Die 37 wichtigsten Fragen zu Bourbon Whiskey – und unsere Antworten

Die USA erleben gerade einen unvergleichlichen Bourbon-Boom. Und auch hierzulande wird der amerikanische Whiskey immer beliebter. Ob als Spirituose zum Mischen für Cocktails oder Longdrinks – oder pur auf Eis oder ohne – es gibt viele Arten, einen Bourbon Whiskey abwechslungsreich zu genießen. Doch rund um die amerikanische Nationalspirituose ranken sich viele Legenden, wird häufig mit Halbwissen operiert. Wir haben uns für euch umgehört und beantworten die häufigsten Fragen rund um Bourbon Whiskey. Los geht’s!

Inhaltsverzeichnis

Wo wurde der Whiskey erfunden?

Die Herstellung von Whisky (beziehungsweise „aqua vitae“) entwickelte sich im 15. Jahrhundert im heutigen Irland oder Schottland. Allerdings hatte der damalige Whisky mit der heutigen Spirituose wohl wenig gemeinsam. Mit den großen Auswanderungswellen von Europa nach Amerika, hauptsächlich etwa ab dem 17. Jahrhundert, wanderte auch die Kulturtechnik der Destillation mit den Siedlern über. In Amerika wurde  von den Siedlern weiterhin Alkohol aus lokalen Getreiden gebrannt. Da in Amerika viel Mais vorhanden ist zum Beispiel der Bourbon-Whiskey, welcher in der Maische hauptsächlich Mais enthält. Der amerikanische Whiskey ist, daher ein Verwandter von europäischen Korndestillaten und stammt von irischem Whiskey und schottischem Whisky ab.

Aus welchem Getreide wird Bourbon Whiskey hergestellt?

Bourbon Whiskey besteht aus einer Getreidemischung, auch Mash Bill genannt. Laut Gesetz muss ein Bourbon dabei aus mindestens 51 % Mais hergestellt werden, der während der Maische mit anderen Getreidesorten wie z.B. Roggen, Weizen oder gemälzter Gerste zum Kochen gebracht wird. Viele typische Bourbon-Sorten enthalten aber sogar deutlich mehr Mais, eine Mischung aus 70 % Mais plus den genannten weiteren Getreidearten ist nicht unüblich. Mehr über Getreide und Mashbill erfahrt ihr hier.

Welches Wasser wird zur Herstellung von Whiskey verwendet?

Für die Herstellung von Whiskey wird möglichst reines Quellwasser verwendet. Am besten geeignet ist Wasser mit einem geringen Eisenanteil. Whiskey-Destillerien befinden sich aus diesem Grund in Gegenden wo auf der einen Seite ausreichend Wasser vorhanden ist und auf der anderen Seite, durch geologische Gegebenheiten wie zum Beispiel Kalksteinböden in Kentucky, die Beschaffenheit des Wassers für die Herstellung von gutem Whiskey geeignet ist.

Wie wird Whiskey hergestellt?

Whiskey ist ein naher Verwandter des schottischen Whiskys und wird auch ganz ähnlich hergestellt. Eine Mischung aus gemahlene Getreiden wird gekocht, um den Zucker zu lösen. Daraufhin wird Hefe hinzugegeben, um eine erste Vergärung zu erreichen, das sogenannte Distillers Beer (Alkoholgehalt etwa 8-12%). In der Regel wird das Gemisch dann zweifach gebrannt.  Mit der ersten Destillation zu den Low Wines (etwa 20%) und mit der zweiten Destillation zu den High Wines (etwa 60-70%). Anschließend geht es für den Whiskey für die Lagerung in ein frisch ausgebranntes Eichenholzfass.  Mehr über die Herstellung von Bourbon-Whiskey gibt es hier zu erfahren.

Aus welchem Glas trinkt man Whiskey am besten?

Amerikanischer Whiskey wird klassischerweise aus einem Tumbler-Glas getrunken. Ein Whiskey-Tumbler weist einen schweren Boden und eine breite Öffnung auf. Sein Füllvolumen reicht aus, um auch noch den ein oder anderen Eiswürfel aufzunehmen. Ein Tumbler ist nicht für das dezidierte Verkosten von Whiskey geeignet, sondern wird für das „sipping“, also das gemütliche Whiskey trinken verwendet. Für genaue Verkostungen mit Nosing und Tasting bieten sich spezielle Nosing-Gläser an.

