Whisky aus der Flora und Fauna-Serie: Blair Athol 12 Jahre. (Foto: Alkoblog)

Der schottische Ort Pitlochry im Jahr 1851. Der junge Arthur Bell möchte möglichst schnell reich werden. Er experimentiert mit dem Blending verschiedener Whiskys. Diese sind günstiger herzustellen, da auch billiger Grain Whisky anteilig verwendet werden darf.

Bei Blair Athol in Pitlochry wird fast nur Whisky für Blends produziert

Pitlochry im Jahr 2014. Seit der Gründungszeit der Blair Athol Destillerie hat sich hinsichtlich der Geschäftsausrichtung wenig getan, wie uns unser aufgeschlossener Tourguide Frank (ein alter Hase im Whisky-Business) anschaulich erläutert. Laut Frank werden 99,9 Prozent der jährlichen Whiskyproduktion für Bell’s Blended Whisky verwendet. Die Blair Athol-Malts bilden das Herzstück des bekanten Blends.

Fundierte Destillerie-Tour im schottischen Pitlochry bei Blair Athol. (Foto: Alkoblog)
Fundierte Destillerie-Tour im schottischen Pitlochry bei Blair Athol. (Foto: Alkoblog)

Wie Arthur Bell letztendlich reich wurde, wird spätestens dann klar, als wir erfahren, dass ein Liter guten Whiskys in der Herstellung nur ungefähr ein Pfund kostet. Ein großer Teil des Endpreises entsteht durch Besteuerung, sodass ein Tanklaster mit Malt einen Wert von ungefähr einer halben Million Euro hat. Ein gutes Ziel also für wegelagernde Whiskyräuber, vorausgesetzt sie haben großen Durst auf New Spirit oder könnten den guten Tropfen artgerecht in Eichenfässern lagern.

Blair Athol 12 Jahre ist ein seltener Single Malt

Da wir bisher jedoch nur als harmlose Whiskygenießer in Erscheinung getreten sind, war unser Besuch in der Blair Athol Destillerie jedoch völlig friedfertiger Absicht, unserer Neugier und der Suche nach einem guten Dram geschuldet. Hierbei hatten wir jedoch diesmal nicht den New Spirit oder Bell’s Blend im Blick. Wir hatten ein Auge auf den Blair Athol 12 Jahre geworfen, der nur 0,01 % der Jahresproduktion der Destillerie ausmacht. Und davon wird vermutlich ein guter Teil direkt nach den Führungen im Shop verkauft.

Geheimtipp aus den Highlands: Blair Athol aus Pitlochry. (Foto: Alkoblog)
Geheimtipp aus den Highlands: Blair Athol aus Pitlochry. (Foto: Alkoblog)

Unser Tasting des Blair Athol 12 Jahre

Wie riecht er?

Bei der ersten Geruchsprobe ist der Blair Athol noch schüchtern zurückhaltend. Mit gutem Zureden entlocken wir dennoch eine feine leichte Sherry-Note und würzige Fruchtaromen wie Haselnuss oder Kaffee, Kakao und Muskat.

Wie schmeckt er?

Hat der Blair Athol 12 seine anfängliche Zurückhaltung erst einmal abgelegt, präsentiert er durchaus charaktervoll. Zart und weich schmiegt er sich an den Gaumen, lockt uns mit seiner dezenten Sherrynote. Im gleichen Moment verweist er auf seine Vanille und Haselnuss-Aromen. Ein vollmundiger Malt mit Tendenz zu Herrenzimmeraromen wie Tabak, Leder und Holz.

Blair Athol 12 Jahre
Gestaltung & Story86
Geruch80
Geschmack80
Preis-Leistung76
81
Fazit
Für sein Alter von 12 Jahren schmeckt der Blair Athol sehr reif. Er ist ein angenehmer Whisky, der einem unkompliziert den Feierabend versüßt. Mit seiner interessanten und ausgewogenen Komposition der Aromen weiß der Blair Athol zu überzeugen und weckt unsere Entdeckerfreude. Ein kleiner Geheimtipp aus einer spannenden und unscheinbaren Highland-Destillerie.

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