichtet ist und diese fein ausdifferenziert präsentiert, ist wirklich selten.

Trotz seiner 51,5 % vol ist der Bowmore Atlantic Sea Salt nicht zu kräftig. Die salzigen Aromen werden weiterhin elegant durch fruchtig-beerige Noten wie von Himbeeren und Brombeeren sowie Blutorangen ergänzt. Ein feiner Tropfen Islay-Malt.

Der Bowmore Atlantic Sea Salt im Abendlicht. (Foto: Alkoblog)
Der Bowmore Atlantic Sea Salt im Abendlicht. (Foto: Alkoblog)

Bloß nicht den Anschluss verlieren

Doch den Anschluss an unsere Gruppe dürfen wir unter Tage auf keinen Fall verlieren. In dem dichten Geflecht von über 4.000 Kilometer Strecke wären wir wohl selbst mit der stylischen Maglite-Taschenlampe aus dem Set unseres Bowmore-Gewinnspiels verloren. Doch zum Glück können wir uns der Tour wieder unauffällig anschließen und sehen am späten Nachmittag nach der Auffahrt aus dem Schacht das Tageslicht wohlbehalten wieder. Bowmore und Bergwerk das passt perfekt!

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