Welche Arten von Whiskey gibt es?

Hier gilt es zunächst zwischen Whisky (geschrieben mit ‚y‘) für schottische und Whiskey (geschrieben mit ‚ey‘) für irische und amerikanische Whiskeys zu unterscheiden. Letztere sind häufig, aber nicht immer, Bourbons oder Rye Whiskeys. Mehr über die Eigenschaften und Besonderheiten verschiedener Whiskey-Sorten erfährst du in unserem Einsteiger-Guide.

Welcher Whiskey ist gut? Welcher Whiskey ist der Beste?

Diese Frage ist naturgemäß schwer zu beantworten: Der beste Whiskey ist einer, der zum geplanten Anlass und dem eigenen Geschmack sowie Budget passt. Will ich meinen Bourbon Whiskey mit Cola genießen, dann reicht mir vermutlich auch eine einfachere Qualität. Will ich ihn hingegen pur und ungekühlt aus einem Nosing-Glas verkosten, dann sollte er schon etwas mehr Aromen und einen eigenen Charakter mitbringen. Ein Sammler wird hingegen schauen, ob ein Whiskey besonders alt oder besonders selten ist – also nicht nur auf den Geschmack, sondern auch auf die Umstände der Herstellung und Lagerung schauen, um so eine erlesene Rarität ausfindig zu machen, die seinen Ansprüchen genügt.

In unseren Bourbon-Tests gibt es dennoch erste Anhaltspunkte für gute Whiskeys. Wir schreiben bei unseren Verkostungen unsere Eindrücke ehrlich auf und verraten, welcher Tropfen sich aus unserer Sicht lohnt und von welchem Genießer besser die Finger lassen sollten.

Welcher Whiskey ist für Anfänger geeignet?

Häufig machen Anfänger den Fehler ihre Entdeckungsreise in die Welt des Whiskeys mit einem zu einfachen, sprich zu günstigen Whiskey zu beginnen. Der schmeckt dann unangenehm, brennt vielleicht sogar im Hals. Der Einsteiger ist abgeschreckt und vermutet, dass alle Abfüllungen ähnlich scharf schmecken werden.

Die bessere Wahl für Whiskey-Einsteiger sind daher Bourbons, die eher mild und weich schmecken und dabei ein gutes Preis-Leistungsverhältnis aufweisen.

Konkret empfehlen können wir Four Roses Yellow Label, der milde Frucht- und Vanillenoten aufweist und in Deutschland häufig für unter 20 Euro pro Flasche erhältlich ist. Auch Maker’s Mark und Woodford Reserve Distillers Select für rund 25 Euro pro Flasche sind eine gute Wahl für Bourbon-Beginner. Desweiteren ist Bulleit Bourbon in dieser Preislage eine gute Wahl und überzeugt mit Vanille, Karamell und Honignoten. Auch mit Buffalo Trace macht man nichts verkehrt, bei ihm kommt zur gewohnten Vanille auch ein Hauch Minze mit ins Glas.

Alle vier eignen sich sowohl zum Mischen von Longdrinks (z.B. mit Cola oder Ginger Ale), können aber auch pur genossen werden. Für den qualitätsbewussten Bourbon-Einsteiger sind sie daher eine gute Wahl.

Welches ist der beliebteste Bourbon Whiskey?

Jim Beam. Zumindest wenn man nach den Verkaufszahlen geht, liegt der Kentucky Bourbon aus Clermont weltweit ganz vorne. Über 37 Mio. Liter werden in der Anlage angeblich hergestellt. In den 73 Lagerhäusern lagern je 20-60.000 Fässer – eine ungeheure Menge Whiskey. Gut 30 % des Kentucky Bourbons soll von Jim Beam stammen. Dazu gehören neben dem bekannten Jim Beam White Label auch Premium-Marken wie Knob Creek, Basil Hayden, Booker’s und Baker’s Whiskey. So schön diese Erfolgszahlen für den Hersteller Beam-Suntory sind – sie zeigen auch, dass der beliebteste Bourbon (in diesem Fall der White Label) nicht unbedingt der Beste sein muss.

Sollte man Whiskey gekühlt genießen oder nicht?

