Und noch ein Whiskey aus Kentucky: Nach dem Maker’s Mark und dem Elijah Craig kommt jetzt der Basil Hayden – erst ins Glas und dann an unseren verwöhnten Gaumen. Der Whiskey-Brenner Basil Hayden gehörte einer katholischen Familie in Maryland an, welche etwa im Jahr 1785 nach Kentucky umsiedelte. Hayden fügte der Maische mehr Roggen und Gerstenmalz zu als andere Brennmeister seiner Zeit. Dadurch stiegen zwar die Produktionskosten etwas (Roggen ist teurer als Mais), aber der Whiskey erhielt auch einen weniger süßen Geschmack, als die klassischen mais-betonten Bourbons.

Heute gehört Basil Hayden zum Spirituosenkonzern Beam und wird dort im Rahmen der „Small Batch“-Reihe vermarktet. Durch den höheren Anteil von Roggen spricht man auch von einem „High Rye Bourbon“. Basil Hayden reift für 8 Jahre in neuen Eichenholzfässern und wird dann mit (eher niedrigen) 40 % Alkoholgehalt in die Flasche gebracht.

Unser Tasting des Basil Hayden

Wie riecht er?

Leicht und fast ein wenig schüchtern stellt sich der Basil Hayden Bourbon vor. Die röstigen Aromen machen schnell Platz für eine feine, kräuterige Note. Ich rieche Thymian und etwas Salbei, dazu feuchtes Gras. An Fruchtnoten habe ich Litschi wahrgenommen. Das Holz ist beim Basil Hayden trotz seiner 8 Jahre Reifezeit nicht stark präsent. Mich hat der Geruch etwas an einen feuchten, muffigen Bootsschuppen erinnert.

Wie schmeckt er?

Dieser Kentucky Straight Bourbon wirkt jung und fast ein wenig stechend. Lässt man den Basil Hayden atmen, breitet sich aber ein milder Geschmack aus. Der ist zwar ganz angenehm, lässt aber etwas die Highlights vermissen. Die Kräuternote findet sich auch hier wieder und erinnert etwas an einen Kräuter-Hustenbonbon. Insgesamt ein weicher, aber auch ziemlich unscheinbarer Geschmack, was vielleicht besonders auffiel, weil wir parallel den eher robusten Elijah Craig im Glas hatten. Letzterer hat den Punch, den der Basil Hayden’s leider vermissen lässt.

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