Bacardi Oakheart (Foto: Hersteller)

Inspiriert durch positive Testberichte in anderen Blogs und durch eine aktuelle Werbeaktion habe ich mir letzte Woche eine Flasche Bacardi Oakheart gekauft. 0,7 Liter Rum und ein Liter Cola für 9,99 Euro – das klang nach einem guten Geschäft! Gestern war dann die Verkostung bei einem guten Freund von mir angesagt.

Ist Bacardi Oakheart ein Spiced Rum?

Bacardi Oakheart ist ein so genannter Spiced Rum oder auch Flavoured Rum. Dem Rum werden also Aromen zugesetzt, im Fall von Oakheart sollen Muskat, Zimt und Vanille-Aroma mit im Spiel sein. Es handelt sich um einen Blend aus mehreren Rumsorten, von denen eine in Holzfässern gelagert wird. Die Dauer dieser Lagerung und der Anteil des holzgelagerten Rums wird aber nicht benannt. Stattdessen jubiliert der PR-Text: „Seine einzigartige Herstellung verleiht ihm seinen einzigartigen Geschmack und seine unverwechselbare goldbraune Farbe.“ Zweimal „einzigartig“ in einem Satz, das muss schon echt etwas Besonderes sein…uns fällt zunächst nur der geringere Alkoholgehalt von 35 % bei Oakheart auf, der unter der Marke von 37,5 % für normalen Rum liegt.

Da der gesetzliche Mindestalkoholgehalt für Rum 37,5% beträgt, ist Bacardi Oakheart kein richtiger Rum. Er ist vielmehr eine Spirituose auf Rumbasis, so wie auch das Konkurrenzprodukt Captain Morgan Spiced Gold.

Die Verpackung von Bacardi Oakheart lässt keinen Zweifel daran, dass es sich um ein Lifestyle-Getränk handelt. Konkret werden Männer bzw. „Kerle“ angesprochen. „Einkaufszettel für Männer. Oak, Cola. Fertig.“ heißt es etwa da etwa. Oder auch: „Mit Kumpels. Ohne Schnickschnack.“ Darunter sind zwei große Humpen abgebildet, die mit Cola, Eis und offensichtlich Oakheart gefüllt sind. Das Mischverhältnis bleibt dabei allerdings unklar.

Unser Tasting des Bacardi Oakheart

Wir entscheiden uns mangels Humpen für zwei kleinere Gläser und schenken ein. Ja, wir haben keine Nosing-Gläser für den Test verwendet, aber ich bezweifle ehrlich gesagt, dass die viel hätten ausrichten können.

Bacardi Oakheart riecht ziemlich süßlich und nach Fusel. Allenfalls erahnen kann man eine leichte Rauchnote. Auch im Mund enttäuscht die Rum-Spirituose: Klebrig umschleicht er den Gaumen. Der Oakheart schmeckt kaum rauchig, sehr süßlich und im Abgang unangenehm spritig. Ich hatte noch nie das Vergnügen Holzpolitur zu trinken, aber so in etwa stelle ich es mir vor.

Bacardi Oakheart erinnerte mich an Nächte in meiner Jugend, die wir im Park durchfeierten: Der eine brachte eine Flasche billigen Rum mit, der andere eine Cola oder Fanta. Gemischt wurde im Plastikbecher. Es war kein Genuss, es ging um den Pegel. Um dieses angenehme Gefühl des Angetrunkenseins. Was haben wir nicht alles für Quatsch erzählt in diesen langen Nächten. Eine lustige Zeit, keine Frage, aber doch schon eine ganze Weile her. Mit Oakheart kann man sich diese mehr oder weniger glorreichen Momente zurückholen – mit jedem anderen Fusel für 5 Euro allerdings wahrscheinlich auch.

Schmeckt mit Cola etwas besser: Bacardi Oakheart

Mit der beigelegten Cola schmeckt Bacardi Oakheart tatsächlich etwas besser bzw. schmeckt man ihn einfach nicht mehr so deutlich durch. Das war auch zu erwarten. Oakheart wird mit Cola trinkbar, aber keineswegs gut. Es fehlt diesem Rum einfach an Reife und Aromen. Man merkt, dass er sehr jung abgefüllt wurde und nun mit Aromen „aufgeputscht“ wurde.