Wer besonders viele Aromen aus seinem Bourbon Whiskey herausschmecken möchte, sollte die Spirituose nicht kühlen, sondern sie bei Zimmertemperatur servieren. Das ist für amerikanische Genießer eher ungewöhnlich erscheinen, in den USA wird Bourbon gerne mit Eis „on the rocks“ genossen. Und in Japan genießt man Scotch ebenso wie Whiskey am liebsten mit viel Sodawasser und Eis als Highball. So unterscheiden sich sich die Trinkgewohnheiten je nach dem Land und seinen Bewohnern. Unter Whiskey-Genießern und bei professionellen Tastings hat sich die Servierform im Nosing-Glas und ohne Eis jedoch als die Beste herauskristallisiert – eben weil nur so möglichst viele Geschmacksnoten erkannt und notiert werden können. Geht es hingegen um einen gemütlichen Schluck zum Feierabend ist erlaubt, was Spaß macht und schmeckt.

Wann gefriert Whiskey?

Handelsüblicher Whiskey sollte über einen Alkoholanteil von mindestens 40% verfügen. Spirituosen mit einem so hohen Alkoholanteil gefrieren sehr schwer. So dass sie in ungeöffnetem Zustand gefahrlos im Eisfach des Kühlschranks oder im Gefrierfach kühl gehalten werden können. Bei geöffneten Flaschen kann ein Teil des Alkohols bereits entwichen sein, so dass auch der Gefrierpunkt sinkt. Dennoch ist auch hier das Gefrieren des Whiskeys unwahrscheinlich. Die einfache Faustformel zum Gefrierpunkt von Spirituosen ist: Alkoholanteil / 2 = Gefrierpunkt. In einem normalen Gefrierfach mit normalerweise -18 Grad sollte dem Whiskey also keine frostige Gefahr drohen.

Kann Whiskey verderben oder schlecht werden?

Grundsätzlich kann Whiskey nicht verderben oder schlecht werden. Auch nach längeren Lagerzeiten in der Flasche können Spirituosen noch gefahrlos konsumiert werden. Allerdings kann je nach den Lagerungsbedingungen ein Geschmacksverlust auftreten. Wissenswertes zum Thema wie man Whiskey lagern sollte erfahrt ihr hier. 

Wie trinkt man Whiskey richtig?

Wie so oft im Leben gibt es auch bei der Frage wie man Whiskey richtig trinkt keine allgemeingültige Antwort. Richtig ist was dir Spaß macht. Allerdings gibt es bei auch bei Whiskey klassische Wege des Genusses.

Whisky pur

Der einfachste und schlichteste Weg Whiskey zu genießen ist pur (auch „neat“ genannt). Ein „neat“ Whiskey steht im Gegensatz zum gemischten Whiskey. Er wird pur, ungekühlt und ohne Eis serviert. Klassischerweise im Whisky-Tumbler oder alternativ in einem Nosing-Glas. 

Whiskey on the Rocks

US-Amerikaner lieben eisgekühlte Getränke. Deswegen dürfen im Tumbler-Glas mit Whiskey auch 2-3 Eiswürfel nicht fehlen. Die Vorteile: Das Getränk ist kühl und durch das Wasser wird ein Teil der alkoholischen Schärfe genommen. Die Nachteile: In kalten Spirituosen können die Aromen schlechter wahrgenommen werden, außerdem verwässert mit der Zeit der Whisky.

Whiskey als Highball

Sozusagen eine Extremform des Whisky on the Rocks ist der Highball, der insbesondere in Japan sehr gerne getrunken wird. Im Highball wird Whiskey mit viel Eis und viel Soda gemischt. Der Whiskey wird nur noch als feine Nuance aus dem Drink herausgeschmeckt.

Whiskey als Longdrink

Whiskey lässt sich sehr gut in Longdrinks mit beliebigen Limonaden und Mischgetränken mixen. Ganz egal ob Cola, Sprite oder Bitter Lemon der Whiskey tritt in der zuckrigen Mischung noch viel deutlicher zurück. So ist der Longdrinks auch eher für Partys zu empfehlen, wenn man den puren Geschmack von Whiskey nicht mag.

Wie lange ist ein geöffneter Whiskey haltbar?

