Mit Single Barrel Whiskys kann man ganz anderer Charakterzüge einer Destillerie entdecken. (Foto: Alkoblog)

Beim Besuch eines Whiskyfestes fällt die Wahl des ersten Drams zur Verkostung erfahrungsgemäß schwer. So auch beim Berliner Whiskyherbst am vergangenen September-Wochenende in der alten Malzfabrik. Denn vom milden Speyside Malt, über Scotch aus den Highlands, bis hin zu den kräftigen Whiskys der schottischen Inseln, wird so ziemlich alles was das Whisky-Liebhaber Herz begehrt geboten.

Ein mal quer durch die Range vs. Verkostungsplan

Natürlich könnte man einfach am nächstbesten Stand stehenbleiben und sich quer durch die Range probieren. Doch mit einem Verkostungsplan ähnlich wie bei einem Whisky-Tasting, kann man die Aromen und Charakteristiken der Whiskys auf Whiskymessen noch gezielter und besser kennenlernen. Denn wenn man sich gleich zu Beginn die Nase an einem Islay-Torfmonster verglüht, kommt einem der nächste Highländer wahrscheinlich nur mehr wie ein laues Lüftchen vor.

Milder Start in den Tag mit dem Balvenie 12 Jahre Single Barrel

Da ein milder Start also nicht ganz verkehrt erscheint, wählten wir für unser erstes Dram mit dem Balvenie 12 Jahr Single Barrel (Fassnummer 4682 / Flasche 240), einen milden Speyside-Whisky aus. An Balvenie haben wir ohnehin gute Erinnerungen. So überzeugten uns der Balvenie 15 Jahre Single Barrel, der Balvenie Double Wood 17 Jahre und der Balvenie 14 Jahre Carribean Cask vor einiger Zeit bereits im Tasting.

Höchste Zeit also die Erinnerungen an diese Speyside-Destillerie etwas aufzufrischen. Doch gerade bei Single Barrel Whiskys ist der Geschmack so eine Sache. Denn der Whisky in der Flasche stammt tatsächlich nur aus einem Fass. Und jedes Fass bringt einen unterschiedlichen Whisky mit einem unterschiedlichen Geschmack hervor, so dass die einzelnen Abfüllungen mitunter stark voneinander abweichen können. Im Falle des Balvenie 12 Jahre Single Barrel lagerte der Whisky in einem first fill Bourbon-Fass mit der Nummer 4682. Abgefüllt wurde mit ordentlichen 47,6%.

Unser Tasting des Balvenie 12 Jahre Single Barrel

Wie riecht er?

Der Geruch des Whiskys aus Fass Nummer 4682 ist fruchtig und mild. Die durchdringende Süße erinnert uns an Fruchtbonbons oder Gummibärchen. Mit leichten würzigen Eindrücken  von Holz zeigt der Whisky das er die Jahre im first fill Fass für sich genutzt hat. An Aromen finden sich Aprikose, Marmelade, Ananas und getreidige Noten in der Nase.

Wie schmeckt er?

Relativ süß mit viel Vanille fängt der Single Barrel von Balvenie im Mund an. Dann kommt zunehmend die Würzigkeit und „Spicyness“ des Fasses hinzu. Der Whisky verbreitet ein leicht cremiges harmonisches, aber auch trockenes Gefühl im Mund. Wir schmecken Aprikosen und für einen 12jährigen Whisky durchaus kräftiges Eichenholz. Mit dem Geschmack von Haferflocken, Sirup und Honig geht der Whisky hier in die „Frühstücksrichtung“. Bohnerwachs, Kirsche und Ananas runden die Aromen ab.

Balvenie 12 Jahre Single Barrel
Gestaltung & Story90
Geruch84
Geschmack86
Preis-Leistung80
85
Fazit
Bei diesem Balvenie 12 Jahre Single Barrel stimmt die Balance. Kein Aroma wird im Tasting zu dominant oder übermächtig. Dennoch weist dieser Whisky für sein Alter schon einige reife Aromen auf. Die rund 55 Euro für einen first fill Single Barrel Whisky erscheinen uns fair bepreist. Ein guter Whisky in seiner Altersklasse.

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