Fazit zum Oakheart

Alles in allem eine ziemliche Enttäuschung. Ein Einkaufszettel für echte Männer sollte daher besser wie folgt aussehen: Geld zusammenlegen und für 20 Euro eine gute Flasche Rum (und ich meine jetzt nicht Havanna Club) in einem Fachgeschäft oder einer ordentlich sortierten Spirituosenabteilung kaufen. Schmeckt besser und kann man sogar ohne Cola trinken. Woran man die wirklich guten Flaschen erkennt? Wenig Marketing-Blabla hinten drauf, stattdessen eine lange Lagerung im Holzfass und dadurch mehr Geschmack in der Flasche.

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Bacardi Oakheart
Gestaltung & Story60
Geruch20
Geschmack19
Preis-Leistung50
37
Fusel
Fazit
Hinter Bacardi Oakheart verbirgt sich klebriger Fusel statt gutem Rum. Strenggenommen ist Bacardi Oakheart auch nur eine Spirituose auf Rumbasis, ein sogenannter "Spirit Drink". Da Aromen zugegeben werden, weist der Oakheart Ähnlichkeiten zu Spiced Rums auf. Selbst mit Cola gemischt ist das Getränk jedoch kein wirklicher Genuss. Das Geld sollte man sich besser sparen und in eine gute Flasche anlegen.

8 Kommentare

  1. Ich finde, dass Oakheart in diesem Artikel unnötig schlecht gemacht wird. Der Vergleich mit „echtem“ Rum hinkt, erst recht wenn er das doppelte kosten sollte, damit es was Schmackhaftes ist.
    Oakheart war bereits nach einer Flasche mein Favorit und das ist er bis heute geblieben. Den Captain – meiner Meinung nach das Konkurrenzprodukt – finde ich nicht so gut.

  2. Mit deiner Bewertung sprichst du mir aus ganzer Seele. Bleibt nur noch zu erwähnen, dass die Farbe nicht auf Fasslagerung, sondern auf das Beimischen von Zuckerkulör (Kulör = neudeutsch für Couleur) basiert.

  3. nach einem ausgiebigen „tasting“ am wochenende kann ich den oakheart nur empfhelen.

    er ist angenehm weich und zieht schnell ein – er verursacht zudem ein leichtes (aber durchaus angenehmes brennen zwischen den zehen wenn man ihn auf zimmertemperatur in die füße eimassiert.

    fazit – zum füße waschen weitaus besser als allgäuer latschekiefer- trinken würd ich das zeug nicht.

    wenn man bedenkt das man oft schon für 22-30 € eine flasche botucal bekommt ist der preis auch deutlich zu hoch angesetzt

    mein tipp – finger weg von dem zeug !

  4. Im Frühjahr hatte ich die Gelegenheit den Oakheart bei einem Tasting der Firma Barcadi kennen zu lernen. Hätte mir die Flasche sicher aus Interesse sonst mal gekauft, was nach dem Tasting nicht mehr nötig war. 😉

    Die Geschmacksnotizen von Philip würde ich so unterschreiben. Die Spirituose ist nun wirklich kein Genuss für jemanden der Rum sonst gerne pur trinkt.

    Aber man sollte die obligate Kirche auch im Dorf lassen. Die Gruppe von Genussmenschen möchte der Oakheart nicht ansprechen. Auch wenn er durch seinen Auftritt eine längere Lagerzeit impiziert.
    Er ist ein IN-Getränk und erreicht die Massen.

    In Cola mag er schmecken, wobe ich ihn selbst dafür für zu süßlich halte. Wer etwas „netteres“ in der Richtung probieren möchte und zugleich dem Hause Bacardi die Treue halten will, dem sei der „Bacardi 8“ ans Herz gelegt.

  5. Ich würde mal sagen das ganze ist einfach geschmacksache. Ich mag den Oak mit Cola echt gerne. Süffig und angenehm zu trinken. Und das nicht nur um sich wie im Test beschrieben „den Schädel wegzuballern“.

  6. Oak-Cola, mein Drink. Allerdings mit reichlich Eiswürfeln in der idealen Mischung – macht nicht betrunken, jedenfalls mich nicht! Habe von Bier zu diesem Getränk gewechselt und fühle mich auch nach Stunden noch fit.Klar, Coke puscht, aber da ich nur Indoor (Gastronomie)
    genieße – eine günstige Alternative zu sonst allgemein angebotenen Marken. Meine Empfehlung: One Bottle im Eiskübel plus 2 ltr. Flaschen Cola dazu – reicht bei mir 5 Std. und danach wird die Nächste bestellt. Der Geschmack, leichtes Honey-Aroma in Verbindung mit Cola passt !

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