Belvedere Vodka im Test (Foto: Alkoblog)

Gebrannt aus Roggen in vierfacher Destillation macht mit Belvedere ein polnischer Premium-Vodka auf sich aufmerksam. Wobei „auf sich aufmerksam machen“ wohl stark untertrieben ist. Selbstbewusst bezeichnet sich Belvedere nämlich auf seiner Webseite als „The Best Luxury Vodka Brand“. Nicht weniger als die Krönung aus 600 Jahren polnischer Vodka-Tradition habe man vor sich. Wer so dick aufträgt, muss sich auch daran messen lassen: Wir haben das polnischen Luxus-Destillat verkostet.

Mit Roggen hat sich Belvedere für ein Getreide entschieden, welches nicht unbedingt zu den häufigsten Sorten für Vodka zählt. Häufiger kommt Weizen oder eine Mischung aus mehreren Getreidesorten zum Einsatz. In Polen hat Roggen-Vodka allerdings durchaus Tradition: Man denke nur an bekannte Namen wie Zubrówka (das ist der mit dem Büffelgrashalm) oder Wyborowa, die neben weniger großen Marken ebenfalls auf Roggen setzen.

Viele Vodkas werden aus Weizen gebrannt – Belvedere aus Roggen

Und wie sieht es bei anderen Premium-Vodkas aus? Hier dominiert der Weizen ganz klar: Man denke an Absolut Vodka (schwedischer Winter-Weizen), Grey Goose (französischer Weizen), Russian Standard (russischer Winterweizen), Ketel One (europäischer Weizen). Mit Cîroc schert immerhin eine hochklassige Marke aus – dieser Vodka wird aus Weintrauben destilliert.

Belvedere Vodka vor einem verblüffend ähnlichen Gebäude: Dem Hasso Plattner Institut in Potsdam (Foto: Alkoblog)
Belvedere Vodka vor einem verblüffend ähnlichen Gebäude: Dem Hasso Plattner Institut in Potsdam (Foto: Alkoblog)

Das schicke Design ähnelt dem von Grey Goose aus Frankreich

Kein Luxus-Vodka traut sich ohne schickes Design in die Regale der Bars und Spirituosen-Shops. Die Flasche des Belvedere setzt auf einen geeisten Look, der durch ein Sichtfenster den Blick auf den klassizistischen Warschauer Belvedere-Palast auf dem Rücketikett freigibt. Mich hat die Flasche spontan an Grey Goose erinnert – die Schriftgestaltung ist ähnlich, beide Vodkas setzen auf Blau als Kontrastfarbe und die Designs arbeiten mit mehreren Ebenen bzw. einer Durchsicht auf das Rücketikett, um das Auge des Vodka-Liebhabers anzuziehen. Nun kann ich nicht sagen, wer da von wem abgeguckt hat, aber verblüfft hat mich die Ähnlichkeit schon. Hier zum Vergleich mal die Grey Goose Flasche mit Gänsemotiv:

Vergleichbare Marke, ähnliches Design: Grey Goose Vodka (Foto: Amazon)
Vergleichbare Marke, ähnliches Design: Grey Goose Vodka (Foto: Amazon)

Warum wir Belvedere Vodka ungekühlt verkosten

Wer hat Lust auf warmen Wodka? Ich schon mal nicht. Nun ist es aber natürlich ein offenes Geheimnis, dass man die Aromen von Spirituosen am besten im ungekühlten Zustand herausschmecken kann. Also doch den Belvedere Vodka aus dem Eisfach geholt, um ihn fürs Tasting auftauen zu lassen. Noch die Glencairn-Gläser aus der Vitrine geholt und schon kann es losgehen. Wer Belvedere ganz leger mit ein paar Freunden genießt, wird ihn dann aber wohl doch ganz einfach auf Eis oder zumindest eisgekühlt servieren.

Unser Tasting des Belvedere Vodka

Wie riecht er?

Ein sehr neutraler Geruch strömt uns aus dem Glas entgegen. Kommt da noch was? Mit etwas Phantasie kann man hinter dem neutralen Alkoholgeruch tatsächlich feine Spuren von Früchten bzw. Fruchtschalen ausmachen. Ich denke an Apfel, eine Spur Melone und Zitronenschale. Insgesamt eher herb als süß-fruchtig. Aber das sind tatsächlich Spurenelemente in einem geradezu minimalistischen Geruch. Bisweilen schwenkt der Duft leicht ins medizinische (Desinfektionsmittel?), bleibt aber dennoch ausgesprochen angenehm und mild.

Wie schmeckt er?

Auch hier sind die Aromen für einen Vodka typisch sehr filigran angelegt. Wenn der Pressetext von einem „vollen, runden Geschmack mit mittelschweren Körper und einer leichten, samtigen Textur“ schwärmt, dann muss man sich darunter bei einem Vodka eben doch etwas anderes vorstellen, als bei einem Single Malt Whisky. Der Belvedere Vodka ist im Mund aber in der Tat sehr weich und mild, dabei aber nicht ausdruckslos. Er hat einen eleganten Körper, auf dem die Geschmacksnoten wie Stecknadelköpfe angeordnet sind. Ich schmecke Spuren von Grapefruit, von Bourbon Vanille und gemahlenen Haselnüssen. Hinten ganz leicht pfeffrig-kitzelnd, aber nicht brennend. Der Alkohol ist bei diesem Vodka sehr angenehm verpackt und tritt nicht offen zu Tage. Der Belvedere ist ein milder, angenehmer und dennoch nicht komplett neutraler Vodka.

Belvedere Spritz: Ein origineller Vodka-Cocktail für den Sommer

Den Kult-Cocktail Aperol Spritz kennt jeder. Doch wie wäre es mit einer schönen Variante auf Basis von Vodka? Belvedere hat einige Rezepte dazu kreiert. Wir haben den klassischen Belvedere Spritz ausprobiert und können bestätigen: Schmeckt lecker und macht Lust auf noch mehr schöne Sommermomente!

Der Belvedere Spritz Vodka Cocktail wird mit Grapefruit serviert (Foto: Alkoblog)
Der Belvedere Spritz Vodka Cocktail wird mit Grapefruit serviert (Foto: Alkoblog)

Das braucht ihr:

30 ml Belvedere Vodka
30 ml Lillet Blanc
2 Grapefruitscheiben
1 kleiner Zweig Thymian
Tonic Water & Mineralwasser

So wird’s gemixt:

Einfach ein Glas mit ein paar Eiswürfeln füllen und die Zutaten darüber geben. Anschließend mit Mineralwasser und Tonic Water gleichmäßig aufgießen. Abschließend mit Eiswürfeln auffüllen und mit Thymian garnieren. Prost!

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Belvedere Vodka
Gestaltung & Story85
Geruch73
Geschmack92
Preis-Leistung85
84
Exzellent
Fazit
Weich und mild im Charakter hinterlässt Belvedere von Beginn an den Eindruck eines Premium-Vodkas. Während wir uns im Nosing noch eine Spur mehr Aromen gewünscht hätten, kann er im Geschmack mit Grapefruit und Spuren von Vanille mehr überzeugen. Ein gediegener Begleiter für feierliche Anlässe, bei denen ein sehr guter Vodka genossen werden soll. Der Preis von 35 bis 40 Euro für 0,7 Liter ist gehoben und unterstreicht den Luxus-Charakter der polnischen Marke.

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