Grundsätzlich ist Whiskey unbegrenzt haltbar, weist kein Mindesthaltbarkeitsdatum auf und kann praktisch nicht verderben. Jedoch kann mit der Zeit, insbesondere bei bereits geöffneten Whiskeyflaschen ein Geschmacksverlust eintreten. Mehr über die Lagerung und Haltbarkeit von Whiskey erfährst du hier.

Hilft Whiskey gegen Halsschmerzen?

Wer kennt das nicht: Plötzlich ist da ein leichtes Kratzen im Hals. Oha! Da ist eine Erkältung im Anmarsch! Doch noch ist es nicht zu spät, denn mit einigen Hausmitteln kann man den Ausbruch der Erkältung möglicherweise noch stoppen oder eindämmen. Beliebt ist zum Beispiel das Gurgeln oder Inhalieren mit Salzwasser, um die Schleimhäute frei zu bekommen. Alternativ kann auch mit einem Whiskey gegurgelt werden, in der Theorie sollte der Alkohol eine desinfizierende Wirkung haben. Ursprünglich wurde Whisky (aqua vitae) in den guten alten Zeiten nur für rein medizinische Zwecke hergestellt. Und in den Zeiten der Prohibition gab es sogar Whiskey auf Rezept. Da möchte so mancher von uns gerne mal krank sein…

Idealerweise sollte man das Gurgeln mit Whiskey jedoch nur im Anfangsstadium einer Erkältung durchführen. Im späteren Verlauf, reizt der Alkohol die Schleimhäute nur zusätzlich und belastet den Organismus, der mit der Abwehr der Infektion ohnehin genug zu tun hat. Bei Fieber sollte man strikt die Finger von Alkohol lassen. Besser das Bett hüten und wenn keine Besserung eintritt einen Arzt aufsuchen!

Kann ich Whiskey mit Cola mischen?

Die Whiskey mit Cola gehört zu den absoluten Party-Klassikern. Die Vorteile liegen auf der Hand: 1. Mit hauptsächlich Whiskey und Cola werden wenige Zutaten für diesen Longdrink benötigt. 2. Der einfache Drink ist schnell und mühelos gemischt.

Für etwas mehr Finesse in der Whisky-Cola sorgen ein paar Eiswürfel und ein Spritzer Zitrone. Dennoch hat dieser Drink im Vergleich einen eher schlechten Ruf. Das Mischverhältnis sollte man an die eigenen Vorlieben anpassen. Etwa 4cl Whiskey auf 200 ml Cola sind eine ungefähre Orientierungsgröße.

Kann ich Whiskey mit Sprite mischen?

Die Mischung von Whiskey mit Sprite klingt auf den ersten Blick ungewöhnlich. Doch auch die süße Zitronenlimonade lässt sich wunderbar mit Whiskey kombinieren. Wer es mit der Lynchburg Lemonade nicht so genau nimmt (oder nicht alle Zutaten hat), kann auch einen anderen Whiskey als Jack Daniel´s  sowie Sprite oder 7-Up nehmen und erhält einen wunderbaren Drink. Aber auch Solo on Ice ist Whiskey mit Sprite eine gute Alternative zum Whiskey mit Cola.

Kann ich Whiskey mit Ginger Ale mischen?

Ja, Whiskey kann man sogar sehr gut mit Ginger Ale mischen. Diesen Drink nennt man Horse’s Neck (also Pferdehals), weil im Original noch eine Orangen- oder Zitronenschale vom Glasrand baumelt. Auch ein paar Tropfen Bitters gehören noch in den Drink. Ansonsten liefert aber das scharf-würzige Ginger Ale den Geschmack dieses Cocktails und ergänzt sich perfekt mit den milden Vanille-Noten eines guten Bourbons.

Warum brennt ein Whiskey im Mund oder auf der Zunge?

Da Whiskey eine starke Spirituose mit mindestens 40% Alkohol ist, kann es beim Genuss zu einem brennenden Gefühl im Mund und auf der Zunge kommen. Das Gefühl soll von den Nozizeptoren (ein Nervenende welches Schädigungen und Reizungen anzeigt) kommen, welche auf den Reiz durch den Alkhol (welches ein Nervengift ist) reagieren.

Bei hochwertigeren und länger gereiften Spirituosen sollte jedoch das brennende Gefühl weniger stark ausgeprägt sein, der Alkohl wird weniger scharf wahrgenommen. Hier sollte der Alkohol durch die aufwendigere Destillation und die Aromen der längeren Fassreifung mehr in den Hintergrund treten. Das Gefühl des Alkohols im Mund wird jedoch auch durch den Alkoholanteil im Getränk beeinflusst. (Ein 40%iger Whiskey schmeckt weniger stark als ein Whiskey mit 50%.)

