Whisky

Veröffentlicht am 12. September 2014 | Foto: Alkoblog

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Islay-Whisky mit Tradition: Bowmore 12 Jahre im Test

Alle Wege führen nach Bowmore könnte man meinen, wenn man die Hebriden-Insel Islay besucht. Denn Bowmore ist mit Abstand der bedeutendste Ort und das Herz der „Whiskyinsel“ im Atlantik. Die Whiskys von Islay sind berüchtigt und für ihren charakteristischen, torfig-maritimen Geschmack bekannt. Die Destillerien Ardbeg, Bruichladdich, Bunnahabhain, Caol Ila, Laphroaig, Lagavulin, Kilchoman aber eben auch Bowmore produzieren hier. Wie es sich für die Destillerie des Hauptortes von Islay gehört, ist natürlich auch die Gerste für die Bowmore-Whiskys getorft, wenn auch nur moderat mit ca. 25 ppm.

Die Bowmore-Destillerie wurde bereits im Jahr 1779, also vor weit über 200 Jahren gegründet. Wie in der Destillerie-Branche üblich, wurden im Laufe der Zeit einige Besitzerwechesel registriert. Seit 1994, als Suntory die Destillerie erwarb, weht neben der schottischen auch eine japanische Flagge am Fahnenmast der Brennerei.

Zum Teil noch traditionell hergestellt: Die Bowmore-Whiskys

Bemerkenswert an Bowmore ist die Tatsache, dass auch heute noch alle Phasen der Whiskyproduktion vom Mälzen der Gerste bis zum Brennen des Whiskys auf dem Destilleriegelände durchgeführt und besichtigt werden können. Um jedoch dem wegen der wachsenden Produktionsmengen gestiegenen Bedarf an gemälzter und getorfter Gerste Rechnung zu tragen, muss auch bei Bowmore Gerste von Port Ellen Maltings oder anderen Mälzereien zugekauft werden.

bowmore-malz

Die Bowmore-Destillerie liegt zentral im Ort und so ist es eigentlich unmöglich, während einer Islay-Reise nicht an ihr vorbeizukommen. Ein Besuch im schönen Besucherzentrum lohnt, sofern man vom Tasting-Raum, bei einem Dram, einen beeindruckenden Blick über die Loch Indaal-Bucht hat. Doch auch auf der heimischen Couch wissen die Whiskys von Bowmore zu überzeugen. Hier unser Whisky-Test.

Unser Tasting des Bowmore 12 Jahre

Wie riecht er?

Wie man es von einem typischen Islay-Whisky erwartet, begrüßt uns auch der Bowmore 12 bei der Geruchsprobe mit einer ordentlichen Portion Rauch. Hinzu gesellen sich Leder, Fensterkitt und der Geruch von trockener Zitronenschale. Der Einsteiger-Malt von Bowmore wird aus einer Mischung von in Ex-Bourbon (70%) und in Ex-Sherryfässern (30%) gereiftem Whisky hergestellt werden soll. Die Lagerung in Ex-Sherryfässern verleiht ihm eine etwas mildere trockene Note verleiht. Der Duft erinnert uns an den Geruch von stark getrocknetem Kiefernholz. Nach etwas Standzeit legt sich der Rauch des Bowmore 12 Jahre etwas, blumigere Aromen treten in den Vordergrund. Auch der Sherry kämpft sich etwas aus dem Rauch hervor.

Wie schmeckt er?

Wie das Nosing bereits erwarten ließ, ist auch der Geschmack von maritimen Aromen und Torfrauch geprägt. Der Bowmore 12 Jahre ist am Gaumen wärmend und sehr langanhaltend präsent. Anders als andere Islayer verfügt der Bowmore über eine ausgeprägte Trockenheit und Süße. Hierfür zeichnet sich auch hier der Einfluss der Sherryfässer verantwortlich, der den Abgang des Bowmore 12 Jahre prägt. Die Süße und die Rauchigkeit sind dabei sehr gut gegeneinander abgewogen, sodass sich ein rundes Gesamtbild ergibt. Im Detail schmecken wir neben dem prägnanten Rauch, aber auch Limette, dunklen Kakao, Rosenseife und eine maritime Salzigkeit.

Der Bowmore 12 Jahre ist ein guter Einstieg in die Range der Destillerie. Wer gefallen an dieser Abfüllung gefunden hat, für den bietet der Bowmore 15 Jahre noch mehr Komplexität. Für die 15jährige Abfüllung wird Whisky 12 Jahre lang in Ex-Bourbonfässern gereift, bevor ein dreijähriges Finish in ehemaligen Oloroso-Sherryfässern den letzten Schliff gibt.

Alkoblog.de Whisky-Test: Bowmore 12

Gestaltung
Geruch
Geschmack
Preis-Leistung

Fazit von Samuel: Der Bowmore 12 Jahre ist ein guter Whisky für kühle Herbst- oder Wintertage. Die angenehmen Torfraucharomen werden durch die Sherrysüße angenehm abgerundet. Mit Zitrusfrüchten, dunklem Kakao, Rauch und Salz ergibt sich ein ansprechendes Gesamtbild. Mit einem Preis von unter 30 Euro ist der Bowmore 12 sein Geld mehr als wert.

4.2



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Über den Autor

Samuel

mag besonders fruchtige Speyside-Whiskys und rauchige Single Malts von Islay. Hin und wieder findet auch ein leckerer Karibik-Rum den Weg in sein Nosing-Glas. Im Test redet Sam Klartext.


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