Bazic Vodka im Test (Foto: Alkoblog)

„Eine Stadt wie Hamburg hat einen eigenen Vodka verdient“, dachten sich zwei geschäftstüchtige Hamburger. Ihr selbst entwickeltes Vodka-Rezept soll den Bazic Vodka zu einer „einfachen, ehrlichen und nordischen“ Spirituose machen.

Hamburg und Vodka?

Nun ist Vodka nicht unbedingt das Erste was einem in den Sinn kommt, wenn man an Hamburg denkt. Wenn überhaupt würde man die Hansestadt wohl spontan eher mit „Küstennebel“ oder vielleicht noch Übersee-Rum assoziieren, der früher im Hafen umgeladen wurde. Natürlich hat das Brennen von verschiedensten Getreiden zu Korn oder Kornbrand in Deutschland seit vielen Jahrhunderten Tradition. Und auch Vodka ist im Prinzip nichts anderes als ein klarer Brand. Einziger Unterschied zum deutschen Kornbrand ist die bessere Filtrierung nach dem Brennprozess, welche den Vodka von Fuselölen und Rückständen befreien soll. Die Spirituose soll möglichst rund und neutral schmecken.

Vermutlich gibt es aber einen einfachen Grund, warum die Macher von Bazic einen Vodka und nicht einen Korn herstellen: Das Image von Vodka ist wesentlich besser – welcher junge, großstädtische Mensch, der etwas auf sich hält, trinkt schließlich heute noch Korn?

Minimalistische Gestaltung mit rotem Stern: Bazic Vodka (Foto: Amazon)
Minimalistische Gestaltung mit rotem Stern: Bazic Vodka (Foto: Amazon)

Gebrannt wird Bazic an der Mosel

Trotz Hamburger Folklore-Geschichte darf der obligatorische rote Sowjet-Stern auf der Flasche nicht fehlen. Spätestens hier fragt man sich, ob der Bazic wirklich so durchdacht ist. Auch die Herstellung hat leider nicht viel mit Hamburg zu tun, sie findet in einer kleinen Familienbrennerei in Süddeutschland statt. Ein Hamburger Vodka mit Sowjet-Stern, der an der Mosel gebrannt wird? Spätestens hier beschleicht uns das Gefühl, dass es sich um ein reines Marketing-Produkt handelt.

Doch das hält uns nicht davon ab, den Bazic Vodka zu verkosten. Wichtig ist schließlich auch, was in der Flasche drin ist: Für Bazic Vodka wird Weizen aus deutscher Herstellung immerhin fünffach destilliert. Anschließend wird der noch nicht ganz fertige Vodka tiefengefiltert, wobei die charakteristischen Getreidearomen erhalten bleiben sollen. Ob der Aufwand sich gelohnt hat?

Unser Tasting des Bazic Vodka

Wie riecht er?

Das ist die Krux bei der Verkostung dieser Spirituosen-Art: Ein guter Vodka soll bekanntlich nach nichts oder fast nichts schmecken und so riecht der Bazic Vodka auch weitgehend neutral und rein, fast wie destilliertes Wasser. Auch ein Hauch von Schwimmbad umweht den Bazic, unseren Tester erinnert er an „feuchte Badehose“.

Wie schmeckt er?

Der Geschmack des Bazic Vodka ist weich und leicht süßlich mit ordentlichem Körper. Die Getreidenote ist schmeckbar und lässt den Vodka etwas wie einen Kornbrand erscheinen. Von der Charakteristik ist dieser Vodka rund, träge und gemütlich. Durch seine Milde lässt er sich sehr gut pur trinken. Bazic sollte man nicht zu warm trinken, da er sonst sehr breit und getreidig schmeckt. Auf Eis oder in einem Cocktail lässt er sich aber gut genießen. Qualitativ kann er mit anderen Vodkas der Preisregion um 12 Euro mithalten, ist aber nicht wesentlich besser.

Bazic im Frosttest

Unseren fast schon patentierten Frosttest – bestehend aus 48 h im -18 ° C kalten Gefrierschrank – übersteht der Bazic Vodka überzeugend. Er wird etwas dickflüssiger, gefriert aber nicht! Das haben wir auch schon anders erlebt. Die ideale Trinktemperatur des Vodka Bazic liegt laut Hersteller bei warmen 18° Celsius – wir würden ihn wie gesagt lieber kühler genießen.

Bazic Vodka
Gestaltung & Story65
Geruch62
Geschmack68
Preis-Leistung50
69
Fazit
Hinter Bazic steckt eine nette kleine Marketing-Geschichte aus Hamburg: Denn mit der Hansestadt hat der Vodka nicht viel zu tun. Vom Inhalt her hätte Bazic die Folklore-Nummer gar nicht nötig gehabt. Mild und weich mit leicht getreidiger Note präsentiert er sich als solider Vodka, der sich auch gut für sommerliche Drinks eignet.

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