Hilft ein Whiskey nach dem Essen bei der Verdauung?

Gerade nach einem schweren Essen ist er beliebt: Der Verdauungsschnaps. Doch tut man sich damit wirklich einen Gefallen? Eher nicht, denn starker Alkohol belastet den Magen und verlangsamt die Verdauung des Essens. Daher sollte man nach einem schweren Essen besser keinen Alkohol trinken. Wenn man trotzdem noch einen Whiskey zum Genuss nach dem Essen trinken möchte, isst man also besser etwas weniger, um den Körper nicht unnötig zu belasten und sich dennoch nicht „voll“ zu fühlen.

Welche Schokolade passt zu Whiskey?

Bei professionellen Whiskey-Tastings werden häufig Schokoladen oder Pralinen gereicht. Diese Süßigkeiten sollen besonders zu dem jeweiligen Whiskey passen und in der Kombination für ein völlig neues Geschmackserlebnis sorgen. Das ist soweit auch kein Wunder. Denn es ist ganz logisch, dass nach einer zuckrig-süßen Praline ein würziger Whiskey ganz anders wahrgenommen wird.

Whiskey und Schokolade können beide lecker sein. Allerdings sind wir der Meinung das sie jeweils für sich alleine stehen sollten und sie sich nicht gut gegenseitig ergänzen. Mit verklebter Zunge kann der Whiskey unserer Meinung nach gar nicht mehr so wie notwendig geschätzt und verkostet werden, die feinen Nuancen verschwinden.

Kann ich Whiskey zu Hause herstellen?

Nein, besser nicht. Professionelle Brennereien verwenden umfangreiches Equipment zur Herstellung der Spirituose. Diese Ausstattung und das damit verbundene Know-How lässt sich zuhause nicht ohne weiteres reproduzieren. Zudem benötigt man frisch ausgebrannte Holzfässer für die Lagerung. Sicher gibt es Kleindestillen für den Heimgebrauch, aber ob das daraus gewonnene Destillat – nur weil es einige Zeit im Holzfass verbracht hat – wirklich Ähnlichkeiten mit einem Whisky oder Whiskey hat, halten wir doch für etwas fraglich.

Bei der aktuellen Preisgestaltung für hochwertige Premium Bourbons lohnt sich die eigene Herstellung unter diesem Gesichtspunkt jedenfalls nicht. Wer dennoch für Experimente dieser Art offen ist, findet im Internet in passenden Shops das benötigte Zubehör zur Herstellung von Spirituosen. Hierbei sollten die zollrechtlichen Regularien und Höchstmengen zum Heimbrennen selbstverständlich beachtet werden.

Wie viel Prozent Alkohol hat ein Whiskey?

Je nach Produktionsschritt existieren für amerikanischen Whiskey verschiedene gesetzliche Regeln zum Alkoholgehalt. Whiskey darf in den Vereinigten Staaten nicht über 80% destilliert werden. Bei der Abfüllung in frisch ausgebrannte Eichenholzfässer darf der Alkoholgehalt nicht mehr als 62,5% betragen, der Whiskey wird also zuvor mit Wasser auf die gewünschte Stärke herunterverdünnt. Wenn der Whiskey nach einigen Jahren Lagerzeit wieder aus dem Eichenholzfass kommt, ist der Alkoholgehalt allerdings wieder höher, da während der Lagerung im Warehouse Wasser im Fass verdunstet und so der Alkoholanteil steigt. Die wenigsten Whiskeys kommen in Fassstärke (unverdünnt direkt aus dem Fass) in die Flasche. Die meisten Whiskeys werden auf etwas über 40% mit Wasser verdünnt, was auch dem Mindestalkoholanteil für Whiskey entspricht.

Gibt es guten Bourbon Whiskeys bei Aldi / Lidl / Penny / Netto?

