„Apfelsaft ist großer Mist, wenn er ausgesoffen ist.“ Das bekannte Bonmot von Helme Heine gilt natürlich uneingeschränkt auch für Apfellikör. Und so kann man sich nur wundern, wie schnell eine Flasche Berentzen Spice Apple in einer abendlichen Partyrunde das Zeitliche segnet. Herzlich Willkommen zum Party-Test einer Spirituose, die viele Genießer wohl nur mit spitzen Fingern anfassen werden. Wir aber haben unsere Patsche-Hände schon fest um den Flaschenhals gelegt, denn gleich geht’s los.

Spice und Apple – ist das was Scharfes?

Das Wort LIKÖR steht in fetten Lettern auf der Rückseite der Flasche des Spice Apple. Genauer handelt es sich um eine Mischung aus Berentzen Apfellikör mit 33 % Rum. Die Wortwahl Spice Apple sorgte bei einigen in der Runde für Verwirrung: So wurde hinter „Spice“ etwas Scharfes vermutet, ein Partygast äußerte die Vermutung, dass hier Chilischoten auf Apfelaroma treffen würden. Die im Namen angedeutete Verbindung zu Spiced Rum war weniger eindeutig, als wir vermutet hätten.

Unser Test des Berentzen Spice Apple

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Schmeckt nach Apfelringen – allerdings nur süß, nicht sauer (Foto: Amazon)

Für unseren Test taten es an diesem Abend ganz normale Tumbler-Gläser. Alles andere wäre mit der Tasting-Kanone auf Aroma-Spatzen geschossen. Der süßliche Geruch nach Apfelringen (die Gummi-Dinger aus Schulzeiten, siehe rechts) und Alkohol verklebt uns auch so im Nu die Nasenhöhlen. Nein mit diesem Geruch sind wahrlich keine Preise zu gewinnen.

Erste positive Überraschung auf der Zunge: Der Berentzen Spice Apple ist sehr mild. Zuckrig süß gleitet er über die Zunge und trinkt sich überaus süffig. Der Apfel trifft dabei auf eine sehr dezente Würzigkeit, der Alkohol kommt nur im Abgang kurz als leichte Bitterkeit zum Tragen. Unsere Party-Tester freuten sich vor allem darüber, dass die Spirituose, offenbar anders als erwartet, keinen unangenehmen Nachgeschmack zurücklässt. Bei 28 % Alkoholgehalt ist das schon erstaunlich.

Ein hochprozentiger Apfelsaft

Berentzen empfiehlt den Spice Apple pur auf Eis oder mit Cola gemischt. Da wir uns das Etikett nicht durchgelesen haben („Party-Test, da müssen wir uns nicht vorbereiten“) ist nur Apfelsaft im Haus. Und siehe da: Gießt man etwas naturtrüben Apfel-Direktsaft auf den Spice Apple wird die Mischung noch runder. Man könnte auch sagen: Wir schmecken den Schnaps einfach gar nicht mehr durch. Es könnte sich gut um einen (leicht vergorenen) Apfelsaft handeln, der sich prima nebenbei trinken lässt. Das Gefährliche: Die süße Mischung lässt einen völlig vergessen, dass es sich hier um einen hochprozentigen Drink handelt, man trinkt mehr als man denkt.

Unser Fazit

Kennt ihr diese Spirituosen, die ihr auf eine Party mitbringt und anbietet und die ihr am Ende doch wieder mit nach Hause nehmen müsst, weil sie keiner mag? Der Berentzen Spice Apple gehört zum Glück nicht dazu. In unserer gemischten Partyrunde mit 33 % Akademiker-Anteil kam der süße Apfellikör-Rum-Mix überraschend gut an. Vielleicht weil er sich sehr mild und süffig nebenbei trinken lässt. Tiefere Aromen sucht man vergeblich, das ist kein Drink zum Nachdenken. Aber auch keiner, über den man groß sprechen oder diskutieren kann. Wer sonst guten Rum verkostet, wird mit dem Spice Apple nicht glücklich werden. Wer einfach einen fertig gemischten Alkohol sucht, der unkompliziert über die Zunge geht, ist dagegen an der richtigen Adresse. Für unter 10 Euro eine klassische Mitbringflasche.

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