Whisky

Veröffentlicht am 25. März 2016 | Foto: Alkoblog

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Zwölf plus drei: Bowmore 15 Jahre Darkest im Test

Ein später Freitagnachmittag auf der Hebrideninsel Islay, strahlend blauer Himmel, ein paar verstreute Wolken ziehen vorbei. Wir nehmen Platz in den gemütlichen Sesseln des Tasting Rooms bei Bowmore, der Blick fällt auf die Loch Indaal-Bucht. Von hier aus können wir sogar Bruichladdich am anderen Ufer zuwinken. So müsste ein Feierabend doch am besten immer aussehen!

Bowmore Darkest: Nur dunkelste Fässer oder auch Farbstoff?

Der Bowmore 15 Jahre trägt den klangvollen Beinamen „Darkest“, da angeblich nur die dunkelsten Whiskyfässer für die Abfüllung ausgewählt werden. Manche gehen sogar soweit die Farbe mit dem Teint von Hollywood-Ikone Claudia Cardinale in Verbindung zu bringen.

Wir wissen natürlich nicht ob die Cardinale nicht einfach immer im Solarium nachgebräunt hat. Und auch beim Bowmore 15 wurde bei der Farbgebung vermutlich etwas nachgeholfen: E150, der allseits bekannte Zuckerkulör, sorgt auch hier für den Farbton des Whiskys. Angeblich nur, um die gleichbleibende Farbe des Malts zu gewährleisten. Aber es ist natürlich ein schöner Nebeneffekt, wenn der Whisky schön reif und dunkel aussieht und sich dadurch besser verkauft…

Bowmore Destillerie im Gegenlicht (Foto: Alkoblog)

Die Bowmore Destillerie im Abendlicht (Foto: Alkoblog)

Das besondere Finish des Age-Statement-Whiskys von Islay

Der Bowmore 15 Jahre ist gewissermaßen auch ein Whisky-Experiment, da der Master Distiller eine gute Balance zwischen zwei verschiedenen Fasstypen finden muss. Für den Bowmore 15 Jahre werden zunächst Whiskys benötigt, die 12 Jahre in ehemaligen Bourbon-Fässern reiften. Dann folgt ein dreijähriges Finish in ehemaligen Oloroso-Sherry-Fässern. Somit wird er etwas anders hergestellt als der Bowmore 12 Jahre, der aus einer Mischung aus ca. 70% Ex-Bourbon-Cask und 30% Ex-Sherry-Cask besteht. Wir sind gespannt wie die Balance zwischen Bourbon, Sherry und Torf bei diesem Islay Single Malt Whisky gelungen ist.

Unser Tasting des Bowmore 15 Jahre Darkest

Wie riecht er?

bowmore-15-darkest-whiskyBei dieser Abfüllung steht, mehr noch als beim Bowmore 12 Jahre, der Sherry im Vordergrund. Er sorgt für tiefe Aromen von dunklem Holz, Rosinen, Schokolade und Müsliriegel. Ein runder und milder Duft. In den Spitzen mit etwas Zitrone, Seeluft und Eichenholz. Über allem liegt ein weicher Rauch, der deutlich milder als bei der 12-jährigen Abfüllung daherkommt.

Wie schmeckt er?

Auch hier drückt der Sherry dem Whisky seinen Stempel auf: Der Bowmore 15 ist eher trocken, balanciert dabei aber gekonnt zwischen feinem Torfrauch und den typischen Sherrynoten. Wir schmecken Honigmelone, Zitronenschalen, Rosinen aber auch würzige Aromen wie Zimt oder Tabak und etwas Salz. Insgesamt ein leichter, süßlicher Malt, der dennoch viel Kraft in sich trägt. Wir können uns den Bowmore 15 gut als Feierabendwhisky vorstellen, der auch im Sommer nicht zu wuchtig ist. Der Nachgang ist leicht cremig und geprägt von einer angenehmen Eichenholz-Note.

Alkoblog.de Whisky-Test : Bowmore 15 Darkest

Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Lukas: Der 15-jährige Bowmore ist die gekonnte Weiterentwicklung des 12 Jahre alten Islay-Standards. Durch das Sherry-Finish ist er etwas fruchtiger und komplexer geworden. Torf und Rauch sind anders als beim 18-jährigen Bowmore aber noch nicht vollständig verflogen. Eine schöne Balance zwischen der Wucht Islays und dem zarten Sherry. Ein toller Malt auch ohne Meerblick.

4.3



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Über den Autor

Lukas

ist immer auf der Suche nach neuen Geschmackserlebnissen. Der Gründer des Alkoblogs liebt intensiven und abwechslungsreichen Whisky und Bourbon. Im Test stellt er aber auch andere Spirituosen wie Rum oder Gin auf die Probe. Und in der Bar darf es auch mal ein klassischer Cocktail sein.


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