Die Frage ist, was man unter „gut“ versteht. Wer seinen Bourbon mit viel Cola oder anderen Mischgetränken kombiniert und keine hohen Ansprüche an den Geschmack hat, wird wohl auch mit den günstigen Eigenmarken der Discounter glücklich werden. Bessere Bourbons verfügen häufig über eine bessere Komposition der zur Verfügung stehenden Zutaten, sie dürfen länger im Holzfass reifen und können so deutlich mehr Aromen herausbilden. Häufig sind so genannte Premium-Bourbons auch milder und weicher im Geschmack, sie brennen deutlich weniger beim Genuss als die günstigen Vertreter von Aldi, Lidl und Co.. Hier findest du unseren ausführlichen Test zu den Discounter-Bourbon-Whiskeys.

Wo kann man am besten Whiskey kaufen?

Im Prinzip gibt es zwei Möglichkeiten Whiskey zu kaufen: Online und Offline. Wenn man den lokalen Einzelhandel unterstützen möchten kann man sich zwischen Supermärkten (die eine begrenzte Whiskey-Auswahl haben), größeren Kaufhäusern (mit etwas größerem Whiskey-Sortiment) und Fachgeschäften mit meist guter Beratung und größter Auswahl entscheiden. Gerade wenn man sich nicht so gut auskennt und etwas Beratung braucht ist das Fachgeschäft eine gute Wahl. Natürlich kann man sich vorab schon einen ersten Überblick durch die Lektüre von Whiskey-Tests bilden.

Auch online gibt es eine breite Auswahl von Shops, welche breite Sortimente von Whiskeys im Angebot haben. Wer keinen großen Wert auf Beratung legt und die Spirituose nicht direkt mitnehmen möchte, wird hier fündig. Dennoch lohnt sich auch hier der Preisvergleich

Warum sollte ich Whiskey mit Wasser genießen?

Durch die Zugabe von einer kleinen Menge Wasser in den Whiskey kann die Spirituose „aufgeschlossen“ werden. Das bedeutet, dass die Aromen anschließend breiter und intensiver wahrgenommen werden können, da der Alkoholgehalt im Glas leicht abgesenkt wird. Daher ist der Genuss von Whiskey mit etwas Wasser insbesondere bei Abfüllungen mit einem hohen Alkoholgehalt eine gute Idee. Dies trifft zum Beispiel auf Whiskey in Barrel Proof (Fassstärke) zu.

Welcher Whiskey ist für Whiskey Sour am besten geeignet?

Wie schmeckt Bourbon Whiskey?

Für den Bourbon Geschmack sind verschiedene Dinge im Herstellungsverfahren verantwortlich. Dies ist unter anderem die Zusammensetzung der Mashbill, die für die Gärung verwendete Hefe, die Art der Destillation und die Lagerung des Bourbons in den Warehouses. Mehr zur Herstellung von Bourbon erfahrt ihr hier. Da so viele Einflussfaktoren auf den Bourbon-Geschmack einwirken, gibt es keinen Einheitsgeschmack in dem Sinne.

Dennoch gibt es einige Aromen die häufig in Bourbon Whiskeys vorkommen. Dies sind zum einen Vanille-Aromen, die durch die Lagerung in Eichenholzfässern in den Bourbon gelangen. Auch Holz-, würzige und milde Aromen sind häufige Assoziationen. Für genauere Beschreibungen des Bourbon-Geschmacks findet ihr hier unsere detaillierten Whiskey-Tests. 

Woher stammt Bourbon Whiskey?

Echter Bourbon-Whiskey darf ausschließlich in den USA auf der Grundlage von mindestens 51% Mais hergestellt werden. Dies schließt im Kern grob folgende Produktionsprozesse ein: Herstellung der Maische, Vergärung und Destillation. Ein Bourbon-Whiskey darf allerdings anschließend außer Landes gebracht werden und in einem anderen Land in einem frisch ausgebrannten Eichenholzfass lagern. Von dieser Möglichkeit wird von einigen amerikanischen Destillerien auch Gebrauch gemacht. Es muss also nur die Herstellung in den USA erfolgen, für die Lagerung gilt dies nicht.

Trinkt man Bourbon Whiskey mit Eis oder ohne?

