Wenn ein Single Malt ohne Altersangabe daherkommt, sind viele Whisky-Fans erst einmal skeptisch. Schließlich entstehen rund 70 % des Geschmacks eines Whiskys erst durch die jahrelange Lagerung im Holzfass. Bei NAS-Whiskys hat sich die Destillerie entschieden, kein Alter auf der Flasche anzugeben. Häufig enthalten diese Whiskys also Malts unterschiedlicher Altersstufen – das Minimum sind drei Jahre, häufiger enthalten No-Ager aber Malts zwischen 7 und 9 Jahren.

Der Verzicht auf die Angabe der Reifezeit muss nicht schlecht sein, gibt sie dem Master Blender doch die Möglichkeit freier mit verschiedenen Fässern und Finishes zu experimentieren und so neue Geschmackserlebnisse zu kreieren. Das Ergebnis im besten Fall: Gute NAS-Whiskys, die mit spannenden Aromen überzeugen und belegen, dass das Alter nur eine von ganz vielen Größen ist, wenn es um die Qualität eines Single Malts geht.

Hier sind die 11 besten NAS-Whiskys, die wir bis jetzt verkostet haben:

1
The Dalmore Quintessence
Das Experiment mit einem Finish in fünf verschiedenen Weinfässern ist geglückt. Der Dalmore Quintessence ist ein großer Whisky mit einem vielschichtigen Aromenspektrum. Nicht nur wegen des Preises sondern auch wegen seiner Qualität ist ein Mindfulness-Tasting dieses Premium-Whiskys angebracht. Leider sind nur 25 Flaschen von 3.000 für Deutschland vorgesehen, so dass dies eine Flasche für Sammler werden dürfte. Wegen der Exklusivität und des hohen Preises bewerten wir daher die Preis-Leistung nicht.Read full review
96
2
Glenfarclas 105 im Whisky-Test
Der Glenfarclas 105 in Fassstärke ist trotz seiner 60% erstaunlich mild geblieben. Das Aromenprofil ist von fruchtiger Süße, Eichenholz, malzigen Noten sowie dem Einfluss der Ex-Sherryfässer geprägt. So verkörpert dieser Whisky den Geist und die Charakteristik dieser Highland-Destillerie, was ihn zum Rundum-Sorglos-Paket für den Glenfarclas-Fan macht. Für um die 40 Euro bekommt man hier, ob verdünnt oder unverdünnt, einen ziemlich leckeren und spannenden Whisky in sein Tasting-Glas.Read full review
89
3
Octomore 7.4 Virgin Oak
Acht Buchstaben und bei Torfliebhabern gehen die Mundwinkel hoch: Das ist Octomore! Der 7.4er heizt serienmäßig mit 167 ppm über die Mundpiste namens Zunge. Im Boxenstopp lässt er ein paar Aromen liegen, doch klar ist auch: Hier geht es nicht um Komplexität, sondern um das Torferlebnis. Leider limitiert und damit recht teuer. Wir bewerten die Preis-Leistung deswegen nicht.Read full review
87
4
Ardbeg Dark Cove 46,5%
Wow! Im Tasting-Glas braucht der "Schmuggler-Whisky" Ardbeg Dark Cove keinen langen Anlauf. Im Geruch eine dichte Geruchswand mit einer Mischung aus rauchigen-, fleischigen und süßen Aromen. Im Geschmack legt er sogar noch eine Schippe drauf. Der passionierte Islay-Fan wird seine helle Freude an diesem Dram haben. Leider limitiert und daher schon so gut wie ausverkauft. Aus diesem Grund bewerten wir die Preis-Leistung nicht.Read full review
87
5
Auchentoshan Three Wood
Locker und leicht schwingt der Auchentoshan Three Wood im Nosing-Glas. Mit seiner samtigen Süße, den reifen schokoladigen und leicht würzigen Aromen empfiehlt sich dieser Malt als Dessert-Whisky nach einem schweren Essen. Er schafft eine gemütliche Atmosphäre und beweist sich als absolut gesellschaftstauglich.Read full review
86
Gelungen
6
Glenfiddich Project XX
Ein neuer Whisky ohne Age Statement, dafür mit durchgestylter Verpackung und hipper Story: Ich gebe zu, ich war skeptisch. Doch was der Glenfiddich Project XX hier ausbreitet, ist feine Whiskybrennkunst. Die klassischen Stärken von Speyside-Malts (Früchte! Süße! Würzigkeit! Holz!) vereinen sich in der neuen Abfüllung, die mit 47 % auch genug Power ins Glas bringt, um die vielfältigen Aromen zu tragen. Ein NAS-Whisky, der dennoch nicht jung oder unreif wirkt. Wer Glenfiddich schon liebt, findet hier eine neue Variante - alle anderen die Chance, die Destillerie mit einem starken Whisky für sich zu entdecken.Read full review
85
Vorzüglich
7
Macallan Amber
Schon die weiße Hülle und die schlanke Flasche des Macallan Amber fallen auf. Auch in Geruch und Geschmack hat dieser Speysider viel zu bieten. Frucht und Würze wechseln sich angenehm ab und auch die Lagerung in Sherryfässern macht sich bemerkbar. Der Macallan ist schön mild, die Aromen des Whiskys breiten sich erst langsam im Mund aus. Ein schöner Speysider.Read full review
84
Gelungen
8
Highland Park Odin
Als Sammler-Whisky unterliegt der Highland Park Odin besonderen Gesetzen. Rational betrachtet ist es ein feiner Single Malt mit intensiven Aromen und eine gelungene Variante zum klassischen 18-jährigen der Orkney-Destillerie. Ob man mehrere hundert Euro ausgeben muss, um diesen Geschmack zu haben, bleibt aber fraglich. Auf Grund der Seltenheit und der Limitierung verzichten wir auf die Bewertung der Preis-LeistungRead full review
83
9
Yamazaki Single Malt (NAS)
Yamazaki ist eine japanisch-schottische Liebesgeschichte. Die fruchtig-milden Aromen des No-Age-Whiskys könnten auch aus der Speyside stammen, die ausgewogene Komposition aber ist ein typischer Charakterzug japanischer Malts. Beides zusammen ergibt einen Single Malt, der viele schottische NAS-Abfüllungen alt aussehen lässt. Im Nosing ist der Yamazaki dabei noch eine Spur überzeugender als im Tasting. Nicht nur wer in Japan unterwegs ist, sollte diesen Whisky unbedingt einmal probieren.Read full review
83
Gelungen
10
Jura Superstition im Whisky-Test
Es mag Aberglaube sein oder nicht, der Jura Whisky überzeugt uns leicht getorft im Tasting. Dabei ist der Jura Superstition unkompliziert zu trinken und eignet sich so auch für den Einstieg hin zu rauchigen Whiskys. Der Superstition von der Isle of Jura ist sicherlich kein Wunder-Whisky, Preis und Qualität stehen hier aber in einem guten Verhältnis.Read full review
83
Leicht rauchig
11
Nikka Taketsuru Pure Malt
Durch Mut und Entdeckergeist ebnete Masataka Taketsuru japanischem Whisky den Weg und war einer der wegweisenden Pioniere. Der Taketsuru Pure Malt brennt im Tasting hingegen kein Feuerwerk ab. In seiner Aromatik - mit Süße, Frucht und Würze sowie leichtem Rauch und Salzigkeit ist der Whisky allerdings sehr schön komponiert. Mit einem Preis von derzeit unter 50 Euro für einen japanischen Whisky fair bepreist. Read full review
82