Wein

Veröffentlicht am 15. März 2015 | Foto: Dennis Jarvis / Flickr

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Bordeaux-Weine: Jung kaufen und lange lagern

Wer an erlesenen Wein denkt, wird dies (wie bei Whisky oder Cognac) häufig mit einer langen Lagerzeit beziehungsweise einem hohen Alter verbinden. Doch ist alt auch gleich gut? Klar ist: Ein günstiger Supermarktwein für 2,99 Euro wird durch eine Lagerung im heimischen Weinregal nicht viel dazugewinnen und sollte deshalb besser direkt getrunken werden. Für günstigere Flaschen empfiehlt sich nur selten eine Lagerzeit über mehr als ein bis zwei Jahre. Viel zu schnell baut der Wein sonst ab, wird schal und der Genuss ist dahin.

Lagereigenschaften verschiedener Rebsorten

Dabei ist zu beachten, dass die Rebsorte des Weins sowie die Art des Ausbaus eine unterschiedlich lange Lagerzeit ermöglichen. Zum Beispiel sind bis auf einige wenige Ausnahmen Weißweine nicht für eine lange Lagerzeit geeignet. Die edlen weißen Rebsorten Riesling oder Chardonnay können aber durchaus durch eine mehrere Jahre lange Lagerung noch gewinnen. Rotweine werden häufiger mit höherem Alter verkauft und das hat auch gute Gründe.

Bordeaux lässt sich gut lagern

Berühmte Rebsorten wie Bordeaux, Cabernet Sauvignon oder Burgunder erreichen in der Regel erst nach einigen Jahren ihre Trinkreife, da sich die komplexen Aromen bei der Lagerung erst entfalten müssen. Ein guter Bordeaux kann mindestens fünf Jahre gelagert werden und wird erst dann in einem passenden und eleganten Weinglas genossen. Doch auch Reifungen über Jahrzehnte sind bei Spitzenerzeugnissen möglich. Positiv wirkt sich beim Bordeaux auch der hohe Anteil an Gerbsäuren aus, die den Wein konservieren und lange beständig halten. Auch ein Ausbau in Barrique-Fässern unterstützt die Lagerfähigkeit und den Geschmack des guten Tropfens.

Junge Weine zuhause reifen lassen

Während für alte Bordeaux-Weine aus Spitzenlagen häufig hohe Preise aufgerufen werden, sind jüngere Flaschen teilweise zu einem attraktiven Preis erhältlich. Klar ist aber auch: Ein guter Bordeaux kostet bei Fachhändlern dennoch deutlich mehr als im Supermarktregal. Dafür erhält man aber auch eine erstklassige Qualität vom Winzer. Halten wir fest: Ganz junge Weine probieren kann sich lohnen, denn diese Flaschen haben einerseits spannende Aromen und verwöhnen den Gaumen, andererseits steht ihnen durch eine fachgerechte Lagerung im Weinkeller eine große Zukunft bevor. Das schwierigste ist für viele Genießer jedoch, den richtigen Zeitpunkt zu finden, um ihren Wein in Bestform erleben zu können.



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Über den Autor

Samuel

mag besonders fruchtige Speyside-Whiskys und rauchige Single Malts von Islay. Hin und wieder findet auch ein leckerer Karibik-Rum den Weg in sein Nosing-Glas. Im Test redet Sam Klartext.


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