Ganz klassisch wird Bourbon Whiskey in den USA „on the rocks“, also mit Eiswürfeln in einem Tumbler-Glas serviert. Die Spirituose ist schön kühl und etwas angenehmer als im warmem Zustand zu trinken. Doch für die Aromen bedeutet die Kälte nichts Gutes: So schmeckt man aus einem eisgekühlten Whiskey erwiesenermaßen weniger Geschmacksnoten heraus. Wer also seinen Bourbon verkosten möchte, gibt ihn am Besten in ein Nosing-Glas mit eng zulaufendem Glasrand und verzichtet auf Eis. Wer seinen Whiskey hingegen einfach als Feierabenddrink schlürfen möchte, der kann je nach Geschmack auch mit der Kühlung der Spirituose experimentieren.

Was ist der Unterschied zwischen Scotch Whisky und Bourbon Whiskey?

Ein Scotch stammt aus Schottland, ein Bourbon muss in den USA hergestellt werden. Der vielleicht wichtigste Unterschied ist aber das Getreide, aus welchem der Whisky bzw. Whiskey gebrannt wird. Für Scotch Malt-Whiskys werden 100 % gemälzte Gerste verwendet, Bourbon besteht hingegen aus einer Mischung verschiedener Getreidesorten und enthält mindestens 51 % Mais (jeweils gerechnet auf den Anteil in der Maische). Scotch Whiskys werden in Kupferbrennblasen gebrannt, Bourbon Whiskeys fast ausschließlich im kostengünstigeren Säulenbrennverfahren. Dadurch lässt sich in derselben Zeit wesentlich mehr Bourbon herstellen.

Ein weiterer wichtiger Unterschied ist die Lagerung: Ein Scotch Whisky muss mindestens drei Jahre im Holzfass reifen, die Fässer sind dabei üblicherweise gebraucht und enthielten häufig zuvor bereits Bourbon Whiskey. Bei Bourbon gilt, dass er nur in neuen Holzfässern aus amerikanischer Eiche gelagert werden darf, die auch nur einmal verwendet werden dürfen. Viele Fässer aus der amerikanischen Bourbon-Industrie werden nach dem Gebrauch verschifft und zum Beispiel nach Schottland exportiert, um sie weiter für die Lagerung von Spirituosen zu nutzen.

Eine Besonderheit moderner Scotch Whiskys sind die Finishes: So wird der Whisky nach einer bestimmten Lagerzeit z.B. im Ex-Bourbon-Fass noch einmal in ein Ex-Sherry-Fass umgelagert, der Scotch kann so weitere Aromen aufnehmen. Dieses Verfahren wäre für Bourbon Whiskey nicht zulässig, der ja nur in neuen, frisch ausgebrannten Fässern reifen darf. Es gibt allerdings auch doppelt gereifte Bourbon-Whiskeys, wie zum Beispiel Jim Beam Double Oak, die jeweils in ein frisch ausgebranntes Fass kommen.

Welcher Bourbon Whiskey ist glutenfrei?

Allgemein wird angenommen, dass Bourbon glutenfrei ist, da durch den Destillationsprozess die schädlichen Gluten-Proteine aus der Spirituose entfernt wurden. Wenn ihr jedoch in der Vergangenheit negativ auf aus glutenhaltigen Getreiden hergestellte Spirituosen reagiert habt oder ihr absolut sicher gehen wollt, bleibt die Möglichkeit auf Bourbon aus 100 % Mais umzusteigen. Mais ist ein Getreide welches natürlicherweise kein Gluten enthält. Bourbon Whiskeys, die komplett aus Mais gebrannt werden, sind aber sehr selten und nicht leicht erhältlich.

Was ist der Unterschied zwischen Bourbon und Tennessee Whiskey?

Bourbon- und Tennessee-Whiskey sind sich sehr ähnlich. Auch Tennessee-Whiskey gehört grundsätzlich zur Übergruppe der Bourbons und wird aus mindestens 51% Mais in der Mashbill hergestellt. (Ein Rye-Whiskey kann nie ein Tennessee-Whiskey sein.) Tennessee-Whiskey muss immer ein Straight Bourbon Whiskey sein, also mindestens 2 Jahre in frischen Eichenholzfässern gelagert  und im US-Bundesstaat Tennessee hergestellt werden. Allerdings muss die Lagerung nicht zwingend in Tennessee erfolgen. Eine Besonderheit von Tennessee-Whiskey ist der Lincoln County Process, eine besondere Filterungsmethode durch Holzkohle.

Was ist der Unterschied zwischen Bourbon und Rye Whiskey?

Der Unterschied zwischen Bourbon- und Rye Whiskey liegt in den unterschiedlichen Zutaten.  Bei einem Bourbon muss die Mashbill (Maische) zu mindestens 51% aus Mais bestehen muss. Bei Rye-Whiskey tritt an die Stelle von Mais der Roggen (Rye), die Mashbill muss zu mindestens 51% aus Roggen bestehen.

Welcher Bourbon schmeckt mild und süß?

Whiskeys mit einem hohen Anteil Mais und Weizen bilden üblicherweise milde und süße Aromen stärker aus, während Roggen/Rye eher würzige und scharfe Noten begünstigt. Konkrete Beispiele für milde Bourbons wären zum Beispiel Maker’s Mark, der mit einem hohen Anteil Weizen hergestellt wird (ein so genannter Wheated Bourbon) oder Four Roses Yellow Label, der ebenfalls eher weich und süß schmeckt. Eine Preisklasse höher ist der Woodford Reserve Distillers Select angesiedelt, der mit seinen feinen Noten ebenfalls den Liebhabern milder Bourbon Whiskeys entgegenkommt.

Wie lange muss ein Bourbon Whiskey reifen?

Für Bourbon Whiskey gibt es streng genommen kein Mindestalter. Es hängt also ganz von der Destillerie ab, wie lange sie ihren Whiskey im Fass lagern möchte. Nun gibt es aber dennoch einige Angaben auf dem Etikett, die Hinweise auf das Alter geben können. Steht zum Beispiel „Straight Bourbon Whiskey“ auf der Flasche, so muss das enthaltene Destillat mindestens 2 Jahre lang gereift worden sein. Zusätzlich ist per Gesetz vorgeschrieben, dass jeder Bourbon Whiskey unter 4 Jahre mit einer Altersangabe versehen werden muss. Da eine solch niedrige Zahl sich aber eher schlecht vermarkten lässt, versuchen die meisten Hersteller die Angabe zu umgehen und lagern ihren Bourbon Whiskey für mindestens 4 Jahre im neuen Holzfass. Dies gilt auch für die gängigen Discounter-Whiskeys von Aldi, Lidl, Penny & Co. Bessere Bourbons dürfen häufig länger reifen, die Premium-Abfüllungen bekannter Destillerien sind üblicherweise 7-9 Jahre gereift.

Gibt es einen Bourbon ohne Farbstoff?

Ja, per Gesetz darf ein Bourbon Whiskey mit dem Zusatz „Straight“ generell keine Farbstoffe enthalten. Die kräftige braune Farbe der Spirituose kommt also bei diesen Bourbons komplett aus dem Fass, welches bei der Herstellung ausgebrannt oder laut Fachjargon „getoastet“ wird. Neben der Farbe kommen so auch die Aromen von Straight Bourbons komplett aus dem Fass – der Zusatz von Aromastoffen ist ebenfalls untersagt.

Gibt es richtig alte Bourbon Whiskeys?

Im Vergleich zu schottischem Whisky sind lange Lagerzeiten bei amerikanischem Whiskey deutlich seltener. Dies hängt auch damit zusammen, dass Whiskey ausschließlich in frischen ausgebrannten Eichenholzfässern gelagert werden darf, welche durch das Holz einen sehr intensiven Geschmack verleihen, der über die Jahre auch zu intensiv werden könnte. Allgemein spielt Alter in der Bourbon-Industrie eine untergeordnete Rolle, häufig wird das Alter der Spirituose nicht oder nur versteckt auf dem Etikett angegeben.

Acht bis zwölf Jahre sind für Bourbon-Whiskeys schon ein höheres Alter. Beispiele hierfür sind  Jim Beam Signature 12 Jahre, Elijah Craig 12 Jahre oder Basil Haydens 8 Jahre. Deutlich ältere Bourbon-Whiskeys findet man bei Pappy van Winkle mit etwa 20 Jahren Lagerzeit. Allerdings sind diese Abfüllungen nochmals deutlich teurer und somit vor allem für Sammler der Spirituose interessant.

2 Kommentare

    1. Hallo Ronald,

      vielen Dank für den Hinweis. Da habe ich beim Schreiben wohl meine persönlichen Vorlieben mit in den Text eingebracht, quasi ein Freudscher Versprecher. Es sollten natürlich 200 ml Cola sein… 🙂

      Liebe Grüße

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